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Börsenbericht – Kursdämpfer nach Trump-Rede

Nachdem sich die Börsen zur Wochenmitte deutlich erholten, dürfte die Rede von US-Präsident Donald Trump zur Lage der Nation die Stimmung dämpfen. Er kündigte "extrem harte" Angriffe gegen den Iran an und versetzter der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Kriegs einen Dämpfer. Trump nannte in seiner Rede keine neuen Details zu einem Plan für einen Rückzug der US-Militäroperationen im Iran. Stattdessen wiederholte er weitgehend die jüngsten Drohungen, iranische Kraftwerke zu bombardieren, während er darauf beharrte, dass sich die Straße von Hormus "ganz natürlich" öffnen werde, da der Iran darauf angewiesen sei, sein Öl zu verkaufen. Anleger schrecken nach den neuen Drohungen von Trump gegen den Iran zurück. Zudem legte er keinen Plan für die Straße von Hormus vor. Trumps Aussage, die Seestraße werde sich "natürlich" öffnen, ist dem Markt zu vage. Damit bleibt die Versorgungssicherheit weiterhin fragil. Die vorherige Ankündigung, dass der Krieg innerhalb von zwei bis drei Wochen beendet sei, hatte auch die Stimmung an den Börsen gehoben und für Entspannung an den Ölmärkten, bei den Anleihen-Renditen und den Börsen gesorgt. Der DAX hatte zur Wochenmitte die runde Marke von 23.000 Punkten zurückerobert, die jüngste Erholung dürfte jedoch ausgebremst werden. Allerdings wird am Gründonnerstag mit wenig Umsatz auf dem heimischen Börsenparkett gerechnet. An der Wall Street hatten die Leitindizes noch von der Aussicht auf ein baldiges Ende des Kriegs im Iran profitiert. Der Dow Jones schloss 0,5 % höher, der S&P 500 0,7 % und die Technologiebörse Nasdaq legte um 1,2 % zu. 

Eine Kapitalerhöhung belastet zwischenzeitig den Kurs der Beteiligungsholding Mutares schwer. Um die Expansion in den USA und die Erschließung neuer Geschäftsmöglichkeiten in Europa zu stemmen, ist die Ausgabe von knapp 4,3 Mio. neue Aktien für insgesamt bis zu 105 Mio. € geplant. Das Grundkapital der Gesellschaft soll dazu um ein Fünftel wachsen. Gut ein Viertel der Papiere konnte Mutares im Rahmen einer Vorabplatzierung bei institutionellen Investoren unterbringen. Laut Mitteilung wurden rund 1,08 Mio. Anteile zu 24,50 € platziert. Die verbleibenden neuen Aktien sollen in einer Bezugsfrist angeboten werden, die voraussichtlich am 8. April beginnt und am 21. April enden soll.

Der Autobauer BMW hat auf dem wichtigen US-Markt im 1. Quartal weniger Autos verkauft. Der Absatz der Stammmarke BMW sank im Jahresvergleich um 3,9 % auf 84.231 Autos. Bei der Kleinwagenmarke Mini verbuchte der Konzern ein Minus von 10,2 %. Die Ergebnisse hätten die Trends am Markt widergespiegelt, sagte US-Chef Sebastian Mackensen laut Mitteilung. Vor allem Elektroautos und Mischantriebe gerieten bei BMW unter Druck. Die Verkäufe von elektrifizierten Autos – also Batteriebetriebene (BEV) und Plug-in-Hybride (PHEV) sackten um die Hälfte auf weniger als 10.000 Fahrzeuge ab. Auf dem US-Markt haben Elektroautos derzeit einen schweren Stand. US-Präsident Donald Trump hatte Subventionen für elektrische Antriebe gestrichen und Abgasregeln geändert. Das ließ die Nachfrage einbrechen.