Die Ergebnisse der US-Tech-Schwergewichte Microsoft und Alphabet müssen Anleger zunächst verdauen. Während die Quartalszahlen von Microsoft positiv aufgenommen wurden, enttäuschte Alphabet mit seinen KI-Ausgaben am Markt. Indes hat die US-Notenbank Fed, wie erwartet, den Leitzins zuletzt nicht angehoben – allerdings scheint es erstmals keine Einigkeit unter den Mitgliedern zu herrschen. Der Leitzins bleibt damit weiterhin bei 3,75 bis 4,00 %. Die Fed stellte jedoch fest, dass die Inflation weiterhin hoch bleiben wird, damit dürfte die Zinsanhebung nur vertagt sein. Experten rechnen mit einer Erhöhung im Dezember. Fed-Chef Kevin Warsh kündigte eine Neuerung an: Ab 2027 sollen nur noch sieben statt acht Fed-Sitzungen stattfinden. Ab 2028 soll die Zahl dann auf sechs reduziert werden. Hinzu kommt, das zwei der insgesamt zwölf Mitglieder für eine Zinserhöhung gestimmt haben. Heute legt die EZB nach. Auch hier gehen Experten davon aus, dass der Leitzins auf dem aktuellen Niveau belassen wird. Auch hier wird mit einer weiteren Anhebung im Dezember gerechnet. Vor der anstehenden EZB-Sitzung ist es dem DAX zeitweise gelungen die runde Marke bei 26.000 Punkten zu überwinden. Damit erreichte der dt. Leitindex den höchsten Stand seit Anfang September.
Die Suchmaschine der Google-Mutter Alphabet wird dank neuer KI-Übersichten mehr genutzt – doch der Umsatz des Tech-Schwergewichts wächst im Kerngeschäft langsamer. Alphabet steigerte den Quartalsumsatz im Jahresvergleich um rund 25 % auf 127,6 Mrd. $ und verfehlte damit knapp die Erwartungen der Analysten. Unter dem Strich sank der Gewinn aber um rund ein Viertel auf knapp 26,2 Mrd. $. Die Gewinnentwicklung bei Alphabet hängt inzwischen stark von Schwankungen bei der Bewertung von Investitionen etwa in die Weltraumfirma SpaceX ab. Wie auch andere Tech-Riesen steckt Alphabet Dutzende Milliarden Dollar in den Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Im vergangenen Quartal stiegen die Kapitalinvestitionen auf gut 51 Mrd. $.
Der Laserspezialist LPKF kämpft weiter mit einem schwachen Solargeschäft. In den ersten 9 Monaten 2026 rutschte der Konzern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch tiefer in die roten Zahlen. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern landete bei –8,9 (–0,8) Mio. €. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von –13,7 (–5) Mio. €. Der Umsatz sank um gut 28 % auf 60,3 Mio. €.
Microsoft ist besser als von Experten erwartet in das laufende Geschäftsjahr gestartet. Getrieben von einem abermals hohen Wachstum der Cloud-Plattform Azure legte der Erlös um fast ein Fünftel auf 92,3 Mrd. $ zu. Der Gewinn kletterte um 32 % auf 36,6 Mrd. $, damit lagen beide Kennziffern über der durchschnittlichen Analystenschätzung. Zudem überraschte Microsoft bei den Investitionen positiv. Diese waren nicht ganz so hoch wie erwartet. An der Börse kamen die Nachrichten hervorragend an.