Während die Berichtssaison in den USA auf ihren Höhepunkt zusteuert, nimmt sie auch hier immer weiter Fahrt auf. Hierzulande richtet sich Blick vor allem auf die hiesigen Quartalszahlen, die bisher überwiegend positiv aufgenommen wurden. Hinzu kommen die ersten Hochrechnungen der Midterms. Es wurde schnell klar, dass die oppositionellen Demokraten beide Kammern des US-Parlaments zurückerobern konnten. Ein Sieg im Repräsentantenhaus wurde erwartet, dass die Demokraten jedoch auch den Senat für sich gewinnen können, kam überraschend. In den USA droht nun das, was die Wall Street als "Gridlock" bezeichnet – politischer Stillstand. Denn auf der einen Seite steht der republikanische US-Präsident Donald Trump und auf der anderen wohl künftig ein von Demokraten dominierter Kongress. Es wäre auch eine herbe Niederlage für Trump ganz persönlich, denn er hatte die Parlamentswahlen zu einer Abstimmung über seine Politik gemacht. Vor den ersten Hochrechnungen hatten die US-Leitindizes noch etwas fester geschlossen. Ob sich die Erholung nun auch zur Wochenmitte fortsetzt muss sich zeigen.
Die Cyberattacke im Oktober wird den Supermarktkonzern Ahold Delhaize im 4. Quartal belasten. So dürfte der niederländisch-belgische Konzern etwa 200 bis 250 Mio. € weniger umsetzen. Die Belastungen für das operative Ergebnis bezifferte das Unternehmen auf 75 bis 100 Mio. €. Ahold Delhaize hatte Mitte Oktober einen Cyberangriff bekanntgemacht und dabei einige Systeme vom Netz genommen. Im 3. Quartal beschleunigte sich Geschäftswachstum des Konzerns derweil. So stieg der Erlös um 2,6 % auf rund 23,1 Mrd. €.
Bei Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 brummt das Geschäft weiter kräftig. Der Betreiber von Plattformen wie "wirkaufendeinauto.de" und "Autohero" verkaufte im 3. Quartal gut 242.800 Fahrzeuge und damit 11 % mehr als ein Jahr zuvor. Umsatz und Gewinn schossen kräftig nach oben. Das 3. Quartal sei das profitabelste in der Geschichte von Auto1 gewesen. Auto1-Chef Bertermann sieht den Konzern auf Kurs, in diesem Jahr wie geplant zwischen 940.000 und 1 Mio. Fahrzeuge zu verkaufen. Der bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebitda) soll weiterhin 250 bis 275 Mio. € erreichen.
Der Baustoffkonzern Heidelberg Materials hat im 3. Quartal von einer Nachfrageerholung profitiert. Umsatz und Ergebnisse legten zu. Dabei habe sich vor allem Europa stark entwickelt, während in Nordamerika das Wachstum andauere. Im Q3 legte das bereinigte Ebit im Jahresvergleich um 8,7 % auf 1,28 Mrd. € zu. Zum besseren Ergebnis hätten etwa der Sparkurs, Preiserhöhungen sowie eine stetige Nachfrageerholung beigetragen, hieß es. Für 2026 peilt das Unternehmen wie zuletzt ein operatives Ergebnis von 3,4 bis 3,65 Mrd. € an.