Die Sorge vor einer erneuten militärischen Eskalation im Iran-Krieg und die Unsicherheit vor den US-Zwischenwahlen haben den DAX zuletzt ausgebremst. Für zusätzlichen Druck sorgten die wieder anziehenden Ölpreise nach US-Militärschlägen auf die iranische Insel Keschm in der Straße von Hormus. Daneben richtet sich der Blick der Anleger auf die Ergebnisse der sogenannten Midterms. Für US-Präsident Donald Trump und seine Republikaner steht viel auf dem Spiel: Sie müssen ihre knappen Mehrheiten in beiden Kongresskammern verteidigen. Umfragen zufolge könnten die oppositionellen Demokraten zumindest die Mehrheit im Repräsentantenhaus erringen. Erste Ergebnisse werden in der Nacht zum Mittwoch (MEZ) erwartet.
Apple bekommt im üblicherweise lukrativen Weihnachtsgeschäft Gegenwind durch explosiv wachsende Speicherchip-Preise. Der iPhone-Konzern enttäuschte die Börse mit seinem Ausblick auf das laufende Vierteljahr.
Auch die Datenanalyse-Firma Palantir stellte Quartalszahlen vor. Das aktuelle Wachstum kommt vor allem aus dem US-Geschäft. D Software von Palantir wird unter anderem vom Heimatschutzministerium und vom Pentagon eingesetzt - Medienberichten zufolge auch im Iran-Krieg. An der Börse könnte sich nach den Zahlen die jüngste Korrektur vom Rekordhoch fortsetzen.
Sehr gut kamen die Zahlen von Bayer an. Der Umsatz ist höher als erwartet ausgefallen, vor allem die Stärke des Pharmageschäfts sei unterschätzt worden. Daher sei der Gewinnausblick positiver und die Erwartungen an das Ausmaß des negativen Cashflows gesenkt worden. "Die Zahlen waren stark", sagt ein Händler. Die Wahrnehmung am Markt sei noch immer viel zu stark auf das Thema Monsanto ausgerichtet und dürfte daher sehr positiv auf die Pharma-Stärke reagieren.
Auch die Lufthansa konnte mit ihren jüngsten Quartalszahlen trotz der hohen Treibstoffpreise überzeugen.
Auf der Verliererseite rückte Zalando in den Fokus. Trotz einer Steigerung von Umsatz und Gewinn gaben die Aktien nach.
Deutliche Kursabschläge musste sich TeamViewer gefallen lassen. Der Spezialist für Fernwartungssoftware gab einen weiteren Umsatz- und Gewinnrückgang bekannt. Darüber hinaus senkte das Softwarehaus sein Wachstumsziel für das Gesamtjahr.