Der wieder aufgeflammte Optimismus im Tech-Sektor und starke Zahlen von BASF und der Dt. Bank haben den DAX zur Wochenmitte gestützt. Der Rekordgewinn des Chipherstellers SK Hynix, der erst seit kurzem an der Börse gelistet ist, haben die Zuversicht im Bereich Künstliche Intelligenz wieder entfacht. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Nachfrage bis ins Jahr 2030 steigen wird. Hinzu kam die Ankündigung, dass Anthropic Unterlagen für den Börsengang eingereicht hat. Diese positiven Vorgaben haben auch den DAX zur Wochenmitte weiter gestützt. Für heute stehe die nächste Entscheidung der US-Notenbank Fed an. Es wird erwartet, dass die Notenbanker den Leitzins, mit Blick auf die anstehenden Midterms, unberührt lassen. Experten erhoffen sich Hinweise auf eine mögliche Zinserhöhung im Dezember. An der Wall Street beendete der Tech-Index Nasdaq den gestrigen Handel 1,29 % fester. Die Quartalsergebnisse von Microsoft und der Google-Mutter Alphabet, die für heute nach Börsenschluss angekündigt sind, dürften die weitere Entwicklung bestimmen. Der Dow Jones wurde indes von dem Kursrutsch bei Boeing gebremst und schloss mehr oder weniger unverändert. Der S&P 500 legte um 0,60 % zu.
BASF hat nach einem erneut wachstumsstarken Quartal die erst im Sommer angehobene Prognose nochmals etwas oben geschraubt. Der Chemieriese erwartet nun 2026 einen Anstieg beim Ebitda vor Sondereinflüssen auf 7,4 bis 7,8 (bisher: 6,9–7,7) Mrd. €. BASF profitierte im 3. Quartal von deutlichen Preissteigerungen und leichtem Mengenwachstum. Das bereinigte Ebitda kletterte um 15 % auf 1,64 Mrd. € und übertraf damit die Markterwartungen. Der Umsatz wuchs um 14 %. Nach Anteilen Dritter stand ein Gewinn von 155 (172) Mio. € in den Büchern. Belastet wurde das Ergebnis durch Transformationskosten vor allem am Standort Ludwigshafen und einen Vergleich zur Beilegung eines Rechtsstreits mit zusammen 437 Mio. €.
Mercedes-Benz hat wegen des schwachen China-Geschäftes und hoher Kosten im 3. Quartal deutlich weniger verdient. Einschließlich Sonderfaktoren hat sich das operative Ergebnis von Juli bis September zwar mehr als verdoppelt auf 1,77 Mrd. €, das bereinigte Ebit, bei dem zum Beispiel der Restrukturierungsaufwand und andere Einmaleffekte nicht berücksichtigt wurden, ging um 15 % auf 1,78 Mrd. € zurück. Der DAX-Konzern hatte bereits mit Verweis auf das schwache China-Geschäft und steigende Kosten seine Gewinnprognose für dieses Jahr gesenkt. Das Betriebsergebnis wird jetzt auf dem Vorjahresniveau von 5,8 Mrd. € statt deutlich darüber erwartet. Im vergangenen Jahr hatte sich der Gewinn mehr als halbiert.
Die Dt. Bank hat im Q3 ihren Rekordkurs fortgesetzt und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Das Frankfurter Geldhaus schrieb von Juli bis September nach Steuern einen Gewinn von rund 1,9 Mrd. €, was einem Plus von 2 % entspricht. Die Erträge erreichten rund 8,3 Mrd. €. Im Gesamtjahr könnte der Konzern das angestrebte Ertragsniveau von 33 Mrd. € nun sogar übertreffen, teilten sie weiter mit.
Die Boeing-Aktie verzeichnete jüngst ihren stärksten Tagesverlust seit mehr als sechs Jahren, nachdem Führungskräfte die Erwartungen an eine schnelle finanzielle Wende bei dem US-amerikanischen Flugzeugbauer dämpften. Zuvor hatte Boeing einen Quartalsverlust von 116 Mio. $ ausgewiesen, der auf enttäuschende Umsätze und hohe Kosten im Segment der Verkehrsflugzeuge zurückzuführen war.
Die Ankündigung von Oracle, seine Partnerschaften für KI-Chips auszubauen, trieb die Aktie zeitweise nach oben. Der Softwarekonzern und Cloud-Anbieter will die Zusammenarbeit mit dem Marktführer Nvidia erweitern und zugleich sein Angebot um Chips von dessen Rivalen ergänzen. Oracle und Nvidia teilten mit, die Cloud-Infrastruktur mit Nvidias neuester Server-Generation "Vera Rubin" auf eine Leistung von mehreren Gigawatt auszubauen. Zudem sollen erstmals auch Prozessoren der Alphabet-Mutter Google sowie Chips der KI-Spezialisten Cerebras und SambaNova in das Angebot aufgenommen werden.
Der US-Autobauer General Motors verlegt seine Aktiennotierung von der New York Stock Exchange an die Nasdaq. Der Handel an der Technologiebörse soll am 17. November beginnen, teilte der US-Autobauer mit. Das bisherige Tickersymbol "GM" werde beibehalten.
Der niederländische Zahlungsdienstleister Adyen hat das Margenziel für dieses Jahr gesenkt und für die kommenden Jahre gleich ganz gestrichen. So rechnet das Unternehmen für das laufende Jahr bei der Ebitda-Marge inzwischen mit einem Wert von 50 % und damit rund zwei Prozentpunkte weniger als bisher. Das mittelfristige Ziel einer Marge von mehr als 55 % wurde ganz gestrichen. Angaben zur Profitabilität im 3. Quartal machte der Konzern wie üblich im Herbst nicht. Der Umsatz legte in den 3 Monaten bis Ende September um 23 % auf 738 Mio. € zu. Das Wachstum fiel damit etwas stärker als erwartet aus. Das Umsatzziel wurde bestätigt.
BNP Paribas profitiert weiterhin von starken Geschäften im Handel mit Aktien und Wertpapieren. In diesem Bereich legten die Erträge um 50 % zu, wie die französische Großbank mitteilte. Das Management bestätigte die Prognose für das laufende Jahr sowie die mittelfristigen Ziele für 2028. Weiterhin wurde ein Aktienrückkaufprogramm über 1,3 Mrd. € angekündigt.
Der Autokonzern Stellantis hat im 3. Quartal wieder einen Verlust verbucht. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 453 Mio. €. Ein Jahr zuvor hatte die Opel-Mutter wegen hoher Sonderbelastungen zwar einen zehnmal so hohen Verlust ausgewiesen, allerdings war der Konzern in den ersten 6 Monaten profitabel gewesen. Vor Zinsen und Steuern sowie Sonderposten kam im Quartal nur ein operativer Gewinn von 256 Mio. € zustande – wenn auch fast dreimal so viel wie im schwachen Vorjahreszeitraum. Im Q3 stieg der Umsatz des Konzerns mit italienischen, französischen und amerikanischen Wurzeln (unter anderem Fiat, Peugeot, Chrysler) um 1 % auf 37,6 Mrd. €.