Dem DAX gelang jüngst die Rückeroberung der 26.000 Punkte-Marke – nun muss sich zeigen, ob er diese verteidigen kann. Der Gegenwind aus dem US-Tech-Sektor hat jedoch wieder zugenommen: Schwache Ergebnisse von Intel und Amazon könnten den dt. Leitindex bremsen. Auch wenn die Berichtssaison bisher sowohl Licht als auch Schatten hervorbrachte, bleibt das Enttäuschungspotenzial hoch. Derweil haben die Notenbanker wie erwartet entschieden und sowohl die Fed als auch die EZB hielten den Leitzins stabil. Nun rechnen Anleger und Investoren mit einer Zinserhöhung im Dezember. An der Wall Street hat die jüngste Erholungsrally der Tech-Börse Nasdaq einen deutlichen Rückschlag erhalten. Der Leitindex gab um 1,38 % nach. Der Dow Jones bremste um 0,25 % ab und der S&P 500 verlor 0,3 %. Vor allem die hohen KI-Ausgaben der Google-Mutter Alphabet drückten die Stimmung der Anleger. Auch wenn viele Konzerne weiterhin Wachstum melden, rücken diese angesichts der KI-Ausgaben in den Hintergrund. Die Tech-Schwergewichte müssen langsam aber sicher ihre horrenden Investitionen in KI in Renditen umwandeln.
Die Ergebnisse bzw. der Ausblick des Chipkonzerns Intel enttäuschten am Markt. Die Nachfrage sei derweil so hoch, dass das Unternehmen diese nicht bedienen kann. Zudem litt Intel unter Engpässen bei wichtigen Rohstoffen, was zu einem Gewinneinbruch von 20 % geführt hat. Der Konzern sagte für das laufende Vierteljahr einen Umsatz zwischen 15 und 16 Mrd. $ vorher. Analysten hatten eher mit 17 Mrd. $ gerechnet. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie verfehlte Intel mit einer Prognose von 25 US-Cent die Markterwartung von 43 Cent deutlich.
Auch Amazon konnte die Anleger nicht überzeugen. Zwar wuchs der Umsatz um 13 % auf über 200 Mrd. $, hohe Kosten für den Bau von KI-Rechenzentren belastete jedoch die Bilanz. Der Barmittelabfluss hat sich in den vergangenen 3 Monaten beinahe versechsfacht und landete bei 42,2 Mrd. $.
Eine Geschworenen-Jury im US-Bundesstaat Missouri hat in einem Glyphosat-Prozess einstimmig zugunsten von Bayer geurteilt. Nachdem der Pharma- und Agrarchemiekonzern im Juni einen wegweisenden Glyphosat-Fall vor dem obersten US-Gericht gewonnen hatte, war der Prozess in Missouri wichtig, weil die Kläger andere Argumente gegen Bayer vorbrachten. Infolge des Urteils des US Supreme Court sind Prozesse gegen Bayer im Grunde nicht mehr möglich, in denen Kläger sich auf fehlende Krebswarnungen auf Verpackungen von Unkrautvernichtern stützen wollen. Die Anwälte in dem nun beendeten Prozess in St. Louis hatten indes ein anderes Argument vorgebracht und behauptet, der Unkrautvernichter Roundup sei fehlerhaft konstruiert und sie seien vorsätzlich getäuscht worden.
Alphabet steigerte den Quartalsumsatz im Jahresvergleich um rund 25 % auf 127,6 Mrd. $ und verfehlte damit knapp die Erwartungen der Analysten. Unter dem Strich sank der Gewinn aber um rund ein Viertel auf knapp 26,2 Mrd. $. Die Gewinnentwicklung bei Alphabet hängt inzwischen allerdings stark von Schwankungen bei der Bewertung von Investitionen etwa in die Weltraumfirma SpaceX ab. Die Werbeerlöse der Google-Suche wuchsen im Jahresvergleich um rund 12 % auf 63,35 Mrd. $. Wie auch andere Technologie-Riesen steckt Alphabet Milliarden Dollar in den Ausbau der Infrastruktur für KI. Im vergangenen Quartal stiegen die Kapitalinvestitionen auf gut 51 Mrd. $ von knapp 45 Mrd. $ in den 3 Monaten davor.
Der Pharmakonzern Sanofi wird nach einem überraschend starken 3. Quartal optimistischer für das Gesamtjahr. Rückenwind liefert das zuletzt weiterhin starke Wachstum des Medikamentes gegen Asthma und Neurodermitis Dupixent; und auch die Erlöse mit neuen Medikamenten legten zuletzt deutlich zu. Statt den zuvor avisierten rund 10 %, dürfte der um Wechselkursschwankungen bereinigte Umsatz in diesem Jahr verglichen mit 2025 nun im niedrigen Zehner-Prozent-Bereich zulegen. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll das Umsatzwachstum übertreffen und nun im mittleren Zehner-Prozent-Bereich nach oben klettern.