Eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA gegen die von Präsident Donald Trump verhängten Zölle hat am Freitag für einen Kurssprung an der Wall Street gesorgt. Der Oberste Gerichtshof der USA (Supreme Court) erklärte die von Trump verhängten Zölle für verfassungswidrig. Trump hatte die Abgaben erstmals im vergangenen Februar auf Grundlage eines Gesetzes aus dem Jahr 1977 angeordnet, das eigentlich für den nationalen Notfall gedacht ist. Zu den Maßnahmen gehörten ein Basiszollsatz auf alle Importe sowie zusätzliche Zölle für die meisten Länder. Zudem verhängte er produktspezifische Zölle wie auf Stahl und Aluminium sowie auf Autoteile. Tausende Unternehmen weltweit hatten gegen die Maßnahmen geklagt und eine Rückerstattung der von ihnen gezahlten Abgaben gefordert. Nach der Gerichtsentscheidung stiegen Aktien auf breiter Front. Gefragt waren vor allem Papiere von Autoverkäufern, Möbelfirmen sowie Schuh- und Spielzeugherstellern. Auch der deutsche Aktienmarkt reagierte mit Kurssprüngen auf die US-Gerichtsentscheidung. Bereits zur Wochenmitte war der dt. Leitindex zeitweise auf bis zu25.315 Punkte geklettert, korrigierte dann jedoch wieder. Letztlich konnte jedoch die charttechnische Unterstützung bei 25.000 Zählern verteidigt werden. Damit ist theoretisch der Weg zurück zum Rekordhoch von Mitte Januar bei 25.507 Stellen frei.
Der Pharmakonzern Roche kommt mit der geplanten US-Zulassung für das Krebsmittel Giredestrant einen Schritt voran. Die US-Arzneimittelbehörde FDA habe den Antrag zur Prüfung angenommen, teilte Roche mit. Eine Entscheidung werde die Behörde bis spätestens zum 18. Dezember treffen. Der Antrag folgt auf die positiven Daten, die Roche Ende September für das Prüfmedikament vorgelegt hatte.
Der französische Gase-Hersteller Air Liquide hat das vergangene Jahr trotz stagnierender Einnahmen mit mehr Gewinn abgeschlossen. Die Dividende für 2025 soll um 12 % auf 3,70 € je Aktie steigen. Zwar ging der Umsatz von Air Liquide 2025 vor allem wegen des schwachen US-Dollar um 0,4 % auf 26,9 Mrd. € zurück. Der Überschuss legte hingegen um gut 6 % auf 3,5 Mrd. € zu. Den Gewinnanstieg erklärte das Unternehmen mit seinem laufenden Sparprogramm. Im laufenden Jahr soll der bereinigte Gewinn zu stabilen Wechselkursen zulegen.
Swiss Re will das Kreditversicherungsgeschäft der QBE Insurance Group in Australien übernehmen. Der Zukauf soll den hauseigenen Direktversicherer für die Industrie stärken, wie der Schweizer Rückversicherer mitteilte. Beide Seiten hätten eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Der Abschluss des Deals wird in den kommenden Monaten erwartet.
Die Titel von Thyssenkrupp profitierten zeitweise von einer Kaufempfehlung des Investmenthauses Jefferies. Analyst Tommaso Castello begründete diese mit dem Kursrückgang der Aktien seit Anfang Februar. Er hob allerdings auch seine diesjährige, operative Ergebnisprognose an. Dank des Rückenwinds seitens der Politik und der dynamischen Umsetzung der Unternehmensstrategie sieht er Potenzial für die Gewinne in der Stahlindustrie in Europa.