Nachdem sich der DAX zur Wochenmitte etwas stabilisieren konnte, verlor die Erholung zuletzt etwas an Schwung. Zeitweise war der dt. Leitindex auf das höchste Niveau seit vier Wochen geklettert, schaffte es jedoch nicht, die 50-Tage-Linie nachhaltig zu überwinden. Nun richten sich alle Augen auf die laufende Berichtssaison. Mit Meta und Tesla standen die nächsten US-Größen auf der Agenda, während hierzulande SAP als Tech-Schwergewicht für zurückhaltende Reaktionen sorgte. Mit den neuen Quartalszahlen flammte auch wieder die Frage auf, ob sich die Milliardeninvestitionen in Künstliche Intelligenz auszahlen. Bisher konnten die Berichte der Tech-Schwergewichte die Sorgen nicht endgültig zerstreuen. Von der Wall Street kommen derweil positive Vorgaben: Der Dow Jones kletterte um 0,7 % gen Norden und der S&P 500 um 0,6 %. Auch die Technologiebörse Nasdaq konnte sich etwas erholen und schloss letztlich 1,1 % fester.
SAP profitierte im Q3 von einer soliden Nachfrage in der wichtigen Cloud-Sparte. Das Volumen der Cloud-Aufträge wuchs währungsbereinigt um 26 % auf 24,1 Mrd. €. Der Umsatz dieser Sparte stieg um 25 % auf 6,67 Mrd. € und übertraf die Markterwartungen leicht. Gleiches galt für die Konzernerlöse, die um 12 % auf 10,27 Mrd. € stiegen. Der bereinigte operative Gewinn stieg um 18 % auf 3,03 Mrd. €.
Der Facebook-Konzern Meta will noch im laufenden Jahr bis zu 145 Mrd. $ in KI und die Rechenzentren investieren. Der Konzern profitiert zwar weiter vom boomenden Werbegeschäft, Rechtsstreitigkeiten haben jedoch den Gewinn belastet. CEO Mark Zuckerberg muss für diese knapp 10 Mrd. $ zurückstellen. "Unsere Investitionen zahlen sich aus, das Kerngeschäft ist stark, und wir verzeichnen auf breiter Front eine hohe Dynamik", so Zuckerberg.
Tesla hat das vergangene Quartal mit einem Gewinneinbruch abgeschlossen: Im Jahresvergleich stand ein Minus von 43 % auf 787 Mio. $ in den Büchern. Der Umsatz stagnierte bei rund 28,05 Mrd. $. Tesla-Chef Elon Musk hatte am Tag vor den Quartalszahlen Überlegungen über einen Zusammenschluss mit der ebenfalls von ihm geführten Weltraumfirma SpaceX bestätigt. Der Rückgang beim Autoverkauf kam nicht überraschend, da das 3. Quartal des Vorjahres von einer Sonderkonjunktur geprägt war. Laut Musk liegt Teslas Zukunft bei der Produktion selbstfahrender Robotaxis und humanoider Roboter. In beiden Bereichen trifft seine Firma aber auf viel Konkurrenz – während das Geld bisher weiterhin hauptsächlich mit dem Verkauf von Elektroautos verdient werden muss.
Der Bahntechnik-Anbieter Vossloh wird nach einem Gewinnrückgang im Sommer etwas pessimistischer für das laufende Jahr. Zwar dürfte der Umsatz den mittleren Bereich der im Juli gesenkten Zielspanne von 1,51 bis 1,61 Mrd. € erreichen, das Ebit dürfte jedoch wegen verschobener Projekte und einmaliger Kosten eher im unteren Bereich der angekündigten Spanne von 100 bis 110 Mio. € landen. Das Management erwartet aber eine "deutliche Belebung im Jahresschlussquartal". Im 3. Quartal stieg der Umsatz dank der erstmaligen Einbeziehung des französischen Betonschwellenherstellers Sateba um mehr als 15 % auf knapp 377 Mio. €. Das Ebit ging jedoch um mehr als ein Fünftel auf gut 24 Mio. € zurück. Unter dem Strich stand mit 9,4 Mio. € nur gut halb so viel Gewinn wie im Vorjahreszeitraum in den Büchern.
Der Labordienstleister und Pharmazulieferer Sartorius hat sich in den ersten 9 Monaten etwas besser geschlagen als gedacht und sieht sich auf gutem Weg zu seinen Jahreszielen. Wichtigster Wachstumstreiber sei erneut das wiederkehrende Geschäft mit Verbrauchsmaterialien gewesen, sagte Konzernchef Michael Grosse. "Gleichzeitig erholte sich die Nachfrage bei Bioprozessanlagen und Instrumenten weiter." Insgesamt erlöste der Konzern in den ersten 9 Monaten bis Ende September rund 2,74 Mrd. €, ein Anstieg von knapp 5 % im Vorjahresvergleich. Unter dem Strich schwoll der auf die Aktionäre entfallende Gewinn um gut die Hälfte auf 188,3 Mio. € an.
Die Nordex Group hat ihren ersten Auftrag aus Neuseeland erhalten. Mercury, eines der führenden neuseeländischen Unternehmen für Stromerzeugung und Energievertrieb, hat für einen Windpark in der Region Otago auf der Südinsel Neuseelands 40 Windenergieanlagen des Typs N133/4.8 mit einer Gesamtleistung von 192 MW bestellt. Darüber hinaus haben Mercury und Nordex einen umfassenden Servicevertrag mit einer Laufzeit von 30 Jahren abgeschlossen.
Der Getriebehersteller Renk hat einen Käufer für sein Gleitlagergeschäft gefunden. Damit ist das im MDAX notierte Unternehmen beim geplanten Umbau in einen reinen Rüstungskonzern einen großen Schritt vorangekommen. Käufer der Sparte ist der österreichische Konzern Miba. "Der vertraglich vereinbarte Kaufpreis bewegt sich im unteren bis mittleren dreistelligen Millionenbereich", teilte Renk mit. Der Konzern hatte angekündigt, sich auf das Rüstungsgeschäft zu fokussieren. Bis 2030 sollen 90 % des Erlöses aus dem Defense-Segment kommen.