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Börsenbericht – Zwischen bangen und hoffen

Trotz schwacher Vorgaben von der Wall Street hielt sich der dt. Leitindex zuletzt über der runden Marke bei 25.000 Punkten. die wieder aufgeflammten Zoll-Unsicherheiten und die geopolitischen Sorgen lassen die Anleger jedoch weiterhin nicht los und sorgen für spürbare Zurückhaltung. ZumWochenauftakt war der DAX erneut unter die runde Marke gerutscht – vor allem die von US-Präsident Donald Trump erneut verhängten Zölle von zunächst 10 und inzwischen 15 % hielten die Anleger in Atem. Auch die Frage ob und wenn, wie lange die bereits ausgesprochenen Zölle gelten, sorgt für große Unsicherheit an den Finanzmärkten. Einige Unternehmen hoffen bereits auf eine Rückerstattung der gezahlten Zölle. Auch das Thema KI rückte, mit den zur Wochenmitte anstehenden Ergebnissen von Nvidia, einmal mehr in den Fokus. Nun muss das Tech-Schwergewicht liefern – verfehlte Erwartungen dürften gerade die Tech-Branche erneut unter Druck setzen. An der Wall Street gab der Dow Jones zu Wochenbeginn 1,7 % ab und der S&P 500 verlor 1 %. Die Technologiebörse Nasdaq verlor 1,1 %. 

Der US-Logistikkonzern FedEx verklagt die US-Regierung auf Rückerstattung von Zöllen aus der Amtszeit von Präsident Donald Trump. Die Klage sei zu Wochenbeginn beim US-Gerichtshof für internationalen Handel eingereicht worden, geht aus den Gerichtsunterlagen hervor. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte die betreffenden Zölle vergangene Woche für illegal erklärt. FedEx fordere eine vollständige Rückerstattung aller Zölle, die das Unternehmen gezahlt habe, heißt es in der Klageschrift. Zur Höhe der geforderten Summe machte der Konzern keine Angaben. Die Klage richtet sich gegen die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP), deren Leiter Rodney Scott sowie die USA. Eine Stellungnahme der Behörde oder des Weißen Hauses lag zunächst nicht vor. Die Anwaltskanzlei Crowell & Moring, die FedEx vertritt, führt auch für andere Konzerne ähnliche Verfahren. Dazu gehören der Einzelhändler Costco, der Kosmetikkonzern Revlon und der Brillenhersteller EssilorLuxottica.

Gute Geschäfte mit neuen Turbinen, Ersatzteilen und Wartung haben MTU 2025 einen kräftigen Gewinnsprung beschert. Das bereinigte Ebit wuchs um 29 % auf 1,35 Mrd. €. Der Überschuss sprang sogar um 60 % auf gut 1,0 Mrd. € nach oben. Jetzt soll die Dividende auf 3,60 € je Aktie angehoben werden. Für 2026 stellt der neue Vorstandschef Johannes Bussmann weitere Steigerungen von Umsatz und Gewinn in Aussicht. Für 2030 hat er weiterhin einen Umsatz von 13 bis 14 Mrd. € im Blick.

Eine Herabstufung der Aktie von Gerresheimer von “Neutral” auf “Sell” hat den bereits angeschlagenen Kurs nochmals unter Druck gesetzt. Zugleich sei das Kursziel um mehr als die Hälfte auf 12,90 von zuvor 29,00 € zurückgeschraubt worden.

Der Fotodienstleister Cewe hat mit moderatem Wachstum im Schlussquartal seine Ziele im abgelaufenen Geschäftsjahr erreicht. Nach vorläufigen Zahlen stieg das Ebit 2025 auf 88,2 Mio. €. Es liegt damit voll innerhalb des Zielkorridors von 84 bis 92 Mio. €. "Unsere hervorragende Lieferfähigkeit in der Saisonspitze zu Weihnachten hat den starken Jahresendspurt getragen", sagte Vorstandschef Thomas Mehls. Effizienzsteigerungen in der Produktion, Vorteile aus Standorterweiterungen sowie aus neuen Druck- und Versandtechnologien haben die Ergebnisse angeschoben. Der Umsatz legte 2025 um 3,8 % zu. Die kompletten Zahlen und den Ausblick wird Cewe am 26. März veröffentlichen.

Auf Basis vorläufiger und ungeprüfter Zahlen hat Takkt im Geschäftsjahr 2025 einen organischen Umsatzrückgang von 6,6 % verzeichnet. Bei einem Umsatz von 964,3 Mio. € lag die um einmalige Aufwendungen bereinigte Ebitda-Marge bei 3,8 (6,9) %. Damit lag das Unternehmen allerdings im Rahmen der eigenen Erwartungen, die zuletzt gesenkt wurden. Aufgrund von nicht zahlungswirksamen Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte war das Ergebnis je Aktie mit –1,88 (–0,64) € deutlich negativ. Im aktuellen Umfeld priorisiert TAKKT Investitionen in die Stärkung des Geschäftsmodells. Daher wird der Vorstand vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2025 keine Dividende auszuschütten. 

Wienerberger übernimmt die Italcer Group, einen weltweit tätigen Hersteller von hochwertigen Keramiklösungen für den Innenbereich mit Produktionsstandorten in Italien und Spanien. Eine jetzt unterzeichnete Vereinbarung sieht vor, dass der österreichische Baustoffkonzern zunächst 50 % plus eine Aktie von den Verkäufern erwirbt, wie Wienerberger mitteilte. In der 1. Jahreshälfte 2027 könne man eine Kaufoption für den Erwerb der verbleibenden Anteile ausüben. Die Übernahme wird aus vorhandenen Barmitteln und Bankkrediten finanziert. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. 

Uber plant die Übernahme von Spothero. Sollte die Transaktion gelingen, können künftig Nutzer des Fahrdienstservices auch Parkplatzreservierungen auf der Plattform vornehmen. Die Amerikaner teilten mit, dass man sich auf Parkplätze für Pendler sowie bei Veranstaltungen, Veranstaltungsorten und Flughäfen konzentrieren wolle. Die Unternehmen machten keine Angaben zu den finanziellen Bedingungen der Transaktion. Die Akquisition soll in der 1. Hälfte dieses Jahres abgeschlossen sein.

Im Ringen um die Übernahme von Warner Bros Discovery hat Paramount Skydance sein Angebot erhöht und verschärft damit den Kampf gegen den Rivalen Netflix. Damit wolle das von David Ellison geführte und vom Oracle-Milliardär Larry Ellison unterstützte Unternehmen den bereits vereinbarten Verkauf an Netflix doch noch verhindern, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Dem Insider zufolge soll das neue Gebot Bedenken von Warner Bros. hinsichtlich der Finanzierungssicherheit ausräumen. Eine genaue Summe wurde nicht bekannt. 

Der Chipkonzern Elmos Semiconductor will im laufenden Jahr stärker gewachsen. So sollen die Erlöse 2026 um 11 % (+/– 3 %-Punkte) steigen. Die Ebit-Marge soll sich auf 24 % (+/– 2 Prozentpunkte) verbessern. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz ersten Berechnungen zufolge nur leicht um 0,3 % auf 582,6 Mio. €. Dabei bremsten der starke Euro sowie verhaltene Abrufe von Kunden, insbesondere im 1. Halbjahr. Das Ebit sank um 12,8 % auf gut 127 Mio. €.