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Carrefour kappt wegen Unruhen Prognose

Paris – Wegen der Unruhen in Frankreich hat der Supermarktkonzern seine Prognosen für das Gesamtjahr gesenkt. Die Unruhen halten aus Sicht des Konzerns Kunden fern, untergraben das Verbrauchervertrauen und erhöhen die Kosten. Der bereinigte Gewinn pro Aktie dürfte in diesem Jahr daher nur stabil bleiben oder leicht wachsen. Bisher hatte der Händler mit einem "hohen einstelligen Wachstum" gerechnet. Zudem kappte Carrefour seine Ziele für 2026 mit Blick auf die Marge des wiederkehrenden Betriebsergebnisses, des freien Netto-Cashflows und der Investitionsausgaben.

"Unsere Unternehmensgruppe sieht sich in Frankreich mit einer beispiellosen Situation konfrontiert", sagte Konzernchef Alexandre Bompard. Es herrsche "große Unsicherheit" hinsichtlich der Entwicklung der Konsumausgaben und der Bedingungen, unter denen die eigenen Filialen wieder öffnen können, mahnte er. "Da wir nun in die entscheidende Jahresendphase für den Einzelhandel eintreten, hat diese Situation erhebliche Auswirkungen auf die Konsumausgaben - die ohnehin schon durch steigende Energiekosten unter Druck stehen", sagte er. Am Wochenende waren landesweite Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten in Frankreich von schweren Ausschreitungen und Plünderungen begleitet worden. Auch in der Nacht zu Montag blieb die Lage, etwa in Paris, angespannt. Nach den schweren Ausschreitungen wurden örtlich begrenzte Ausgangssperren verhängt. Die Protestbewegung der Gelbwesten rief zu neuen Demonstrationen für diesen Samstag auf. Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu kündigte eine umfangreiche Mobilisierung der Polizei an. 

Im 3. Quartal hatte Carrefour seinen Umsatz noch leicht um 2,3 % auf 22,69 Mrd. € steigern können. Weitere Ergebniskennzahlen veröffentlicht das Unternehmen derweil nur zum Halb- bzw. Gesamtjahr. 

Die Carrefour-Aktie musste erwartungsgemäß eine deutliche Korrektur verbuchen. Allerdings sollte man hier nicht vorschnell in Panik verfallen und ins offene Messer hinein verkaufen. Vorerst abwarten; (B)!