New York – Der Streaming-Platzhirsch hat das vergangene Quartal mit dem schwächsten Wachstum seit Jahren abgeschlossen. Netflix will nun unter anderem dafür sorgen, dass Nutzer mehr Zeit mit seinen Filmen und Serien verbringen. "Wir wollen der Unterhaltungs-Dienst sein, den man haben muss", sagte Co-Chef Ted Sarandos. Der Umsatz legte zwar im Jahresvergleich um 12 % auf 12,9 Mrd. $ zu. Das war allerdings der niedrigste Zuwachs seit drei Jahren. Unter dem Strich wuchs der Gewinn um 44 % auf 3,66 Mrd. $.
Netflix ist nach wie vor die klare Nummer eins im Videostreaming. Doch das Geschäft wächst laut einem jüngsten Eingeständnis von Sarandos nicht so schnell wie erhofft. In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Berichte, dass die Aktivität der Netflix-Zuschauer laut Marktforschern abnimmt. Bei der vergangenen Runde von Preisverleihungen gingen Filme und Serien des Streamingdienstes weitgehend leer aus. Auf Hits wie "Stranger Things" oder "Squid Games" folgten keine Titel, die sich ähnlich im Zeitgeist etablieren konnten.
Vergangene Woche kam dann der Knall: Netflix strich rund 6 % der Arbeitsplätze, etwa 1.000 Mitarbeiter verloren ihre Jobs. Die Umwälzungen reichen bis in die Chefetage. Die langjährige Programmverantwortliche Bela Bajaria, die die Vision umsetzen sollte, dass möglichst alle Zielgruppen überall auf der Welt etwas für sich bei Netflix finden können, musste gehen. Kurz danach traf es auch Filmchef Dan Lin.
MD-Wert Netflix befindet sich gerade im Umbau. Entsprechend bleiben langfristig orientierte Investoren hier zunächst zugeschaltet; (B+).