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Gegenwind bei Evonik-Übernahme

Der Chemiekonzern Evonik stellt sich gegen eine Übernahme durch den Wettbewerber BASF. Ein Schreiben der BASF über deren Interesse an einer Übernahme sei eingehend geprüft und entschieden worden, nicht in Verhandlungen einzutreten, teilte der MDAX-Konzern mit. Gleichwohl sei ein rein informativer und vertraulicher Austausch mit BASF möglich.

BASF betonte in einer Reaktion auf die Ablehnung durch Evonik, dass die gebotenen 24 € je Aktie einer Prämie von 39 % auf den unbeeinflussten Schlusskurs entsprächen. Daher sowie aufgrund umfangreicher Zusagen gegenüber den Beschäftigten und Standorten sei nicht nachvollziehbar, dass der Evonik-Vorstand nicht zu Verhandlungen bereit sei. Die Gesprächsbereitschaft der Essener werde aber zur Kenntnis genommen.

Erst vor wenigen Tagen hatte BASF das Werben um Evonik verstärkt. Ein möglicher Zusammenschluss mit dem Spezialchemiekonzern wäre ein logischer und sinnvoller Schritt zum richtigen Zeitpunkt, sagte BASF-Chef Markus Kamieth im Rahmen der Vorlage von Quartalszahlen. Das gelte nicht nur für BASF, sondern auch für die Chemieindustrie insgesamt, da die Konsolidierung in der Branche in Europa bereits begonnen habe. Die Portfolios und die Stärken beider Unternehmen ergänzten sich sehr gut, argumentierte Kamieth. Gemeinsam könnte so ein viel wettbewerbsfähigerer und deutlich widerstandsfähigerer Global Player entstehen.

Um Bedenken entgegenzutreten, hatte sich BASF-Chef Kamieth erst in der vergangenen Woche in einer Video-Botschaft geäußert. Demnach würde die BASF im Zuge eines Evonik-Kaufs die bestehenden Standortvereinbarungen übernehmen. "Betriebsbedingte Kündigungen blieben bis 2032 ausgeschlossen. Tarifverträge und Sozialpartnerschaft bleiben unangetastet."

Zudem betonte er, dass die Heimatstadt von Evonik, Essen, und Nordrhein-Westfalen als Standort wichtig bleiben würden. "Mit mindestens einem Vorstandsressort und der Leitung von Geschäfts- und Funktionseinheiten. Wir werden prüfen, welche gemeinsamen Aktivitäten wir von Essen aus führen könnten. Wir möchten NRW als Forschungs- und Entwicklungsstandort stärken."

Und: Kamieth stellte auch auf den von Evonik geplanten Verkauf des Chemieparkbetreibers Syneqt mit seinen rund 3.500 Beschäftigten ab. "Wir glauben, dass wir die Parks in Marl und Wesseling selbst auch weiter betreiben könnten."