Der Stahlhändler Klöckner & Co steht kurz vor der Übernahme durch den US-Konzern Worthington Steel. Die Amerikaner bieten 11 € je Aktie für den im SDAX notierten Konzern. Großaktionär Friedhelm Loh, der über die Swoctem GmbH rund 41,5 % der Anteile hält, unterstützt das Angebot und hat sich verpflichtet, seine Beteiligung vollständig anzudienen.Der Unternehmenswert inklusive Schulden wird auf rund 2,4 Mrd. US-Dollar (knapp 2,1 Mrd. Euro) beziffert.
Bereits im Dezember hatte Klöckner Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss bestätigt, was den Aktienkurs damals deutlich beflügelte. Worthington strebt eine Mindestannahmequote von 65 % an und rechnet mit einem Abschluss der Transaktion in der zweiten Jahreshälfte. Klöckner & Co soll auch nach dem Zusammenschluss eigenständig bleiben und seinen Sitz in Düsseldorf behalten. Worthington Steel will als „strategischer Partner“ im Aufsichtsrat vertreten sein. Entlassungen oder Standortschließungen sind nach Angaben der Unternehmen nicht geplant. Nach erfolgreicher Übernahme will Worthington zudem Optionen wie einen Squeeze-out, einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag sowie ein mögliches Delisting prüfen.
Unabhängig davon kündigte Klöckner den geplanten Verkauf der Becker Gruppe an, einer der führenden Multi-Metals-Plattformen im europäischen Flachstahlsektor. Finanzielle Details wurden nicht genannt. Zuletzt lag die Marktkapitalisierung von Klöckner bei rund 854 Mio. €, die von Worthington Steel bei gut 1,9 Mrd. $ (rund 1,6 Mrd. €).
Klöckner & Co wurde 1906 in Duisburg gegründet und beschäftigte zuletzt rund 6.600 Mitarbeiter. 2024 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 6,6 Mrd. € – trotz höherer Absatzmengen etwas weniger als im Vorjahr infolge gesunkener Stahlpreise. Auch das operative Ergebnis ging zurück. Für 2025 erwartet der Konzern ein leichtes Plus bei Absatz und Umsatz sowie einen deutlich höheren operativen Gewinn.