In den USA und einem Großteil Europas läuft die Berichtssaison bereits auf Hochtouren. Hierzulande haben einige Unternehmen zuletzt noch Ergebnisse für das vergangene Geschäftsjahr bekanntgegeben – und dabei auch einen ersten Einblick auf das 1. Quartal gegeben. Der ES hat diese im Ticker-Format zusammengefasst.
ad pepper starker Jahresauftakt; (B+):
Starkes Wachstum in den beiden Segmenten solute und Webgains haben den Umsatz des Online-Werbevermarkters ersten Berechnungen zufolge im 1. Quartal auf 18,7 (5,3) Mio. € mehr als verdreifacht. Der seit Mai 2025 konsolidierte Bereich solute setzte 6 % mehr um und Webgains 12 % mehr. Auf Konzernebene fuhr das Ebitda auf 1,53 Mio. € vor, nach 84 T€ im Vergleichszeitraum (Bericht: 22. Mai). Angesichts des starken Jahresauftakts geht das Unternehmen von einem Gesamtjahres-Ebitda in einer Bandbreite zwischen 6,5 und 7,5 (vorläufig 2025: 7,2) Mio. € aus (GB: 30. April).
Einhell schüttet mehr aus; (A–):
Den vollständigen Geschäftsbericht für das vergangene Jahr veröffentlicht der Hersteller von Produkten für Heimwerker und die Gartenarbeit am 30. April (nach Redaktionsschluss), erste Ergebnisse hatte das Unternehmen jedoch bereits bekannt gegeben (vgl. ES 10/26). Nun hat das Management einen Dividendenvorschlag veröffentlicht. Der HV am 3. Juli sollen 1,90
(1,50) € je Vz.- und 1,88 (1,48) € je St.-Aktie vorgeschlagen werden. In den ersten 3 Monaten stieg der Umsatz vorläufigen Zahlen zufolge um 2,7 % auf 310,9 Mio. €. Der Quartalsbericht ist derweil für den 13. Mai angekündigt.
flatexDEGIRO meldet Rekord; (B+):
Der Onlinebroker steigerte zwischen Januar und März den Umsatz auf 173,6 (146,3) Mio. €. Umsatztreiber waren sowohl steigende Provisionserträge aus dem Brokerage als auch höhere Zinserträge, die trotz des niedrigeren Marktzinsumfelds angestiegen sind. Zugleich entwickelte sich die operative Kostenbasis trotz erheblich gesteigerter Marketingaufwendungen nur unterproportional zum Umsatzwachstum. Das Ebitda stieg in den ersten 3 Monaten von 69,2 Mio. € im Vorjahr auf 87,2 Mio. €. Unterm Strich stand mit 53,7 (42,0) Mio. € ein Rekordgewinn in den Büchern. Das Unternehmen erzielte damit erstmals in der Unternehmensgeschichte ein Quartals-Konzernergebnis von über 50 Mio. €.
11880 erwartet Rückgang; (B):
Das Software- und Internetunternehmen hat in 2025 das unsichere Marktumfeld zu spüren bekommen und mit 54,2 (55,6) Mio. € weniger umgesetzt. Das Ebitda legte mit 4,1 (3,9) Mio. € indes etwas zu, während nach Steuern mit 0,8 (0,4) Mio. € ebenfalls mehr in den Büchern stand. Im 1. Quartal 2026 hielt sich der Umsatz mit 13,1 (13,8) Mio. € halbwegs stabil. Das Ebitda fuhr auf 0,8 (0,3) Mio. € vor. Nach Steuern konnte der Verlust auf –0,3 (–0,8) Mio. € reduziert werden. Für das laufende Jahr stehen Erlöse zwischen 50,0 und 54,0 Mio. € sowie ein Ebitda in der Bandbreite von 2,6 bis 3,2 Mio. € auf dem Plan.
Intershop senkt Kosten; (B):
Der E-Commerce-Dienstleister musste in den ersten 3 Monaten des laufenden Jahres einen Erlöserückgang auf 7,9 (9,1) Mio. € hinnehmen. Umgesetzte Kostensenkungsmaßnahmen sorgten indes für einen Ebit-Anstieg auf 101 (73) T€. Der Periodenfehlbetrag reduzierte sich auf –18 (–68) T€. Für 2026 erwartet der Vorstand einen prozentual leichten Rückgang der Erlöse, nach 33,3 Mio. € in 2025. Das Ebit soll ausgeglichen sein. Hier sah das Unternehmen im vergangenen Jahr noch mit –2,8 Mio. € rot.
Dt. Rohstoff optimistisch; (B+):
Im Geschäftsjahr 2025 setzte der Öl- und Gaskonzern mit 195,1 (235,4) Mio. € weniger um und das Ebitda sank auf 132,0 (167,6) Mio. €. Nach Minderheiten gab das Konzernergebnis auf 28,9 (50,2) Mio. € nach. Der HV am 23. Juni soll dennoch eine auf 2,25 (2,00) € je Aktie angehobene Dividende vorgeschlagen werden. Zudem ist ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 7,5 Mio. € angekündigt. Für 2026 stellt der Vorstand Erlöse von 260 bis 280 Mio. € und ein Ebitda in der Bandbreite von 290 bis 310 Mio. € in Aussicht. Bei höheren Öl- und Gaspreisen könnte auch ein Umsatz von 290 bis 310 Mio. € sowie ein Ebitda zwischen 320 und 340 Mio. € erreicht werden. Für 2027 stehen Erlöse von 280 bis 300 (bestenfalls: 310–330) Mio. € sowie ein Ebitda von 210 bis 230 (bei höheren Preisen: 230–250) Mio. € auf dem Kurszettel. Grund sind neben einer Ausweitung des Bohrprogramms der US-Tochter auch die Teilveräußerung der Beteiligung an Almonty Industries.
Stabilus über Markterwartungen; (B+):
Zwar sank der Umsatz des Industrie- und Autozulieferers im 2. Quartal (per Ende März) auf 304,9 (338,0) Mio. €, damit lag das Unternehmen dennoch über den Analystenerwartungen. Auch das bereinigte Ebit fiel mit 34,1 (37,7) Mio. € besser aus als erwartet (Bericht: 4. Mai). Die Ziele für das Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende September) wurden nochmals bestätigt (vgl. ES 50/25).
NAGA Group erwirtschaftet erstmals Gewinn; (B–):
In den ersten 3 Monaten setzte das Fintech-Unternehmen mit 14,4 (16,4) Mio. € zwar weniger um, die optimierte Kostenstruktur und Effizienzsteigerungen sorgten jedoch für einen Ebitda-Anstieg auf 2,3 (1,0) Mio. €. Unterm Strich wurden mit einem Gewinn in Höhe von 0,5 Mio. € erstmals in der Unternehmensgeschichte schwarze Zahlen geschrieben. Im Vorjahr sah die NAGA Group mit –1,7 Mio. € noch rot. Nach dem positiven Jahresauftakt hat das Management die Prognose für das Gesamtjahr nochmals bekräftigt (vgl. ES 8/26).
Hamborner Reit bestätigt Ziele; (B):
Das Immobilienunternehmen hat die Ergebnisse für das vergangene Jahr vorgestellt. Die Erlöse aus Mieten und Pachten gingen in 2025 auf 90,3 (93,0) Mio. € zurück. Der Rückgang ist insbesondere auf die im 1. Halbjahr 2025 erfolgten Abgänge von Bestandsimmobilien zurückzuführen. Beeinflusst durch die Mietrückgänge sowie erhöhte Kostenbelastungen reduzierten sich die Funds from Operations (FFO) gegenüber dem Vorjahr um 5,7 % auf 48,6 Mio. €. Unterm Strich stand ein Nettogewinn in Höhe von 12,5 (16,3) Mio. € in den Büchern. Die Ziele für das laufende Jahr hat der Konzern nochmals bestätigt (vgl. ES 9/26).
The Platform Group Zukäufe schieben an; (B):
Übernahmen und eine Erweiterung der Partnerzahl haben dem Plattformbetreiber im vergangenen Jahr starkes Wachstum beschert. Das Bruttowarenvolumen (GMV) fuhr von 903,2 Mio. auf 1,30 Mrd. € vor. Der Umsatz sprang um 38,8 % auf 728,1 Mio. € an. Aufgrund der positiven Ertragsentwicklung sowie des umgesetzten Kosten- und Effizienzprogramms verzeichnete TPG einen überproportionalen Anstieg des bereinigten Ebitda auf 55,0 (33,3)
Mio. €. Der Nettogewinn schwoll um 42,1 % auf 46,5 Mio. € an. Für 2026 steht ein GMV von 1,7 Mrd. €, ein Umsatz von 1,0 Mrd. € und ein bereinigtes Ebitda zwischen 70 und 80 Mio. € auf dem Kurszettel.