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US-Börsen geben Aufwind

DAX-Bullen machen sich bereits

Der Wirtschaftsaufschwung in den USA flaut ab, und die Börsen ziehen an – das ist zunächst einmal paradox, sondern einfach erklärt. Aufgrund der globalen Lieferengpässe stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 3. Quartal aufs Jahr hochgerechnet "nur" um 2,0 %. Von April bis Juni waren es noch 6,7 %. Damit ist die Wirtschaft der Vereinigten Staaten so langsam gewachsen wie seit über einem Jahr nicht mehr. 

Apple ist im vergangenen Quartal von der globalen Chip-Knappheit eingeholt worden. Trotz deutlicher Zuwächse verfehlte der iPhone-Konzern noch optimistischere Prognosen. Die Engpässe in der Lieferkette und Corona-Ausfälle in der Produktion hätten das Geschäft um rund 6 Mrd. $ gedrückt, sagte Konzernchef Tim Cook dem Sender CNBC. Die Aktie sank im nachbörslichen Handel. 
Apple steigerte den Quartalsumsatz im Jahresvergleich trotz des Gegenwinds immer noch um 29 % auf rund 83,4 Mrd. $. Beim iPhone-Umsatz gab es zwar einen Sprung um 47 % auf 38,9 Mrd. $. Doch am Markt war ein noch deutlich besserer Wert von 41,6 Mrd. $ erwartet worden. Zugleich konnte Apple in allen Produktsparten zulegen. Der Konzerngewinn im Ende September abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal stieg um 62 % auf 20,5 Mrd. $.

Die VW-Aktien verloren dagegen 4,5 %. Die Wolfsburger zeigten sich wegen Lieferengpässen zurückhaltend zu den Auslieferungszahlen und zum Umsatz 2021.

Linde verlor trotz eines erneut erhöhten Gewinnziels für 2021 1,1 %. Die Papiere des Gasproduzenten waren am Vortag auf ein Rekordhoch geklettert.

Größter Verlierer im Leitindex waren Dt. Wohnen. Das Unternehmen verlässt nun den DAX wegen der Übernahme durch Vonovia . Für Dt. Wohnen kehren die Beiersdorf-Aktien zurück in den DAX.

Die Papiere des Bausoftware-Herstellers Nemetschek sackten zunächst ab. Hier nahmen Anleger erst einmal Gewinne nach der jüngsten Kursrally mit. 

Amazon äußerte sich pessimistisch zum Weihnachtsgeschäft. Wegen zunehmender Kosten lande man im 4. Quartal im schlimmsten Fall operativ an der Gewinnschwelle, im besten Fall gebe es einen Betriebsgewinn von 3 Mrd. $. Angesichts des Arbeitskräfte-Mangels hat Amazon Löhne und Boni angehoben, um die Logistikzentren am Laufen zu halten. Hinzu kommen Lieferprobleme weltweit, denen der US-Konzern mit neuen Containern, mehr Partnern und hohen Investitionen begegnet. Nachbölrslich rutschten die Amazon-Aktien um vier Prozent ab.

 

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