Pfeiffer Vacuum Technology AG

Der Vorstand der Pfeiffer Vacuum Technology AG hat die Prognose für das Geschäftsjahr 2019 veröffentlicht. Auch im zweiten Quartal des laufenden Jahres zeigte sich eine verhaltene Auftragslage. Deshalb sei eine Erholung in der zweiten Jahreshälfte ungewiss, wenn auch möglich. Auf dieser Basis erwartet das Management nun einen Umsatz in der Bandbreite von 640 bis 680 Mio. Euro. Dabei gehen die Verantwortlichen von einer EBIT-Marge im Bereich 12 bis 15 Prozent aus. Trotzdem ist der Vorstand überzeugt, dass die Wachstumstreiber für das Geschäft von Pfeiffer Vacuum unverändert intakt sind. Angesichts dessen bekräftigt der Vorstand die mittelfristigen Ziele des Unternehmens. Diese sehen ein weiteres Umsatzwachstum und eine EBIT-Marge von über 20 Prozent vor.(ES - 23.5.2019 - 8:00 Uhr)

c

Aurubis AG

Die Aurubis AG hat heute einen Kaufvertrag mit der Metallo Holdings 3 B.V. abgeschlossen. Gegenstand des Kaufvertrags ist der100-prozentige Erwerb der belgisch-spanischen Metallo-Gruppe. Metallo Holdings gehört Fonds, die durch TowerBrook Capital Partners, einer führenden transatlantischen Investmentfirma, verwaltet werden. Der Kaufpreis für den Erwerb beläuft sich auf 380 Mio. Euro und wird nicht durch die Ausgabe neuer Aktien finanziert. Metallo ist ein auf die Rückgewinnung von Nichteisenmetallen spezialisiertes Recycling- und Raffinationsunternehmen. Mit seinen rund 530 Mitarbeitern erwirtschaftete das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatz von 985 Mio. Euro. Damit setzt Aurubis die Strategie im Bereich Recycling weiter fort. Allerdings steht der Vollzug der Transaktion noch unter dem Vorbehalt der Kartellbehörden. Derzeit rechnet das Management mit einer Freigabe bis zum Jahresende.(ES - 22.05.2019 - 14:00 Uhr)

c

DATAGROUP SE

In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2018/19 steigerte die DATAGROUP SE den Umsatz auf vergleichbarer Basis um 7,2 Prozent auf 143,1 Mio. Euro. Inklusive der Effekte aus IFRS 15 und IFRS 16 belief sich der Umsatzausweis auf 138,7 Mio. Euro. Der Anteil der Dienstleistungsumsätze erhöhte sich in der ersten Geschäftsjahreshälfte auf 83,2 Prozent. Beim bereinigten EBITDA verzeichnete die Gesellschaft einen Anstieg um 10,5 Prozent auf 17,2 Mio. Euro. Auch das EBIT verbesserte sich um 18,1 Prozent auf 10,2 Mio. Euro. Das Periodenergebnis stieg von 5,0 auf 6,3 Mio. Euro, so dass auch das Ergebnis je Aktie von 0,60 Euro auf 0,75 Euro zulegte. Angesichts der Entwicklung im ersten Halbjahr und der Übernahmen von UBL passt das Unternehmen die Prognose für das Gesamtjahr nach oben an. Der Vorstand rechnet nun mit einem Umsatz von mindestens 300 Mio. Euro und einem EBITDA oberhalb von 38,5 Mio. Euro. Inklusive der Effekte aus IFRS 15 und IFRS 16 sieht der Vorstand einen Umsatz von mindestens 295 Mio. Euro und ein EBITDA von mehr als 45 Mio. Euro.(ES - 21.5.2019 - 7:50 Uhr)

c

Thema der Woche

Ausgabe_21_2019 | 22.05.2019

Der Nächste, bitte!

Kapitalmusterverfahren gegen Daimler eingeleitet

Der Online-Inhalt des Effecten-Spiegel ist kostenpflichtig. Sie können die gesamte Ausgabe beziehen und sofort freischalten.
2,70 €
inkl. 19%MwSt

Aktuelle Chartanalyse

Redaktionelles

Dieselgate-Anlegerklagen

Wie der ES in seiner Ausgabe 43/2015 berichtete, hatte die Tübinger Anwaltskanzlei TILP Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP Litigation) im Oktober 2015 die erste Anlegerklage gegen VW eingereicht. Inzwischen sind auch zahlreiche Verfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE anhängig, die in Kooperation zwischen der TILP Litigation und der Kanzlei BROICH geführt werden und in denen auch die Effecten-Spiegel AG als Klägerin auftritt. Sie ist hier jeweils in einer ganzen Gruppe von internationalen institutionellen Klägern, die allesamt von Prozessfinanzierern freigestellt sind.

In den gegen die Porsche SE eingeleiteten Prozessen geht es zum einen um die gescheiterte Übernahme der Volkswagen AG durch die Porsche SE im Jahr 2008 (Kapitalanlegermusterverfahren vor dem OLG Celle), zum anderen um den Komplex Ab-gasmanipulationen (LG Stuttgart). Im letztgenannten Verfahren (Az.: 22 O 348/16) hat das LG Stuttgart am 28. Mai 2018 eine sog. Terminsverfügung erlassen, in der das Gericht umfangreich zu seiner vorläufigen Einschätzung der Sach- und Rechtslage ausführt:

Bislang war das LG Stuttgart noch der Auffassung, der Zeitraum, in dem die Porsche SE den Kapitalmarkt pflichtwidrig nicht über die Abgasmanipulationen und die damit zusammenhängenden Risiken für den Konzern informiert hat, beginne frühestens im Mai 2014. Nun aber dehnt das LG Stuttgart diesen Zeitraum weit nach vorne aus und hält eine pflichtwidrige Desinformation des Marktes ab November 2010 für möglich. Eine „den Kapitalmarkt täuschende Information“ könne nach Auffassung des LG nämlich bereits darin gesehen werden, dass die Volkswagen AG im Rahmen ihres Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2009 angab, dass ihre „CleanDiesel“-Motoren die Euro-6-Abgasnorm erfüllten, obwohl die Prüfzykluswerte bereits durch die Verwendung der Abschalteinrichtungen dieser Motoren verfälscht worden waren. Die Porsche SE hatte diesen Geschäftsbericht der Volkswagen AG in ihrem Konzernlagebericht 2009/2010 uneingeschränkt übernommen. Nach Auffassung des LG haftet sie daher ggf. wegen „sittenwidriger Schädigung der Kapitalanleger“ ab Veröffentlichung ihres Konzernabschlusses im Bundesanzeiger am 11. November 2010. „Diese deutliche Ausweitung des möglichen Haftungszeitraumes ist nicht nur für die betroffenen Porsche-Anleger eine sehr erfreuliche Entwicklung“, kommentiert Rechtsanwalt Andreas W. Tilp, sondern natürlich auch für die geschädigten VW-Anleger. Ihnen müsste auf dieser Grundlage erst recht Schadensersatz wegen
sittenwidriger Schädigung zugesprochen werden. „Derartige deliktische Ansprüche verjähren erst zum 31.12.2018“, so Tilp
weiter.

Gleichzeitig hat das Gericht zur weiteren Aufklärung der Abgasaffäre in seiner Verfügung das Programm für eine umfangreiche Beweisaufnahme ab dem 12. September 2018 bekannt gegeben:

Über 14 Termintage sollen (zunächst) 28 hochkarätige Zeugen vernommen werden. Darunter sind der vormalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Rupert Stadler, der Geschäftsführer des Zulieferers Bosch, Volkmar Denner, sowie die in Untersuchungshaft befindlichen Manager Wolfgang Hatz und Jörg Kerner. Darüber hinaus beabsichtigt das LG Stuttgart, den vormaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und dessen damaligen parlamentarischen Staatssekretär und heutigen Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, als Zeugen zu hören. Eine entsprechende Aussagegenehmigung hat das LG beim Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble beantragt. Eine Vernehmung der „Auslandszeugen“ Michael Horn, James Liang und Oliver Schmidt hält das LG ebenfalls für geboten und kündigte daher ein Rechtshilfeersuchen gegenüber den US-Behörden an. 

Das LG Stuttgart beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Ladung der Zeugen, sondern fordert von einigen, konkrete Schlüsseldokumente zum Beweistermin vorzulegen. So soll z.B. Bosch-Geschäftsführer Volkmar Denner ein Schreiben von Anfang Juni 2008 mitbringen, mit dem Bosch von Volkswagen die Freistellung von jeglicher Haftung gegenüber Dritten bei der Verwendung der illegalen Abschalteinrichtungen verlangt haben soll. 

„Die bisherige akribische Arbeit des Richters Dr. Reuschle wird von ihm konsequent fortgesetzt. Bosch, VW und der Porsche SE wird es nicht gelingen, die Wahrheit weiterhin zu leugnen“, so das Fazit der Anwälte. 

Im Übrigen erwartet die TILP Litigation eine entsprechende Verfügung auch in dem von ihr geführten Klageverfahren für die Effecten-Spiegel AG (Az.: 22 O 343/16).

b

Thema der Woche