Im Iran-Krieg zeichnet sich weiterhin keine Lösung ab. Die Marktteilnehmer hängen entsprechend weiterhin im luftleeren Raum. In der anstehenden Berichtswoche melden sich die Notenbanken zu Wort, doch auch von dieser Seite dürften die Impulse für die Anleger begrenzt sein. In dieser Gemengelage erweisen sich wieder einmal Tech-Aktien als Outperformer.
Die Hängepartie in der Nahost-Krise ist auch in der vergangenen Berichtswoche weitergegangen. Zuletzt kursierten Berichte, wonach der Iran den USA ein neues Angebot für die Öffnung der unter anderem für den globalen Öltransport wichtigen Meeresstraße von Hormus vorgeschlagen haben soll. In dieser Berichtswoche stehen nun die Notenbank-Sitzungen an. Angesichts des Iran-Krieges ist die Zinssenkungsfantasie am Aktienmarkt aber komplett verpufft. Experten erwarten, dass die Fed den Leitzins auf ihrer anstehenden Sitzung in der Spanne von 3,50 bis 3,75 % halten wird. Klare Signale über ihre zukünftigen Schritte werden ebenfalls nicht erwartet. Schließlich ist dies die letzte Sitzung unter Fed-Chef Jerome Powell.
Dagegen dürfte sich die EZB einen Tag später auf ihrer Sitzung etwas mehr in die Karten schauen lassen. Die Inflation ist inzwischen deutlich über das EZB-Ziel von 2 % hinausgeschossen. Zwar sollte sich die EZB-Chefin Christine Lagarde noch zurückhalten, aber ab Juni rechnen die ersten Analysten mit einer Zinserhöhung. Damit wollen die Zentralbanker verhindern, dass ein durch den Krieg ausgelöster Energieschock die Wirtschaft der Eurozone aus dem Gleichgewicht bringt.
Zwar bremst der Iran-Krieg den Großteil der defensiven Aktien kräftig aus, allerdings konnten die Quartalszahlen einiger Unternehmen für wahre Glanzpunkte an der Börse sorgen. Insbesondere Konzerne aus der Technologiebranche lieferten starke Zahlen ab, was auf eine gewisse Resilienz dieser Unternehmen hindeutet. Auch in dieser Berichtswoche öffnen in Übersee mit Alphabet, Meta, Amazon, Microsoft sowie im Inland mit Adidas, Mercedes-Benz und Dt. Bank echte Schwergewichte ihre Bücher.
Anleger nutzen die Ausreißer der Bilanzsaison.