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Börsenbericht – DAX erholt sich wieder etwas

Europas Börsen erholen sich bis Montagmittag von den Tagestiefs, verbleiben aber im tiefroten Bereich. Vor dem Hintergrund der anhaltenden beiderseitigen militärischen Gewalt im Iran-Krieg schossen die Ölpreise phasenweise um bis zu 30 % nach oben. Der zuvor bereits stark gestiegene Preis der Nordseesorte Brent erreichte in der Spitze knapp 120 Dollar. Aktuell "beruhigt" sich die Lage zumindest etwas, der Preis liegt bei etwa 103 Dollar, was aber immer noch ein Plus von 11,2 % bedeutet.

"Das ist eine neue Eskalationsstufe", sagte Jens Klatt, Analyst beim Broker XTB. “Aber ich gehe davon aus, dass wir heute Nacht die Hochs in Öl gesehen haben, auch wenn es in den nächsten Wochen extrem schwankungsintensiv bleiben wird.” Dennoch sorgten sich Anleger über eine steigende Inflation und eine Abkühlung der Konjunktur, sollte der Ölpreis über einen längeren Zeitraum auf dem hohen Niveau verharren.

Die haussierenden Energiepreise, aber auch Sorgen vor Störungen der Lieferketten schüren Stagflationsängste, den Zentralbanken wären in einem solchen Szenario weitgehend die Hände gebunden. An den Märkten werden entsprechend Zinssenkungserwartungen zunehmend ausgepreist. Laut Medienberichten wollen die Finanzminister der G7-Staaten zusammenkommen, um über eine Freigabe der strategischen Ölreserven zu sprechen.

Derweil wurde Mojtaba Khamenei wurde zum Nachfolger seines getöteten Vaters Ali Khamenei als neuer Oberster Führer des Iran ernannt. Das deutet auf eine Fortsetzung der Politik der Hardliner hin und könnte auf einen längeren Krieg hindeuten. Zugleich gibt es seitens der USA keinerlei Anzeichen für eine Einlenken. US-Präsident Donald Trump will offenbar eine "bedingungslose Kapitulation" des Iran und schloss auch einen möglichen Einsatz von US-Bodentruppen nicht aus. Den explodierenden Ölpreis stuft er derweil als "kleinen Preis ein, den es zu zahlen gilt".

Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg spielen in dem Umfeld keine Rolle. Nach Einschätzung von Berenberg können die Regierungsparteien in Berlin mit dem Wahlausgang gut leben. 

Die Aktien von Luftfahrtgesellschaften werden im Handel als die Hauptverlierer des eskalierenden Krieges im Nahen Osten gesehen. Diese würden gleich von zwei Seiten in die Zange genommen: einerseits durch die erheblichen Einschränkungen des Flugverkehrs und andererseits durch den historisch rapiden Ölpreisanstieg.

Im DAX zeigen sich GEA mit einem Minus von 0,7 Prozent, nach der Vorlage endgültiger Geschäftszahlen. Die Zahlen enthielten nichts Überraschendes, das gelte auch für den Ausblick, heißt es. Die Aktionäre sollen für 2025 eine um 15 Cent höhere Dividende von 1,30 € je Aktie bekommen.

In einer sehr schwierigen Zeit für die Börsen, fällt das Debüt von Gabler überzeugend aus. Die Aktie des U-Boot-Zulieferers geht aktuell bei 45,10 € um und notiert damit über dem Emissionspreis von 44 €. Rüstung sei wohl eine der wenigen Branchen, die in dem aktuellen Umfeld bei den Investoren auf Interesse stießen, heißt es im Handel. Rheinmetall sowie Leonardo legten zu.