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Börsenbericht – Belastungen bleiben

Zur Wochenmitte war der DAX wieder leicht unter die runde Marke bei 24.000 Punkten gerutscht – hielt sich aber weiterhin in Sichtweite. wie erwartet hat die US-Notenbank Fed ihren Leitzins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 % belassen. Auch die Europäische Zentralbank dürfte den Leitzins heute unverändert bei 2 % belassen. Hier rechnen Experten mit einer ersten Zinserhöhung im Juni. Derweil bleiben die steigenden Ölpreise das beherrschende Thema an den Börsen, neben der laufenden Berichtssaison. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kletterte zwischenzeitig auf über 120 $. Damit stiegen erneut die Inflations- und Konjunktursorgen. Experten verwiesen auch auf Sorgen, dass die Straße von Hormuz möglicherweise nicht zeitnah wieder öffnen könnte. US-Präsident Donald Trump erwägt nach Angaben aus Regierungskreisen wegen der festgefahrenen Verhandlungen mit dem Iran eine monatelange Blockade iranischer Häfen. Der Dow Jones hatte sich zur Wochenmitte mit einem Minus von 0,6 % bei 48.861 Zählern aus dem Handel verabschiedet. Der S&P 500 notierte kaum verändert bei 7.135 Zählern und auch die Technologiebörse Nasdaq stagnierte bei 24.673 Stellen. Nach Börsenschluss öffneten dann noch die Tech-Riesen Alphabet, Microsoft und Amazon ihre Bücher. Die Ergebnisse der Unternehmen konnten zwar überzeugen, die Zweifel, ob sich die horrenden KI-Investitionen auszahlen, bleiben jedoch. 

Der Industrierecycler Befesa hat zum Jahresstart trotz eines Umsatzrückgangs und erschwerter Rahmenbedingungen mehr verdient als im Vorjahr. Das Management erwartet für das Gesamtjahr nun einen Gewinnanstieg. So soll das bereinigte Ebitda in 2026 um mindestens 3 bis 11 % auf 250 bis 270 Mio. € anwachsen. Dabei geht Befesa von einer Erholung im Geschäft mit Sekundäraluminium, steigenden Volumina in den USA und nur einem moderaten Anstieg der Zinkschmelzlöhne aus. Das 1. Quartal sei derweil von Schwankungen geprägt gewesen, hieß es. Befesa setzte wegen des schwächeren Aluminiumgeschäfts mit rund 285,2 Mio. € 8 % weniger um als im Vorjahr. Das Unternehmen profitierte aber zugleich von niedrigeren operativen Kosten, höheren Zinkpreisen und einer starken Entwicklung im US-Geschäft. Das operative Ergebnis stieg dadurch um 4 % auf 57,9 Mio. €. Unter dem Strich kletterte der Gewinn um gut 11 % auf 20,7 Mio. €.

Der Essenslieferdienst Delivery Hero ist mit Zuwächsen ins neue Jahr gestartet. Der Bruttowarenwert (GMV) erhöhte sich zu konstanten Wechselkursen um 7,6 % auf rund 12,5 Mrd. €. Der bereinigte Gesamtumsatz aller Segmente kletterte auf vergleichbarer Basis um 17 % auf 3,7 Mrd. €. 

Puma ist, unterstützt durch den Abbau von Vorräten, solide ins neue Geschäftsjahr gestartet und hat die Ziele für das laufende Jahr bestätigt. In den ersten 3 Monaten gab der Umsatz währungsbereinigt um 1 % nach, das Ebit stieg aufgrund geringerer operativer Aufwendungen indes um 19,6 % auf 51,9 Mio. €. Für 2026 erwartet der Sportartikelhersteller einen währungsbereinigten Erlöserückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen %-Bereich. Das laufende Jahr ist für Puma allerdings auch ein Übergangsjahr.

Googles Mutterkonzern Alphabet hat im vergangenen Quartal die Markterwartungen übertroffen. Der Umsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 % auf rund 110 Mrd. $. Unter dem Strich stieg der Quartalsgewinn auf 62,6 (34,5) Mrd. $. CEO Sundar Pichai betonte, dass es im Autaktquartal einen Rekordwert bei Suchanfragen gegeben habe. In den vergangenen Jahren wurde viel spekuliert, ob neue Rivalen, die mit Hilfe Künstlicher Intelligenz auf Anfragen eher Antworten statt Links liefern wollen, Googles führender Suchmaschine das Leben schwer machen könnten. Doch auch der Internet-Riese integrierte KI-Funktionen in seine Suchmaschine – und teilte mit, dass sie dadurch mehr genutzt wird. 

Der Handels- und Technologiekonzern Amazon hat zum Jahresauftakt in seiner Cloud-Sparte AWS die höchste Wachstumsrate seit 2022 verzeichnet. Der Umsatz des Geschäftsbereichs legte in den ersten 3 Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 28 % auf knapp 38 Mrd. $ zu. Konzernweit kletterten die Erlöse um 17 % auf 181,5 Mrd. $. Zudem übertraf auch die Umsatzprognose für das 2. Quartal die Markterwartungen. Wegen hoher Investitionen in den Ausbau des Geschäfts mit der Cloud und Produkten rund um die Künstliche Intelligenz (KI) ging allerdings der Zufluss an Zahlungsmitteln (Cashflow) deutlich zurück.

Microsoft profitiert weiter von einer hohen Nachfrage nach Produkten rund um Künstliche Intelligenz (KI) und Cloud-Dienste. Der Umsatz kletterte im 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2025/26 um 18 % auf 83 Mrd. $. Bereinigt um die Effekte des schwachen Dollar habe das Wachstum bei 15 % gelegen. Beim operativen Ergebnis verzeichnete Microsoft einen Anstieg um ein Fünftel auf 38 Mrd. $. Umsatz und Ergebnis fielen besser aus, als Experten erwartet hatten. 

Der Kurs von Kion hat zwischenzeitig positiv auf die Quartalszahlen des Konzerns reagiert. Händler und Analysten lobten den Auftragseingang von Kion, der besser als erwartet sei. Während der Ordereingang auf 2,99 (2,71) Mrd. € zulegte, hielt sich der Umsatz mit 2,77 (2,79) Mrd. € halbwegs stabil. Das bereinigte Ebit legte indes auf 205,2 (195,5) Mio. € zu.