boerse-welt.jpg
@GettyImages

Börsenbericht – Berichtssaison geht los

An den Märkten bleibt auch weiterhin die Lage im Nahen Osten das beherrschende Thema. Für zusätzliche Impulse dürfte die beginnende US-Berichtssaison sorgen, für die die Großbanken in dieser Woche den Startschuss geben. Der DAX konnte sich zuletzt immerhin oberhalb der runden Marke bei 25.000 Punkten behaupten. Für Spannungen sorgten erneute Angriffe zwischen den USA und dem Iran um die Kontrolle über die Straße von Hormus. Die im Zuge dessen wieder steigenden Ölpreise schürten die Inflationssorgen. Seit der erneuten Eskalation in dieser Woche sind die Ölpreise im Schnitt um 12 % gestiegen. Die jüngst veröffentlichten Verbraucherpreise der USA stützten die Leitindizes der Wall Street. Die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank Fed den Leitzins auf der nächsten Sitzung unverändert lässt, sind erneut gestiegen. Allerdings hatte Fed-Chef Kevin Warsh nochmals darauf hingewiesen, dass eine höhere Inflation nicht toleriert werde. Der Dow Jones beendete den gestrigen Handel mit einem minimalen Plus auf 52.508 Punkte. Der S&P 500 legte um 0,4 % und die Technologiebörse Nasdaq schloss 1,1 % fester. 

Der Technologiekonzern Kontron hat einen Auftrag für Dienstleistungen von einem europäischen Bahnbetreiber in einem Volumen von knapp 100 Mio. € erhalten. "Dieser Vertrag umfasst die jährliche Beauftragung von Wartungs- und Sicherheitsleistungen bis Ende 2035 mit der Option der Verlängerung bis 2040", teilte das im SDAX-Unternehmen mit, ohne konkretere Angaben zum Kunden zu machen.

Friedrich Vorwerk hat als Teil einer Arbeitsgemeinschaft einen Großauftrag für die Wasserstoffleitung "H2Coastlink 1" erhalten. Der Auftragswert liegt im zweistelligen Mio.-€-Bereich und die Arbeiten sollen noch diesen Sommer beginnen und die Übergabe sei für den Herbst 2027 vorgesehen. Kernstück der neuen Trasse zwischen Emden und Leer sei eine rund 24 Kilometer lange Wasserstoffhochdruckleitung, wie es weiter von dem Unternehmen heißt. Die H2Coastlink-1-Leitung soll den Elektrolyseur in Emden mit dem Wasserstoff-Kernnetz verbinden. 

Beim IT-Dienstleister Nagarro hat die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin Fehler im Abschlussbericht 2022 festgestellt. Die Aufsicht habe dem Konzern am 10. Juni die Fehlerhaftigkeit im Rahmen einer stichprobenartigen Bilanzkontrolle mitgeteilt. Demnach seien der Konzernabschluss sowie der Lagebericht betroffen. Im Wesentlichen gehe es um die Aufzeichnung, Erfassung und geografische Aufschlüsselung von Umsatzerlösen sowie die erstmalige bilanzielle Erfassung von Unternehmenserwerben. Hinzu kämen die Beschreibung des Geschäftsmodells und die Risikoberichterstattung im Lagebericht. Nagarro hat indes Widerspruch eingelegt – ein Antrag auf aufschiebende Wirkung scheiterte zuletzt. 

Die jüngsten Studienergebnisse zum experimentellen Alzheimer-Medikament von Biogen setzten die Aktien unter Druck. Das Mittel mit dem Namen Diranersen habe das Hauptziel einer Studie im mittleren Stadium verfehlt, teilte Biogen mit. In der Studie sollte nachgewiesen werden, dass höhere Dosen für Patienten im Frühstadium der Krankheit von größerem Nutzen sind. Tatsächlich zeigte jedoch die niedrigste Dosis die größte Wirkung. Allerdings ist die Studie die erste, die zeigt, dass eine Senkung des Spiegels des sogenannten Tau-Proteins das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit verlangsamen kann. Die Nebenwirkungen wurden als leicht bis mittelschwer eingestuft. Fälle von Hirnschwellungen, die bei anderen Alzheimer-Medikamenten auftraten, wurden nicht beobachtet. Biogen plant nun eine zulassungsrelevante Studie im Spätstadium. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte Diranersen 2025 ein beschleunigtes Zulassungsverfahren zugebilligt.

Der Zahlungsabwickler Stripe und der Finanzinvestor Advent International wollen Insidern zufolge PayPal übernehmen. Die beiden Unternehmen hätten Anfang des Monats ein gemeinsames Angebot von 60,50 $ je Aktie vorgelegt, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Offerte sei durch Finanzierungszusagen von Banken über etwa 50 Mrd. $ abgesichert, sagten die Insider. Stripe und Advent planten einen gemeinsamen Besitz zu gleichen Teilen. Eine erste Kontaktaufnahme habe es bereits Anfang April gegeben. Bislang hätten die Bieter jedoch keine Antwort von PayPal erhalten. Sie strebten Gespräche mit PayPal in den nächsten Wochen an.