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Börsenbericht – Berichtssaison im Fokus

Während die Unsicherheiten im USA-Iran-Konflikt weiter anhalten richten Anleger zur Wochenmitte ihre Aufmerksamkeit auf die laufende Berichtssaison in den USA und Deutschland. Zudem steht der nächste Zinsentscheid der US-Notenbank Fed für heute auf dem Plan. Im gestrigen Handel war der DAX zeitweise unter die wichtige Marke bei 24.000 Punkten abgetaucht, konnte sie aber letztlich verteidigen. Derweil bleiben die Ölpreise weiterhin hoch – ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zeitweise über 110 $. Neben der Berichten einiger DAX-Konzerne dürften auch die Inflationsdaten des Statistischen Bundesamts für den April für Impulse sorgen. Analysten rechnen damit, dass die Teuerungsrate erstmals seit 2023 wieder die Marke von 3 % überschritten haben könnte. Heute Abend gibt die US-Notenbank Fed ihre nächste Zinsentscheidung bekannt. Es wird erwartet, dass die Währungshüter den Leitzins in der aktuellen Spanne zwischen 3,50 und 3,75 % halten dürften. Es ist zudem die letzte Zinssitzung des scheidenden Fed-Chefs Jerome Powell. Nachfolger soll Trump Wunschkandidat Kevin Warsh werden. Nach Börsenschluss stehen zudem die Quartalsberichte der Tech-Schwergewichte Amazon, Meta, Alphabet und Microsoft auf der Agenda, Donnerstag folgt dann noch Apple. An der Wall Street gerieten einmal mehr Aktien aus dem Bereich Künstliche Intelligenz unter Druck. Die Technologiebörse Nasdaq verlor 1,0 % – Grund für die Kursrückgänge war ein Medienbericht über OpenAI. Der Dow Jones konnte den Verlust mit 0,05 % immerhin gering halten. Der S&P 500 gab indes um 0,5 % nach. 
 

Der mehrheitlich zum chinesischen Autokonzern gehörende schwedische Autobauer Volvo Cars hat zuletzt erneut die anhaltend schwache Nachfrage zu spüren bekommen. Der Umsatz sank im Q1 um 12 % auf 72,6 Mrd. SEK. Der Absatz gab um 11 % auf 153.300 Fahrzeuge nach. Unter dem Strich sank der Gewinn von 1,0  auf 0,7 Mrd. SEK. Als positiven Faktor verwies Samuelsson auf eine starke Verkaufsentwicklung bei den vollelektrischen Autos, die um 12 % anzogen. Der Anteil an den Gesamtverkäufen wuchs auf nahezu ein Viertel – laut Samuelsson der höchste Anteil unter Premiumherstellern. 

Cenit konkretisiert den angekündigten Wechsel des Börsensegments. Die für den Segmentwechsel erforderlichen Formalitäten wurden mit der Frankfurter Wertpapierbörse
abgestimmt und nun abschließend bestätigt. Wie bereits bekannt, hat der Vorstand beschlossen, die Börsennotierung der Aktien der Gesellschaft vom regulierten Markt (Prime
Standard) in das Freiverkehrssegment Scale der Frankfurter Wertpapierbörse zu überführen. Der Wechsel in das Segment Scale soll den regulatorischen und
administrativen Aufwand reduzieren.

Der Duftstoff- und Aromenhersteller Symrise sieht sich trotz Umsatzeinbußen zum Jahresstart auf Kurs zu seinen Zielen. Übernahmen, Zukäufe und Wechselkurseffekte herausgerechnet sank der Umsatz im 1. Quartal um knapp 0,5 % auf 1,25 Mrd. €. Aufgrund negativer Wechselkurseffekte sank der Umsatz nominal allerdings um mehr als 5 %. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern weiterhin ein organisches Umsatzplus von 2 bis 4 % an, nach 4,93 Mrd. € in 2025. 

Mit deutlichen Zuwächsen ist der Schmierstoffhersteller Fuchs ins laufende Jahr gestartet. "Zu dieser positiven Entwicklung trugen neben dem Geschäftsausbau und einem disziplinierten Kostenmanagement insbesondere eine zusätzliche Nachfrage im März sowie die erfolgreiche Veräußerung eines Grundstücks in Australien bei", sagte Konzernchef Stefan Fuchs. Während das Unternehmen wegen der Inflation das Umsatzziel für das laufende Jahr anhob, senkte es die Prognose aufgrund stark gestiegener Rohstoffkosten und Verkaufspreise für die freien Barmittel vor Zukäufen. In den ersten 3 Monaten wuchs der Umsatz um 1 % auf 934 Mio. €. Das Ebit verbesserte sich um 16 % auf 125 Mio. €. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 89 Mio. € in den Büchern und damit ebenfalls 16 % mehr. 2026 soll der Umsatz nun deutlich auf über 3,7 Mrd. € steigen. Für die freien Barmittel vor Zukäufen werden jetzt jedoch deutlich weniger als die bisher anvisierten 270 Mio. € erwartet. 

Der Autozulieferer Forvia Hella sieht sich trotz eines durchwachsenen Jahresstarts auf dem Weg zu seinen Jahreszielen und bestätigt die Prognosen. Im 1. Jahresviertel hatten ein schwächelndes Branchenumfeld und ein schwieriges Beleuchtungsgeschäft dem Unternehmen einen Rückgang des operativen Gewinns eingebrockt. Das operative Ergebnis fiel im Vergleich zum Vorjahr um 12 % auf 96 Mio. €, während der Erlös wegen des starken Euro um knapp 3 % auf 1,9 Mrd. € zurückging. 

Der Verkauf des Polen-Geschäfts hat der spanischen Großbank Santander in den ersten 3 Monaten einen Gewinnsprung beschert. Der Gewinn fuhr im Jahresvergleich um 60 % auf 5,5 Mrd. € vor. Hierbei stammten 1,9 Mrd. € aus dem insgesamt 7 Mrd. € schweren Verkaufs an die österreichische Erste Group. Ohne Zu- und Verkäufe wuchs der Gewinn um 12 %. Dabei profitierte Santander von einem starken Kreditgeschäft, etwa in Form von höheren Zinserträgen. Die Bankerträge stiegen um 4 % auf gut 15,1 Mio. €. Ähnlich stark stieg der Zinsüberschuss, und die Gebührenerträge wuchsen sogar noch etwas stärker. Santander erklärte diese Entwicklungen mit einer höheren Kundenaktivität und einem Volumenwachstum in allen Geschäftsbereichen. Zugleich gingen die Kosten zurück, unter anderem dank Sparmaßnahmen.