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Börsenbericht – Berichtssaison im Fokus

Trotz einer neuen Zolldrohung von US-Präsident Donald Trump blieben Anleger nach dem langen Wochenende zunächst recht gelassen. Der Fokus liegt derzeit auf der laufenden Berichtssaison – in der laufenden Woche öffnen auch einige DAX-Konzerne ihre Bücher, darunter BMW und Rheinmetall. Dennoch bleiben die anhaltend hohen Ölpreise und die damit verbundenen Inflationssorgen präsent. Der DAX konnte zum Wochenende die runde Marke bei 24.000 Punkten zurückerobern und schloss letztlich 1,4 % fester. Auch in die neue Börsenwoche startete der dt. Leitindex etwas fester – auch wenn das Thema Zölle wieder in den Vordergrund rückte. Nachdem die Zölle des vergangenen Jahres, die Trump am “Liberation Day” vorgestellt hatte für nichtig erklärt wurden, holte Trump zum Wochenende zum nächsten Schlag aus. Auf seiner Plattform Truth Social kündigte er eine Anhebung der Zölle auf Fahrzeugimporte von15 auf 25 % an. Die EU-Kommission behält sich Gegenmaßnahmen vor, sollte Trump seine Ankündigung tatsächlich wahr machen. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist die Entwicklung im Iran. Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA scheinen festgefahren zu sein und der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent liegt weiterhin über 100 $. Trump hatte jüngst angekündigt, dass die US-Streitkräfte ab heute in der Straße von Hormus festsitzende neutrale Schiffe eskortieren werden. An der Wall Street hatten die US-Leitindizes zum Wochenende indes uneins geschlossen. Während der Dow Jones 0,3 % nachgab, konnte der S&P 500 derweil ein Plus von 0,3 % verbuchen. Die Technologiebörse Nasdaq fuhr sogar um 0,9 % vor. 

Stryker hat im 1. Quartal, trotz eines Cyberangriffs, einen höheren Gewinn und Umsatz erzielt. Der Medizintechnikkonzern setzte mit 6,02 Mrd. $ insgesamt 2,6 % mehr um. Der Gewinn fiel mit 745 (654) Mio. $ ebenfalls höher aus. Stryker wurde im März von einem Cyberangriff getroffen, der eine weltweite Störung seiner Microsoft-Systeme verursachte. Die Hacker hinter dem Angriff hätten erklärt, dass sie im Namen des Iran Vergeltung übten, da der Konflikt mit den USA eskalierte, wie The Wall Street Journal damals berichtete.

Der Verkaufserfolg des neuen MacBook-Einsteigermodells "Neo" hat Apple in den vergangenen 3 Monaten Rückenwind gegeben. "Wir haben für ein März-Quartal einen Rekordumsatz erzielt", betonte CEO Tim Cook. Auch die Einnahmen aus iPhone-Verkäufen hätten einen Bestwert erreicht, obwohl Lieferengpässe den Absatz ausbremsten. Apple kündigte daher eine Anhebung der Dividende um 4 % auf 0,27 $ je Aktie sowie einen weiteren Aktienrückkauf in Höhe von 100 Mrd. $ an. Apple steigerte den Gesamtumsatz im abgelaufenen Quartal um mehr als 16 % auf 111,18 Mrd. $. Die iPhone-Erlöse kletterten um knapp 22 %, blieben mit 56,99 Mrd. $ jedoch unter den Erwartungen. 

Moderna hat im 1. Quartal einen Umsatzanstieg gemeldet und dies mit höheren Verkäufen des COVID-19-Impfstoffs auf internationalen Märkten begründet. Der Impfstoffhersteller meldete einen Verlust von –1,34 Mrd. $. Im Vorjahreszeitraum hatte der Verlust –971 Mio. $ betragen. Der Verlust beinhalte eine Belastung von rund 900 Mio. $ aus Kosten im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit, teilte Moderna mit. Das Unternehmen hatte sich im März bereit erklärt, 950 Mio. $ zur Beilegung eines Patentstreits mit Arbutus Biopharma und der Genevant Sciences GmbH zu zahlen. Die Umsatzerlöse stiegen auf 389 (108) Mio. $.