Der DAX dürfte seine Vortagsverluste zunächst ausgleichen und weiterhin in der Nähe der 25.000 Punkte-Marke pendeln. Im bisherigen Wochenverlauf hatte der dt. Leitindex bereits mehrmals vergeblich versucht, die Tausendermarke nachhaltig zu überschreiten und einen Schritt hin zum Rekord von 25.507 Punkten zu machen. Neue Impulse könnten von der Berichtssaison ausgehen, die auch hierzulande inzwischen einiges zu bieten hat. Im Fokus stehen unter anderem die Zahlen von Siemens, Mercedes-Benz, der Dt. Börse und Thyssenkrupp. Gespannt warten die Anleger außerdem auf Inflationszahlen, die am Freitag in den USA auf der Agenda stehen. Diese sind der nächste wichtige Aspekt, um den weiteren geldpolitischen Spielraum der Notenbank Fed beurteilen zu können. Die mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten für Januar haben die Stimmung bei den Anlegern eingetrübt. Nach anfänglichen Gewinnen hatten die US-Leitindizes diese wieder abgebaut. Im Januar kamen in den USA 130.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft hinzu – Experten hatten nur einen Stellenzuwachs von 70.000 Stellen erwartet. Der Arbeitsmarktbericht dämpfte Erwartungen an eine rasche Lockerung der Geldpolitik der US-Notenbank Fed.
Die Dt. Börse hat 2025 dank Übernahmen und guter Geschäfte rund um Finanzmarkt-Produkte so viel umgesetzt und verdient wie noch nie. Das Ebitda fuhr um 3 % auf 3,5 Mrd. € vor. Unter dem Strich verdiente der Börsenbetreiber 2,1 Mrd. € und damit ebenfalls 3 % mehr. Die Dividende soll auf 4,20 € steigen. Zudem wurden die Prognose für das laufende Jahr bestätigt. So sollen die Nettoerlöse ohne das Treasury-Ergebnis auf 5,7 Mrd. € und das entsprechende Ebitda auf 3,1 Mrd. € steigen. Zudem sollen für 1,1 Mrd € die restlichen Anteile an ISS Stoxx übernommen werden.
Carrefour verkauft seine Geschäftsaktivitäten in Rumänien an die Investmentgesellschaft Paval Holding. Die Transaktion bewerte die Sparte inklusive Schulden mit 823 Mio. € und solle in der 2. Jahreshälfte abgeschlossen werden, teilte der französische Lebensmittelhändler mit. Carrefour Rumänien betreibt etwa 478 Filialen im Land und erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Nettoumsatz von rund 2,77 Mrd. €. "Der Verkauf von Carrefour Rumänien bestätigt die guten Fortschritte bei der 2025 eingeleiteten Überprüfung des Portfolios", sagte CEO Alexandre Bompard.
Der Autobauer Mercedes-Benz hat im vergangenen Jahr vor allem wegen der US-Zölle und der schwachen Geschäfte im einstigen Wachstumsmarkt China spürbar weniger erwirtschaftet. Um Sondereffekte bereinigt sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 40 % – dabei machte sich auch der schwache Dollar bemerkbar. Bei einem Umsatzrückgang von 9,2 % gab das Konzernergebnis beinahe um die Hälfte nach. Dabei kam auch das Sparprogramm mit hohen Einmalkosten für einen Jobabbau zum Tragen. Mercedes hatte vergangenes Jahr mit 1,8 Mio. Fahrzeugen 9,2 % weniger Pkw an Kunden übergeben. Die Dividende soll auf 3,50 € je Aktie sinken.
Nach einem guten Start in das neue Geschäftsjahr erhöht der Technologiekonzern Siemens seine Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende September). Die für den DAX-Konzern entscheidende Gewinnkennziffer – das Ergebnis je Aktie vor bestimmten Kaufpreiseffekten – soll 2025/26 auf 10,70 bis 11,10 € steigen, nachdem zuvor 10,40 bis 11,00 € auf dem Plan standen. Der Umsatz soll dagegen weiterhin um 6 bis 8 % auf vergleichbarer Basis zulegen. Dabei ausgeklammert sind Währungs- und Portfolioeffekte. Siemens erwartet einen anhaltenden Gegenwind durch den starken Euro.
Im 1. Quartal profitierte Siemens von starken Zuwächsen im Digitalgeschäft, bei Smart Infrastructure sowie in der Zugsparte Mobility. Der Umsatz legte um 8 % auf 19,1 Mrd. € zu. Unter dem Strich verdiente Siemens mit 2,2 Mrd. € allerdings 43 % weniger. Im Vorjahresquartal profitierte das DAX-Schwergewicht jedoch vom milliardenschweren Verkauf der Antriebssparte Innomotics. Das darum bereinigte Ergebnis je Aktie vor bestimmten Kaufpreiseffekten stieg von 2,22 auf 2,80 €.
Applied Materials hat eine Einigung mit dem US-Handelsministerium über mutmaßliche Verstöße gegen Exportkontrollen für China erzielt. Das Unternehmen hat sich im Rahmen eines zivilrechtlichen Vergleichs zur Zahlung von 252,5 Mio. $ bereit erklärt. Damit werden Vorwürfe des Bureau of Industry and Security (BIS) wegen der Nichteinhaltung von Exportvorschriften bei bestimmten Lieferungen nach China im Zeitraum von November 2020 bis Juli 2022 beigelegt.
Der kriselnde Konzern Thyssenkrupp leidet weiter unter einem schwachen Marktumfeld. Hohe Restrukturierungskosten für das Stahlgeschäft führten zu einem höheren Verlust im Q1. So verzeichnete Thyssenkrupp in den 3 Monaten per Ende Dezember unter dem Strich einen Fehlbetrag von –353 (–51) Mio. €. Zusätzlich belasteten Abschreibungen im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des Kerngeschäfts von Automation Engineering. Das um solche Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich hingegen um 10 %. Hier wirkte sich das laufende Transformationsprogramm positiv aus. Die Jahresprognose wurde dennoch bekräftigt. Wegen der Stahl-Sanierung erwartet Thyssenkrupp unter anderem einen Konzernverlust von –400 bis –800 Mio. €.
Der Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) beschert Cisco volle Auftragsbücher und veranlasst den US-Netzwerkausrüster zu einer höheren Jahresprognose. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet mit einem Umsatz zwischen 61,2 und 61,7 Mrd. $. Zuvor war Cisco von 60,2 bis 61,0 Mrd. $ ausgegangen. Auch beim bereinigten EPS zeigte sich der Konzern optimistischer und stellte eine Spanne von 4,13 bis 4,17 $ in Aussicht, nach zuvor maximal 4,14 $. Treiber des Wachstums sind die hohen Investitionen von Technologieunternehmen in Rechenzentren, die für KI-Anwendungen aufgerüstet werden müssen.
Die Aktienkurse von Onlinebrokern gerieten zeitweise unter Druck, als das Fintech Altruist ankündigte, ein KI-Steuerplanungstool einzuführen. Hierzulande gab der Kurs der Online-Handelsplattform FlatexDEGIRO zeitweise deutlich Punkte ab.
Hochtief hat den Auftrag zum Neubau des Max-Rubner-Instituts in Kiel erhalten. Das Gesamtvertragsvolumen bezifferte der Baukonzern mit rund 230 Mio. €. Die Order sieht vor, dass Hochtief PPP Solutions nicht nur Planung und Bau übernimmt, sondern das Gebäude auch für 30 Jahre betreibt. Die Fertigstellung des Forschungszentrums ist für Herbst 2028 geplant.