Der DAX hat die Gewinne seiner Rekordjagd weiter ausgebaut. Zum Wochenauftakt stieg der deutsche Leitindex in der Spitze auf ein frisches Allzeithoch von 25.355,14 Punkten, nachdem er in der Vorwoche erstmals die historische Marke von 25.000 Zählern $ Dollar je Feinunze und auch Silber war so teuer wie noch nie.
Angesichts der zunehmenden geopolitischen Unsicherheit und der Ermittlungen gegen US-Notenbankchef Jerome Powell griffen Anleger bei als sicher geltenden Anlagen zu. Trotz hoher geopolitischer Risiken hat der DAX seine positive Historie im ersten Monat des Jahres bislang bestätigt. Selbst die aktuelle Eskalation der Lage im Iran sowie die Zuspitzung im Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, bremsen die gute Börsenstimmung kaum.
Als zentraler Kurstreiber gilt die Hoffnung auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft 2026 dank eines immensen Infrastruktur-Pakets. Aber auch die Entwicklungen in den USA schieben das deutsche Börsenbarometer an, so zuletzt am Freitag nach dem US-Arbeitsmarktbericht und den damit verbundenen Hoffnungen auf Zinssenkungen.
Autowerte wurden von den Anlegern geschmäht. Mercedes, VW und BMW waren die Schlusslichter im Dax. Eine neue Leitlinie der Europäischen Union für den Import von Elektroautos aus China belastete. Die EU-Kommission zeigte chinesischen Autobauern einen Weg zur Vermeidung der 2024 eingeführten Zusatzzölle auf. Sie könnten sich verpflichten, für in die EU exportierte Fahrzeuge Mindestpreise festzusetzen, um sich die Preisaufschläge zu ersparen.
Die Aktien von Beiersdorf profitierten von einer Kaufempfehlung durch die Dt. Bank sowie einer positiven Studie von Bernstein Research. Die Aussichten für Europas Konsumgüter- und Nahrungsmittelkonzerne blieben durchwachsen, die meisten negativen Aspekte schienen jedoch bereits eingepreist zu sein.
Im MDax setzten unterdessen TKMS ihre Erholungsrally fort und haben seit Beginn des jungen Jahres bereits fast 40 % zugelegt. Indien will in Zusammenarbeit mit TKMS in Mumbai sechs U-Boote im Wert von 8 Mrd. € bauen. In Kürze wird die Unterzeichnung einer Vereinbarung erwartet, die auch ein Türöffner für weitere Kooperationen sein könnte.
Deutz stiegen als Favorit im SDAX auf den höchsten Stand seit 2007. Am Markt wurde auf Rüstungsfantasie verwiesen, denn der Motorenbauer sucht zunehmend auch im Rüstungsbereich seine Chance. Konzernchef Sebastian Schulte bekräftigte jüngst in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" die Transformation des Unternehmens. Obendrein setzt Deutz auf Geschäfte rund um Rechenzentren.
Die Nachrichtenlage von Unternehmensseite ist bisher recht überschaubar, was sich spätestens am Dienstag ändern dürfte. Dann startet in den USA die Berichtssaison mit der Vorlage der Quartalszahlen zum 4. Quartal mit JP Morgan und Bank of New York Mellon. Am Mittwoch folgen dann Citigroup, Bank of America sowie Wells Fargo. Den Reigen beenden zunächst Blackrock, Goldman Sachs und Morgan Stanley am Donnerstag.
Mit Blick auf die Sektoren sprechen Marktteilnehmer von einem guten Umfeld für Chipwerte. In Asien setzen TSCM und Samsung Electronics ihre Aufwärtstrends fort. In den USA stieg der Philadelphia Semiconductor am Freitag um 2,7 % auf Allzeithoch, angeführt von zweistelligen Gewinnen bei Intel, aber auch von kräftigen Aufschlägen bei Broadcom.