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Börsenbericht – Nahost treibt Anleger um

Die vage Hoffnung auf eine Sicherung der Straße von Hormus durch US-Streitkräfte hat den heftigen Kursrutsch am deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte zunächst gestoppt. Zudem kursieren an den Märkten Spekulationen über mögliche Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Diese Aussichten schoben den DAX zeitweise wieder über 24.000 Punkte und sorgten damit für eine leichte Erholung. Der MDAX erholte sich ebenfalls und schaffte es wieder über die runde Marke von 30.000 Zählern. "Falls erforderlich, wird die US-Marine so bald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren", schrieb US-Präsident Donald Trump am Vorabend auf seiner Plattform Truth Social. Um jeden Preis würden die USA den freien Fluss von Energie für den Rest der Welt sicherstellen. Zudem habe er die zuständige Behörde für Entwicklungsfinanzierung DFC angewiesen, Risikoversicherungen und Garantien für den gesamten Seehandel in der Region anzubieten.

Der Hersteller von Duftstoffen und Aromen Symrise traut sich nach einem eher trägen organischen Wachstum 2025 im neuen Jahr bestenfalls eine moderate Beschleunigung zu. Der Umsatz dürfte 2026 aus eigener Kraft, Übernahmen und Zukäufe sowie Wechselkurseffekte herausgerechnet, um 2,0 bis 4,0 % steigen. Dabei dürfte der Umsatz organisch im 1. Quartal im Vergleich zum hohen Vorjahreswert im niedrigen einstelligen Bereich sinken. 2025 erreichte der DAX-Konzern organisch ein Erlösplus von 2,8 % auf 4,93 Mrd. € und damit die im Herbst gesenkte eigene Prognose. Das Ebitda sank um rund 12 % auf 913 Mio. €. Unterm Strich sank der Gewinn um fast die Hälfte auf knapp 250 Mio. €. Das lag auch an Wertberichtigungen auf das Terpen-Geschäft, das verkauft wird, sowie auf die schwedische börsennotierte Beteiligung Swedencare. 

Die Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten in den USA haben Bayer in 2025 noch tiefer in die Verlustzone gerissen. Unter dem Strich wuchs der Nettoverlust um gut 1 Mrd. € auf knapp –3,6 Mrd. €. Damit haben die Glyphosat- und PCB-Klagen in den USA einmal mehr schwer belastet. Um vor allem das Thema Glyphosat-Klagen abhaken zu können, hatte Bayer erst vor wenigen Wochen einen angestrebten Sammelvergleich angekündigt, der viel Geld kosten wird, aber noch nicht in trockenen Tüchern ist. Zudem hoffen die Leverkusener weiterhin auf ein positives Grundsatzurteil des obersten US-Gerichts, was ebenfalls helfen soll, die Klagewelle zu beenden. Mit Blick auf das Tagesgeschäft sank der Konzernumsatz 2025 um 2,2 %. Dabei belasteten aber erneut Wechselkurseffekte. Diese sowie Portfolioveränderungen herausgerechnet ergibt sich ein Plus von 1,1 %. Das bereinigte Ebitda sank um 4,5 % auf 9,67 Mrd. €.

Die VW-Nutzfahrzeugholding Traton setzt sich für 2026 angesichts der anhaltenden Unsicherheiten vorsichtige Ziele. Die um Sondereffekte bereinigte operative Marge dürfte zwischen 5,3 und 7,3 % liegen. Dass die Marge im vergangenen Jahr vor allem wegen der Zollpolitik in den USA und dem dort schwachen Umfeld für die US-Tochter International auf 6,3 % abgerutscht war, hatte Traton bereits im Vorfeld mitgeteilt. Der Gewinn je Aktie gab auf 3,09 (5,61) € nach. Der Umsatz sackte um 7 % auf 44,1 Mrd. € ab. Dieses Jahr sollen Absatz und Erlös in einer Bandbreite zwischen –5 bis +7 % gegenüber den Vorjahreswerten liegen. 

Adidas sieht sich ungeachtet der konjunkturellen und geopolitischen Turbulenzen für die kommenden Jahre gut aufgestellt. So strebt das Unternehmen bis 2028 weitere Zuwächse bei Umsatz und Gewinn an. In 2026 soll der Umsatz währungsbereinigt im hohen einstelligen Prozentbereich steigen. 2025 waren die Erlöse der Marke Adidas währungsbereinigt um 13 % auf 24,8 Mrd. € gestiegen. Das Betriebsergebnis konnte sich auf rund 2,3 Mrd. € verbessern. Bis 2028 soll der Umsatz pro Jahr währungsbereinigt ebenfalls im hohen einstelligen Prozentbereich steigen und das Betriebsergebnis sich im Schnitt im mittleren Zehner-Prozentbereich pro Jahr verbessern. Aktionäre können sich über höhere Rückflüsse in Form von höheren Dividenden und weiteren Aktienrückkäufen freuen. So sollen 2027 und 2028 jeweils Papiere im Wert von bis zu 1 Mrd. € zurückgekauft werden, wenn die Bedingungen es zulassen. 

Heute Abend steht zudem die nächste Indexentscheidung der Dt. Börse-Tochter STOXX an. Die beschlossenen Änderungen treten zum 23. März in Kraft. Spannend wird die Frage, ob die Lufthansa nach sechs Jahren wieder in den DAX aufsteigen kann.