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Börsenbericht – Bilanzsaison kommt weiter in Fahrt

Während die Berichtssaison in den USA bereits in vollem Gange ist, kommt sie auch hierzulande langsam aber sicher in Fahrt. Die Unsicherheiten im Nahen Osten bleiben jedoch im Hinterkopf. Zuletzt soll die Waffenruhe zwischen dem Libanon und Israel laut US-Präsident Donald Trump zwar um drei Wochen verlängert worden sein, eine Lösung des Konflikts scheint jedoch noch in weiter Ferne. Die USA stockten ihre Militärpräsenz in der Golfregion zuletzt weiter auf. Auch wenn Anleger angesichts der stockenden Entwicklung weiter skeptisch bleiben, konnte sich der DAX zuletzt weiterhin über der runden Marke bei 24.000 Punkten behaupten. Auch an der Wall Street setzte inzwischen die Erkenntnis ein, dass der Krieg im Nahen Osten nicht so schnell enden dürfte. Der Dow Jones schloss 0,4 % tiefer auf 49.313 Punkten. Der S&P 500 verlor ebenfalls 0,4 % auf 7.108 Zähler. Die Technologiebörse Nasdaq gab um 0,9 % auf 24.439 Stellen nach.

Der Baustoffkonzern Holcim hat im Startquartal weniger umgesetzt und verdient. Vor allem der harte Winter in einigen Europäischen Ländern und Währungseffekte haben die Ergebnisse belastet. Aber auch der Verkauf von mehreren Ländergeschäften belasteten das Resultat. Der Umsatz fiel um 4,8 % auf 3,52 Mrd. CHF. Organisch wuchs der Umsatz um 3,9 %. Das Ebit sank um 11,2 % auf 431 Mio. CHF. An den bisherigen Zielen hält Holcim dennoch weiter fest: Im Geschäftsjahr 2026 erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 3 bis 5 % in lokaler Währung. Das Ebit soll um 8 bis 10 % in lokaler Währung zulegen. 

Der Logistikkonzern Kühne+Nagel hat im 1. Quartal weniger umgesetzt und auch weniger verdient. Allerdings war die Vorjahresperiode von außerordentlichem Wachstum geprägt gewesen. In den Monaten Januar bis März sank der Nettoumsatz um 12 % auf 5,60 Mrd. CHF. Dabei belastete unter anderem auch der schwache US-Dollar. Das Ebit ging um 15 % auf 343 Mio. CHF zurück, während der Reingewinn um 18 % auf 248 Mio. CHF abnahm. Mit den Zahlen übertraf der Konzern dennoch die Erwartungen der Analysten.

Hierzulande hat zuletzt SAP seine Ergebnisse vorgestellt. Im Auftaktquartal kletterte der Umsatz um 6 % gen Norden. Auch die wichtige Cloud-Sparte verbuchte wieder deutliches Wachstum von 19 %. Der Nettogewinn stieg um 8 % auf 1,9 Mrd. €. Trotz des starken Jahresauftakts rechnet der größte Softwarehersteller Europas im laufenden Jahr mit einem langsameren Wachstum – die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten können derweil noch nicht abgeschätzt werden. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern weiterhin ein währungsbereinigtes Wachstum der Clouderlöse um 23 bis 25 %. Der Gesamtumsatz soll ähnlich wie in 2025 um 11 % zulegen. 

Der Chipkonzern Intel profitierte im Auftaktquartal von der boomenden Halbleiternachfrage im Zuge des KI-Ausbaus. Der Quartalsumsatz stieg im Jahresvergleich um 7 % auf 13,6 Mrd. $. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie erreichte Intel 0,29 $ und übertraf damit die Markterwartungen von 0,01 $ deutlich. Unter dem Strich verbuchte der Konzern allerdings einen Verlust von –4,28 Mrd. $, nach –887 Mio. $ ein Jahr zuvor. Intel investiert gerade in großem Stil in neue Produktionsprozesse, die den einstigen Marktführer aus der Krise bringen sollen. Positiv überraschte der Umsatzausblick auf das Q2: Es werden Erlöse zwischen 13,8 und 14,8 Mrd. $ in Aussicht gestellt.