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Börsenbericht – Börse bleibt volatil

Die Lage am deutschen Aktienmarkt bleibt weiterhin volatil – zum Wochenschluss rutschte der DAX zeitweise wieder unter die runde Marke von 24.000 Punkten zurück. Bisher lockten Kursrücksetzer zum Einstieg. Vor allem die Unsicherheiten, wie lange die Krise im Nahen Osten dauert und sich auf die Energiepreise, Lieferketten und die globale Konjunktur auswirkt, trieb die Anleger um. Die Stimmung an den Börsen wechselt derzeit zwischen Furcht und Hoffnung. Die Ölpreise steuern derweil auf den größten Wochengewinn seit Februar 2022 zu. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent notierte zuletzt bei mehr als 84 $. Der Preis für US-Öl der Sorte WTI lag bei rund 80 $. Der Konflikt im Nahen Osten hatte die Preise im Wochenverlauf stark angetrieben und Sorgen vor einer neuen Inflationswelle geschürt. Zum Wochenschluss standen zudem die US-Arbeitsmarktdaten auf dem Plan. Dieser hat im Februar einen unerwarteten Einbruch erlitten. Unter dem Strich gingen 92.000 Jobs außerhalb der Landwirtschaft verloren, wie aus dem vorgelegten Bericht der Regierung hervorgeht. Von Reuters befragte Volkswirte hatten einen Stellenaufbau in Höhe von 59.000 erwartet, nach revidiert 126.000 im Januar. Zunächst war ein Wert von 130.000 genannt worden. Die Arbeitslosenquote stieg im Februar überraschend auf 4,4 %, nach 4,3 % im Januar. Für die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) sind die Arbeitsmarktdaten wichtig für die Ausrichtung ihrer Geldpolitik. Sie hat den Leitzins zuletzt nach drei Senkungen in Folge in der Spanne von 3,50 bis 3,75 % gehalten. Angesichts des Ende Februar ausgebrochenen Iran-Kriegs sind die Öl- und Benzinpreise gestiegen, was neue Inflationssorgen schürt. 

Die Lufthansa verbucht wegen des Nahostkonflikts eine stark steigende Nachfrage bei Direktflügen nach Asien und Afrika. Grund sind ausfallende Umsteigeverbindungen über die Drehkreuze arabischer Gesellschaften in der Krisenregion. In 2025 ist die Airline bei der Ergebnisverbesserung weiter vorangekommen. Während der Umsatz um 5 % auf 39,6 Mrd. € zulegte, kletterte das bereinigte Betriebsergebnis um 19 % gen Norden. Unterm Strich gab der Gewinn jedoch um 3 % nach.  

Netflix stärkt seine technologische Basis mit der Übernahme des von Hollywood-Star Ben Affleck gegründeten KI-Unternehmens InterPositive. Der Streaming-Marktführer teilte mit, dass Affleck künftig als leitender Berater für den Konzern tätig sein werde. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht genannt. Für Netflix ist es die erste Übernahme seit dem Rückzug aus dem Bieterwettstreit um die Studio-Sparte von Warner Bros Discovery.

Optimistische Analystenkommentare haben den Aktien der DHL Group nach ihren Vortagsverlusten wieder Schub verliehen. Nun sieht etwa der Experte Marco Limite von der britischen Investmentbank Barclays durch die Nahost-Eskalation Schub für die Gewinnentwicklung der Bonner und stufte die Aktien hoch. DHL sei ein "Luftfracht-Player" und hier ergebe sich ein günstiges Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. 

Das Spezialpharmaunternehmen Medios muss sich einen neuen Finanzvorstand suchen. Der im April auslaufende Vertrag von Falk Neukirch werde auf dessen Wunsch nicht verlängert, teilte das Unternehmen am Freitag in Berlin mit. Der Manager ist seit Oktober 2021 Finanzchef von Medios. Er werde dem Unternehmen noch in beratender Funktion zur Verfügung stehen, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen, hieß es.