Nach dem Feiertag hielten sich Anleger am heutigen Brückentag mit Engagements zurück. Neben dem China-Besuch von US-Präsident Donald Trump rückten zuletzt vor allem Chip-Werte in den Fokus der Aufmerksamkeit. Dämpfer kommen jedoch von den weiter steigenden Ölpreisen. An Christi Himmelfahrt konnte der DAX einige Punkte zulegen und hielt sich zuletzt weiterhin über der wichtigen Marke bei 24.000 Punkten. Vor allem die Gespräche zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Regierungschef Xi Jinping standen im Fokus. Jinping hatte einen Friedensschluss mit dem Iran und die Öffnung der Straße von Hormus gefordert. Allerdings brachte das Treffen zwischen den beiden Staatsoberhäuptern bisher wenig überraschendes. An der Wall Street herrschte derweil Begeisterung über Künstliche Intelligenz. Neben erfreulichen Quartalszahlen von Cisco stand vor allem der Börsengang des Chipherstellers Cerebras Systems auf dem Plan. Der S&P 500 sowie die Technologiebörse Nasdaq erreichten neue Höchststände. Letztlich fuhr der Dow Jones 0,75 % vor, der S&P 500 verbuchte ein Plus von 0,77 % und die Nasdaq 0,73 %.
Der erste Kurs des Börsenneulings Cerebras Systems lag bei 350 $ und damit um 89 % über dem Ausgabepreis von 185 $. Die Aktie war zudem mehr als 25-fach überzeichnet. Cerebras Systems stellt Chips für KI-Anwendungen her und betreibt Rechenzentren.
Die Geschäfte mit großen Rechenzentren laufen für den US-Netzwerk-Ausrüster Cisco immer besser. Das Unternehmen erhöhte daher seine Prognose für das laufende Jahr. Cisco rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem erheblich besseren Geschäft mit Hyperscalern, den größten Betreibern von Datenzentren, als zuvor. Große Cloudanbieter dürften Aufträge über 9 Mrd. $ platzieren, teilte das Management mit. Bisher war Cisco nur von etwas mehr als der Hälfte ausgegangen. Der Konzern hob zudem seine Jahresprognosen an. So soll der Umsatz bei 62,8 bis 63,0 Mrd. $ liegen nach 61,2 bis 61,7 Mrd. $ zuvor. Das Ziel für den bereinigten Gewinn je Aktie liegt nun bei 4,27 bis 4,29 (zuvor: 4,13–4,17) $.
Trotz starker Quartalsergebnisse und einem soliden Ausblick setzten bei Applied Materials zuletzt Gewinnmitnahmen ein. Im Q2 des laufenden Geschäftsjahres steigerte der Konzern den Umsatz um 11 % auf 7,9 Mrd. $. Der Nettogewinn fuhr um ganze 31 % auf 2,81 Mrd. $ vor.
Der IT-Dienstleister Nagarro hat im 1. Quartal den Umsatz etwas gesteigert und mehr verdient. Die Erlöse legten um 0,5 % auf 248,1 Mio. € zu. Bereinigt um Währungseffekte lag das Wachstum bei 6,5 %. Das um Sonderposten bereinigte Ebitda stieg um 3,3 % auf 31,2 Mio. €. Unter dem Strich erhöhte sich der Gewinn auf 19,2 Mio. €.
Freenet hat im Auftaktquartal den Umsatz deutlich gesteigert. Treiber war vor allem die Integration von Mobilezone Deutschland sowie ein Wachstum beim Internet-Fernsehprodukt waipu.tv. Der Umsatz stieg um etwas mehr als ein Viertel auf 761,9 Mio. € wohingegen das bereinigte Ebitda um 3,6 % auf 122 Mio. € nachgab. Belastet wurde das Ergebnis durch einen negativen Effekt aufgrund einer Vereinbarung mit einem nicht namentlich genannten Netzbetreiber.
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hat präzisiert, wo sie im Übernahmeringen mit der UniCredit etwa 3.000 Stellen abbauen will. Auf Künstliche Intelligenz (KI) entfalle dabei ein "sehr großer Teil", sagte die Managerin. "KI ist sehr kraftvoll in verschiedenen Bereichen." Die Auswirkungen seien größer als man vor gut einem Jahr angenommen habe. Beim Jobabbau will sie die eigene Belegschaft so weit wie möglich schonen. Mit dem Stellenabbau und ambitionierten Gewinn- und Renditezielen bis 2030 stemmt sich die Commerzbank gegen die geplante, feindliche Übernahme.