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Börsenbericht – Börsen angespannt

US-Präsident Donald Trump scheint an seinem Ultimatum festzuhalten – sollte der Iran nicht einlenken, drohen weitere Angriffe auf die Infrastruktur des Landes. Damit ist und bleibt der Krieg im Nahen Osten das beherrschende Thema an den Börsen. Sollte Teheran die Straße von Hormus nicht öffnen droht die “völlige Zerstörung” aller iranischen Kraftwerke und Brücken, so Trump. Als Konsequenz zogen die Ölpreise erneut an. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich auf über 110 $. Vor dem langen Osterwochenende hatten Anleger und Experten auf eine Entspannung im Konflikt gesetzt – diese ist nun dahin. Zusätzlich kündigte das Weiße Haus Zölle von bis zu 100 % auf Marken-Arzneimittel an. Länder und Unternehmen, die ein Abkommen mit der Trump-Regierung schließen oder sich verpflichten, Fabriken in den USA zu bauen, mit niedrigeren Abgaben belegt werden. Der volle Zollsatz von 100 % könnte jedoch nur für wenige oder gar keine Pharmaunternehmen gelten. Wenn ein Unternehmen zusage, in den kommenden Jahren in die Arzneimittelproduktion in den USA zu investieren, sinke der Zollsatz auf 20 %, so ein Beamter. Das Unternehmen müsste die Fabrik bis zum Ende von Präsident Trumps Amtszeit im Weißen Haus fertigstellen, andernfalls könnten die Zölle erhöht werden.

Samsung hat für das 1. Quartal einen Rekordgewinn in Aussicht gestellt, der die Markterwartungen deutlich übertrifft. Der weltgrößte Speicherchip-Hersteller rechnet mit einem operativen Gewinn von 57,2 Bill. Won. Dies entspricht mehr als einer Verachtfachung im Vergleich zu den 6,69 Bill. Won im Vorjahreszeitraum. Der Boom bei KI-Rechenzentren habe zu Engpässen bei herkömmlichen Chips für Smartphones und Computer geführt und die Preise nach oben getrieben, hieß es. Der Umsatz soll um 68 % auf 133 Bill. Won steigen.

Broadcom wird für Google maßgeschneiderte Chips für Anwendungen Künstlicher Intelligenz entwickeln und liefern sowie zusätzliche Rechenkapazitäten für Anthropic bereitstellen. Das sieht eine erweiterte strategische Zusammenarbeit zwischen den drei Unternehmen vor, wie der Chiphersteller mitteilte. Danach wird er Google mit speziell angefertigten Tensor Processing Units (TPUs) sowie mit Netzwerk- und anderen Komponenten beliefern, die Google für die nächste Generation KI-Rechenzentrumsracks benötigt. Die Liefergarantievereinbarung läuft bis maximal 2031. Anthropic soll ab 2027 Zugriff auf etwa 3,5 Gigawatt TPU-basierte Rechenkapazität erhalten, als Teil seines Engagements für mehrere Gigawatt Rechenleistung, erklärte Broadcom weiter. Die erweiterte Rechenkapazität sei "abhängig vom anhaltenden kommerziellen Erfolg von Anthropic", erklärte Broadcom.

Die Lufthansa warnte jüngst, dass ein länger anhaltender Krieg im Nahen Osten die Kerosin-Versorgung beeinträchtigen könnte. "Die Frage der Verfügbarkeit von Flugkraftstoff ist an einigen asiatischen Flughäfen bereits jetzt schwierig", sagte Lufthansa-Vorständin Grazia Vittadini. "Je länger die Straße von Hormus blockiert bleibt, desto kritischer kann die Versorgungssicherheit mit Kerosin werden."