Nach den ersten Ergebnissen der US-Zwischenwahlen überwog an den Börsen zuletzt die gute Stimmung. Auch stellte der DAX zeitweise wieder ein neues Rekordhoch auf. Zum Handelsstart kletterte der dt. Leitindex bis auf 26.642 Punkte. Stützend wirkte sich auch der wieder sinkende Ölpreis aus – eine rückläufige Entwicklung könnte den Inflationsdruck senken. Die Ergebnisse der Midterms könnten einen disziplinierteren Haushalt zur Folge haben, was die Sorgen über die ausufernde Staatsverschuldung und langfristig hohe Anleiherenditen entschärfen dürfte. Die Chancen auf eine Jahresendrally haben sich damit wieder deutlich erhöht. Auch an der Wall Street hat der Wahlsieg der Demokraten für deutlichen Rückenwind gesorgt. Der Dow Jones schloss 3 % fester und der S&P 500 legte um 1,6 % zu. Die Technologiebörse Nasdaq konnte mit einem Plus von 1,4 % den Handel beenden. Besonders gefragt waren Aktien aus dem Solar- und Ökostrom-Bereich. Rüstungswerte gerieten hingegen unter Druck.
Im Zuge der Abspaltung vom Mutterkonzern Siemens stellt sich der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers neu auf. So wird der Traditionsname Siemens verschwinden. Zudem leitete Healthineers die seit Längerem erwartete Trennung von dem schwächelnden Geschäft mit der Labordiagnostik ein. Um die Kosten dafür aufzufangen, legte das Unternehmen ein neues Restrukturierungsprogramm auf. Für das neue Geschäftsjahr zeigte sich das Management um Konzernchef Bernd Montag angesichts der Fülle von Strukturthemen zunächst vorsichtig. Das Unternehmen kündigte in diesem Zusammenhang ein neues Restrukturierungsprogramm für die Geschäftsjahre 2028 bis 2030 an. Die Entflechtung von Siemens, die Ausgliederung der Labordiagnostik sowie die bereits bekannte teilweise Einstellung des Ultraschallgeschäfts verursachen zunächst höhere Ausgaben. So rechnet Siemens Healthineers allein dadurch mit jährlichen Belastungen von rund 300 Mio. €.
Der IT-Dienstleister Bechtle hebt nach einem weiteren guten Quartal erneut seine Jahresprognosen für das Ergebnis an. So dürfte der Vorsteuergewinn nun um mehr als 10 % klettern. Beim Umsatz geht der scheidende Vorstandschef Thomas Olemotz dagegen weiter von einem Anstieg zwischen 5 und 10 % aus, beim Geschäftsvolumen von mehr als 10 %. Im 3. Quartal legte das Geschäftsvolumen laut vorläufigen Zahlen um rund 19 % auf 2,44 Mrd. € zu. Zum Umsatz machte Bechtle zunächst keine Angaben. Das Vorsteuerergebnis kletterte um 14 % auf rund 92 Mio. €. Die positive Geschäftsentwicklung habe sich bisher auch im 4. Quartal fortgesetzt, hieß es. Den Bericht zum 3. Quartal legt Bechtle am 13. November vor.
Lanxess blickt nach dem 3. Quartal in der Tendenz vorsichtiger auf das Gesamtjahr. Zudem lief es im 3. Quartal besser als gedacht. Zwar hatten zuletzt viele europäische Chemieunternehmen von höheren Verkaufspreisen profitiert, da die Konkurrenz aus Asien viel stärker unter den Folgen des Iran-Kriegs leidet. Der Chemiekonzern rechnet für 2026 nun mit einem um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) am oberen Ende der Spanne von 450 bis 500 Mio. €. Bisher hatten zwischen 450 und 550 Mio. € im Plan gestanden.
Nach einer Gewinnwarnung standen die Aktien von Rheinmetall zeitweise stark unter Druck. Wegen Verzögerungen im Projekt Arminius rund um die Modernisierung der Boxer-Panzerflotte der Bundeswehr könne 2026 nicht mehr mit dem entsprechenden Auftragseingang gerechnet werden, teilte Deutschlands größter Rüstungskonzern mit. Außerdem sei im Geschäft mit Artilleriemunition absehbar, dass es zu Verzögerungen bei Losabnahmen kommen werde und sich Umsätze ins neue Jahr verschieben. Rheinmetall rechnet fürs laufende Jahr nun mit einem Anstieg des Umsatzes auf rund 13,2 Mrd. € im Vergleich zu 9,94 Mrd. € ein Jahr zuvor. Zuletzt lag die nach dem Stopp des milliardenschweren F126-Fregattenprojekts bereits im August gesenkte Spanne bei 13,7 bis 14,2 Mrd. €. Die operative Ergebnismarge soll jetzt statt rund 19 % noch rund 18,5 % betragen.