Der DAX tut sich an der Charthürde von 25.000 Punkten weiterhin schwer. Im bisherigen Wochenverlauf fehlte den Anlegern bei 25.000 Punkten mehrmals die Bereitschaft, nachzukaufen. Sie sind in Lauerstellung vor dem Jobbericht aus den USA, der am Nachmittag mitteleuropäischer Zeit nachgeholt wird. Vor diesem kam zur Wochenmitte auch kein Schwung von den US-Börsen: Der Dow Jones konnte zwar am Vortag seine Rekordjagd fortsetzen, am Ende blieb aber von seinen Kursgewinnen kaum etwas übrig. Kommentare aus den Reihen der US-Notenbank Fed zur Zinsentwicklung haben die US-Börsen insgesamt ausgebremst. Der S&P 500 gab um 0,33 % auf 6.942 Punkte nach. Die Technologiebörse Nasdaq 100 verlor 0,56 %. Laut der Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland, Beth Hammack, könnten die Zinsen für längere Zeit unverändert bleiben. Die Auswirkungen der jüngsten Zinssenkungen sollten erst einmal bewertet und die weitere Entwicklung der Wirtschaft beobachtet werden. Zinssenkungshoffnungen bekamen damit einen Dämpfer. Quartalsbilanzen und Prognosen von Unternehmen prägten ansonsten das Geschehen, während die Dezember-Einzelhandelsumsätze enttäuschten. Am Freitag steht zudem die Bekanntgabe der Verbraucherpreise an. Die Daten dürften Hinweise auf das weitere Vorgehen der US-Notenbank Fed geben.
Die niederländische Großbank ABN Amro hat im 4. Quartal wegen höherer Abschreibungen und Steuerlasten weniger verdient als erwartet. Der Nettogewinn stieg zwar im Jahresvergleich um 3 % auf 410 Mio. €, verfehlte damit jedoch die Markterwartungen. Dennoch sollen zusätzliche Ausschüttungen in Höhe von 500 Mio. € an die Aktionäre durchgeführt werden, die sich aus Dividenden und einem Aktienrückkaufprogramm zusammensetzen.
Der Verpackungsspezialist Gerresheimer hat weiter mit Fehlern in der Bilanzierung vergangener Geschäftsjahre zu kämpfen. Die ursprünglich für den 26. Februar geplante Veröffentlichung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2025 wird deshalb verschoben. An der Börse kam das gar nicht gut an.
Der Verpackungshersteller Schott Pharma ist dank einer starken Nachfrage nach Spezialfläschchen mit einem Umsatz- und Gewinnplus ins neue Geschäftsjahr gestartet. Der Umsatz stieg im 1. Quartal 2025/26 (per Ende September) um 3,8 % auf 240,2 Mio. €. Das bereinigte Ebitda legte um 11 % auf 65,2 Mio. € zu. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde bestätigt. Treiber war das Geschäft mit Fläschchen, Ampullen und Karpulen. Die Sparte mit Verabreichungssystemen wie Spritzen stagnierte dagegen. Auf Jahressicht wird beim Umsatz mit einem währungsbereinigten Plus von 2 bis 5 % gerechnet – die Ebitda-Marge soll sich bei rund 27 % einfinden.
Der Thyssenkrupp-Wasserstofftochter Nucera droht nach Einbußen durch Projektverschiebungen und schwächeren Neubestellungen ein Verlustjahr. Im 1. Quartal sei der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21 % auf 75 Mio. € gesunken. Hauptgrund seien projektbedingte Verschiebungen im Segment Grüner Wasserstoff und temporär geringere Neubestellungen im Chlor-Alkali-Geschäft gewesen. Der Konzernumsatz gab um 44 % auf 147 Mio. € nach und das Ebit landete bei –4 Mio. €, nach zuvor +8 Mio. €. Für das Geschäftsjahr 2025/26 erwarte Nucera einen Umsatz zwischen 500 und 600 Mio. €, nach zuvor 845 Mio. €. Das Ebit soll zwischen –30 Mio. € und einem ausgeglichenen Ergebnis liegen nach zuvor 2 Mio. €.
Siemens Energy hat im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres den Gewinn gesteigert und die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis habe sich auf 1,16 Mrd. € mehr als verdoppelt. Dabei habe der Konzern auch von einem besseren Ergebnis der Problemtochter Gamesa profitiert. Für das Geschäftsjahr erwartet das Management im Gesamtkonzern weiterhin unter anderem ein vergleichbares Wachstum der Umsatzerlöse in der Bandbreite von 11 bis 13 % und eine Ergebnis-Marge vor Sondereffekten zwischen 9 und 11 %. Gamesa soll die Gewinnschwelle erreichen.
Amazon hat sich mit 5,3 % an Beta Technologies beteiligt, einem Anbieter elektrischer Luft- und Raumfahrttechnik, der im vergangenen Jahr an die Börse gegangen ist. Amazon.com NV Investment Holdings, eine Tochtergesellschaft des Konzerns, besitzt laut einer bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Meldung etwa 11,8 Mio. Aktien von Beta. Beta entwickelt, produziert und vertreibt Elektroflugzeuge, elektrische Senkrechtstarter, Antriebssysteme, Komponenten und Ladesysteme.
Estée Lauder wirft Walmart den Verkauf gefälschter Versionen einiger Düfte und Hautpflegeprodukte des Kosmetikunternehmens vor. Der Konzern hat Klage gegen den Einzelhändler eingereicht. In dieser wird Walmart Markenrechtsverletzung und falsche Herkunftsangabe vorgeworfen. In der Klageschrift wird behauptet, dass Walmart über seine Website Produkte verkauft habe, deren Markenauftritt mit einigen Marken von Estée Lauder – wie Le Labo, Clinique, La Mer, Tom Ford und Aveda – identisch oder im Wesentlichen nicht zu unterscheiden sei. Die Klage strebt eine gerichtliche Anordnung an, die Walmart den Verkauf der mutmaßlich gefälschten Produkte untersagen würde, sowie Schadensersatz.
Der US-Spielwarenhersteller Mattel hat mit schwachen Quartalszahlen und einem mauen Ausblick die Anleger verschreckt. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Mattel mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,18 bis 1,30 $. Im abgelaufenen Q4 blieb Mattel ebenfalls hinter den Prognosen zurück. Der Nettoumsatz stieg zwar um 7 % auf 1,77 Mrd. $, erwartet worden waren aber 1,84 Mrd. $. Starke Rabattaktionen im Dezember hätten die Margen belastet, hieß es vom Unternehmen. Mattel versucht derzeit, sein Geschäft breiter aufzustellen. Der Konzern will ein Unterhaltungsportfolio um seine bekannten Marken aufbauen. Dabei hofft das Unternehmen, den Erfolg des Kassenschlagers "Barbie" aus dem Jahr 2023 zu wiederholen. Geplant sind unter anderem ein "Masters of the Universe"-Film im Juni und ein "Matchbox"-Film auf Apple TV im Oktober. Zudem wurde eine mehrjährige Lizenzvereinbarung mit Paramount Skydance angekündigt, um ab 2027 Produkte zu den "Teenage Mutant Ninja Turtles" zu entwickeln und zu vermarkten. Mattel legte zudem ein Programm zum Rückkauf von Aktien im Volumen von 1,5 Mrd. $ auf, das bis 2028 abgeschlossen sein soll.
Hohe Abschreibungen auf das Geschäft mit E-Autos und gestiegene Kosten haben Ford zum Jahresende tief in die roten Zahlen gedrückt. Unter dem Strich stand im 4. Jahresviertel ein Verlust von –11,1 Mrd. $, wie der US-Autobauer mitteilte. Grund seien vor allem die bereits angekündigten Wertberichtigungen auf E-Auto-Programme. Der bereinigte Gewinn brach um rund die Hälfte auf 1 Mrd. $ ein. Ford verwies auf höher als erwartete Kosten durch einen Brand bei einem Aluminium-Zulieferer sowie Belastungen durch die Zölle von US-Präsident Donald Trump. Diese dürften im laufenden Jahr mit rund 2 Mrd. $ zu Buche schlagen. Für 2026 stellte das Management ein Ebit von 8 bis 10 Mrd. $ in Aussicht, was den Analystenerwartungen entspricht. Die Elektroauto-Sparte verzeichnete im vergangenen Jahr einen Verlust von –4,8 Mrd. $. Für das laufende Jahr rechnet Ford in diesem Bereich mit einem weiteren Minus von –4,0 bis –4,5 Mrd. $. Der Weg in die Gewinnzone wird durch die gedämpfte Nachfrage erschwert, nachdem der US-Kongress die staatliche Steuergutschrift von 7.500 $ für den Kauf neuer E-Autos gestrichen hat. Farley setzt nun große Hoffnungen auf eine neue, kostengünstige Plattform für Elektrofahrzeuge, die von einem Team in Kalifornien entwickelt wurde und mit der man die Entwicklungszeiten chinesischer Konkurrenten erreichen will.
Gilead Sciences hat im jüngsten Quartal einen höheren Gewinn verzeichnet, gestützt auf das Umsatzwachstum bei seinen Behandlungen für HIV und Lebererkrankungen. Das Biopharmaunternehmen meldete einen Gewinn von 2,18 (1,78) Mrd. $. Der Umsatz stieg um 5 % und übertraf damit die Analystenerwartungen deutlich. Die Produktverkäufe, die den größten Teil des Umsatzes von Gilead ausmachen, kletterten um 5 %. Geringere Umsätze mit dem COVID-19-Medikament Veklury wirkten dem teilweise entgegen. Für das Gesamtjahr stellte das Unternehmen einen bereinigten Gewinn je Aktie von 8,45 bis 8,85 $ und Produktumsätze von 29,6 bis 30 Mrd. $ in Aussicht.
Die EU-Kommission hat grünes Licht für Googles 32 Mrd. $ schwere Übernahme des Cybersicherheitsstartups Wiz gegeben. Die Kartellwächter der Europäischen Union erklärten, dass der Deal den Wettbewerb in der EU nicht beeinträchtigen werde. Kunden könnten zu Wettbewerbern wechseln, wenn die Alphabet-Tochter die Sicherheitsplattform von Wiz mit seinen eigenen bestehenden Produkten bündeln oder wenn die Plattform von Wiz mit einer Cloud, die mit Google konkurriert, inkompatibel werden würde. "Google liegt mit Blick auf die Marktanteile im Bereich Cloud-Infrastruktur hinter Amazon und Microsoft, und unsere Bewertung hat bestätigt, dass Kunden weiterhin glaubwürdige Alternativen und die Möglichkeit haben werden, den Anbieter zu wechseln", sagte die zuständige EU-Kommissarin Teresa Ribera.