börsenbericht
@GettyImages

Börsenbericht – DAX erholt

Mit Spannung wurde die Rede von US-Präsident Donald Trump in Davos erwartet – und die Marktreaktion folgt auf dem Fuße. Im Vorfeld der Rede auf dem Weltwirtschaftsforum gerieten die Börsen unter Druck, da Trump Zölle angedroht hat, wenn der Grönland-Konflikt nicht zu seinen Bedingungen gelöst werden sollte. Diese sind nun vom Tisch. Zwar bestätigte Trump seinen Anspruch auf Grönland, er betonte jedoch auch, keine Gewalt anwenden zu wollen. Zudem sollen nicht wie angekündigt ab dem 1. Februar Zölle von 10 % durchgesetzt werden. Unklarheit herrscht jedoch weiterhin darüber, wie die von Trump verkündete Einigung über Grönland im Detail aussehen soll. Derzeit ist nur von einer Rahmenvereinbarung die Rede. An den Börsen zeigten sich Anleger dennoch erleichtert. Der DAX beendete den Handel zur Wochenmitte zwar mit einem Minus von 0,6 % und entfernte sich damit zunächst weiter von seinem Allzeithoch bei 25.507 Zählern. Da das Zollthema jedoch vorerst vom Tisch ist, hellte sich die Stimmung hierzulande auf. Allerdings ist weiter Vorsicht geboten, denn ob es sich um eine nachhaltige Trendwende bei den Verhandlungen mit US-Präsident Donald Trump handelt, bleibt ungewiss. Neben dem wieder aufflammenden Zollkonflikt rückte zuletzt auch die Frage nach der Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed in den Fokus der Aufmerksamkeit. Das Oberste Gericht der USA hat deutliche Zweifel am Versuch von Donald Trump, Notenbank-Vorständin Lisa Cook zu entlassen. Bei einer Anhörung äußerten die Richter aus beiden politischen Lagern Skepsis an den Vorwürfen der Regierung. Sie betonten nochmals die besondere verfassungsrechtliche Stellung und Unabhängigkeit der Fed. An der Wall Street sorgte indes die Entwicklung in Davos für Erleichterung bei den Anlegern. Alle drei Leitindizes verbuchten zur Wochenmitte ein Plus von 1,2 %. 

Eine Kaufempfehlung des Bankhauses Metzler hat Scout24 zwischenzeitig Rückenwind gegeben. Zwar sei die Konkurrenzgefahr durch KI weiterhin gegeben, allerdings müsse man sie für jede Branche differenziert betrachten, so der Analyst. Der Plattformbetreiber könne als einer der Ersten von agentischer KI profitieren. 

Der Hersteller von Computer-Tastaturen und Hardware- sowie Softwarelösungen im Bereich Digital Healthcare, Cherry, hat einen neuen Abschlussprüfer für den Jahres- und Konzernabschluss 2025. Nachdem der vorherige Abschlussprüfer RSM Ebner Stolz AG die Annahme des Prüfungauftrags abgelehnt hatte, übernimmt nun KPMG. 

Ein Rückschlag im Streit um mutmaßlich asbestbelastetes Babypuder hat den Aktienkurs von Johnson & Johnson zeitweise unter Druck gesetzt. Ein vom Gericht bestellter Experte hat seine Empfehlung ausgesprochen, Kläger-Aussagen zuzulassen. Damit gerieten die über den Markterwartungen liegenden jüngst veröffentlichten Geschäftszahlen in den Hintergrund. 

Fortec Power, eine Tochter von Fortec Elektronik, hat einen Auftrag mit einem Gesamtvolumen von 3,8 Mio. $ eingesammelt. Die Order im Bereich Defence umfasst die Lieferung spezialisierter Stromversorgungslösungen für verteidigungsnahe Anwendungen und wird über mehrere Jahre abgewickelt. Der Auftrag dürfte sich im Geschäftsjahr 2026/27 positiv auf Umsatz und Ergebnis des Mutterkonzerns auswirken. 

Für 5,3 Mrd. € will der Frankfurter Börsenbetreiber Dt. Börse die Fondsplattform Allfunds kaufen – das wäre die größte Übernahme der Unternehmensgeschichte. Den Allfunds-Aktionären bietet der DAX-Konzern demnach 8,80 € je Papier. Davon sollen 6,00 € in bar und der Rest in eigenen Aktien sowie einer Bardividende gezahlt werden. Das Management der Fondsplattform hat bereits angekündigt, das Angebot zu unterstützen.