Die Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende in Nahost ließen die Investoren an den Aktienmärkten aufatmen und der DAX konnte sich deutlich erholen. Ausgelöst wurde die Kehrtwende nach den zuletzt herben Kursverlusten durch US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte angedeutet, dass der Krieg der USA und Israels gegen den Iran bald abgeschlossen sein könnte.
Trump sagte am Montag in einem Interview mit CBS News, dass er den Krieg gegen den Iran "für so gut wie beendet" halte und dass Washington seinem ursprünglich geschätzten Zeitrahmen von vier bis fünf Wochen "sehr weit voraus" sei. Insidern zufolge erwägt der US-Präsident zudem Maßnahmen zur Marktberuhigung. Dazu könnten eine Lockerung der Ösanktionen gegen Russland sowie die Freigabe strategischer Reserven gehören.
Das Nordseeöl Brentund das US-Öl WTI verbilligten sich am Dienstag in der Spitze um rund 11 % auf 88,05 beziehungsweise 84,43 $ je Fass. Zu Wochenbeginn waren die Notierungen des schwarzen Goldes wegen der Furcht vor Versorgungsengpässen bis auf 119,50 $ je Fass geschossen, den höchsten Stand seit Mitte 2022. Der rasante Preisanstieg von zeitweise mehr als 60 % seit Beginn des Krieges Ende Februar schürte Konjunktur- und Inflationssorgen.
Auf der Unternehmensseite haben Investoren zudem die Zahlen von Europas größtem Autobauer VW im Blick. Einblick in ihre Bücher gewähren auch Hugo Boss und ATOSS Software. Am Abend stehen die Geschäftszahlen von Oracle an. Bei dem SAP-Rivalen richten Anleger ihr Hauptaugenmerk auf das Cloud-Geschäft. Sie wollen eine Bestätigung, dass die ehrgeizigen Pläne zum Ausbau der KI-Infrastruktur durch entsprechendes Wachstum gerechtfertigt sind.
Eine negative Erscheinung waren die Aktien von Gerresheimer . Im Falle des Verpackungsherstellers belastete es den zuletzt erholten Kurs, dass es von der Finanzaufsicht Bafin nochmals eine Mitteilung gab zu ausgeweiteten Bilanzprüfungen. Aus dem SDAX teilte außerdem der Pharmawirkstoffforscher Evotec mit, dass er seinen Umbau mit weiteren Kostensenkungen vorantreiben möchte.