Zwischen Zins- und Inflationssorgen könnte der DAX die 25.000 Punkte-Marke zurückerobern. Diese psychologisch wichtige Marke hatte der dt. Leitindex gestern erstmals seit Juli wieder unterschritten. Nach dem jüngsten Ausverkauf am Anleihenmarkt hatte sich die Lage dort ebenfalls wieder etwas beruhigt. Zwischenzeitig rückte die Entwicklung am französischen Anleihemarkt in den Vordergrund. Die Anleihen mit einer zehnjährigen Laufzeit rentierten gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen mit einem Aufschlag, den es zuletzt während der Euro-Schuldenkrise 2012 gab. Mit Spannung wurde der US-Arbeitsmarktbericht erwartet, der weitere Hinweise auf die künftige Geldpolitik der Notenbank Fed geben dürfte. Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel geringer aus als am Markt erwartet. Damit stieg die Sorge vor weiteren Zinsanhebungen. Auch der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe deutete zuletzt auf einen anhaltenden Preisdruck hin. Positiv nahmen Anleger derweil die Äußerungen des stellvertretenden Fed-Vorsitzenden Philip Jefferson auf. Er deutete an, dass die Notenbanker sich nach der Zinserhöhung im September nun in Geduld über könnten. Die US-Leitindizes konnten mehr oder weniger fester schließen: Während der Dow Jones minimal auf 50.926 Punkte zulegen konnte, schloss der S&P 500 0,2 % fester. Die Technologiebörse Nasdaq trat bei 26.871 Zählern mehr oder weniger auf der Stelle. Bremswirkung dürften auch die weiterhin hohen Ölpreise haben. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich zuletzt wieder auf über 100 $. Ein Grund ist neben der Situation im Nahen Osten auch der Exportstopp von Ölprodukten aus chinesischen Raffinerien, die Medienberichten zufolge vorerst ausgesetzt werden. Grund könnte die Sorge um die Verfügbarkeit von Produkten am heimischen Markt sein.
Zum Wochenschluss standen vor allem die Sportwerte im Fokus der Anleger. Das Branchenschwergewicht Nike hatte seinen Quartalsbericht vorgestellt und die Markterwartungen verfehlt. Vor allem der Ausblick auf das Gesamtjahr enttäuschte. Im Zuge dessen gaben auch Adidas und Puma nach.
Der Kurs der Commerzbank geriet zwischenzeitig unter Druck. Nachdem bereits die Dt. Bank das Geldhaus herabgestuft hatte, gab zuletzt noch die kanadische Bank RBC ihr positives Votum auf.
Der schwedische Autobauer Volvo kappt wegen schwieriger Geschäfte in China und den USA seine Jahresziele. Obwohl das Geschäft in Europa stabil laufe, seien die Pläne für Absatz und Barmittelzufluss nicht mehr erreichbar, teilte das Unternehmen am Freitag in Göteborg mit. Für das gerade abgelaufene 3. Quartal erwartet der scheidende Konzernchef Håkan Samuelsson einen Gewinneinbruch und nannte zudem keine neuen Ziele für die nahe Zukunft.
Novartis baut über ein Lizenzabkommen mit dem chinesischen Biotech-Unternehmen Abogen Biosciences sein Portfolio von RNA-basierten Therapien aus. Im Mittelpunkt steht ABO2203, ein neuartiger Wirkstoff zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen, wie aus einer Mitteilung von Abogen hervorgeht. Für den Pharmakonzern beinhaltet die Vereinbarung eine weltweite exklusive Lizenz für ABO2203 sowie Optionen auf weitere Wirkstoffprogramme, die auf Abogens RNA-Plattform basieren. Im Gegenzug erhält Abogen zunächst eine Vorauszahlung von 575 Mio. $. Werden alle vereinbarten Optionen für die weiteren Programme ausgeübt und die jeweiligen Entwicklungs-, Zulassungs- und kommerziellen Meilensteine erreicht, könnten bis zu rund 7,2 Mrd. $ an Meilensteinzahlungen hinzukommen.