Ein erneut kräftiger Anstieg des Ölpreises verhagelte den Anlegern einmal mehr die Stimmung. Nachdem der Preis zeitweise deutlich unter 100 $ gerutscht war, schob die Sorge um die Versorgung mit Öl aus dem Nahen Osten den Preis wieder an. Die Situation zwischen dem Iran und den USA bleibt weiterhin unsicher. Nach Angaben der britischen Schifffahrtsbehörde UKMTO wurde zuletzt erneut ein Frachtschiff in der Straße von Hormus getroffen und geriet in Brand. Hinzu kamen die jüngsten Aussagen des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian bei der UN-Generaldebatte, der den Druck der USA zurückwies. Der DAX entfernte sich zuletzt wieder von der wichtigen 26.000 Punkte-Marke. Auch von der Wall Street kommen durchwachsene Vorgaben. Der Dow Jones gab zur Wochenmitte 0,7 % nach, während der S&P 500 0,8 % leichter schloss. Die Technologiebörse Nasdaq gab um 1,1 % nach, nachdem am Vortag noch ein neues Rekordhoch erreicht werden konnte. Für heute steht das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping auf der Agenda. Marktteilnehmer hoffen auf eine weitere Annäherung im Handelsstreit zwischen den beiden Parteien. US-Finanzminister Scott Bessent verkündete jüngst eine Verlängerung der Zollpause zwischen den USA und China. Das entsprechende Abkommen läuft am 10. November aus und wurde nun bis zum 10. Januar verlängert.
Der Biokraftstoffhersteller Verbio will nach dem starken vergangenen Geschäftsjahr noch eins draufsetzen. Demnach peilt CEO Claus Sauter für das bis Ende Juni 2027 laufende Geschäftsjahr eine weitere deutliche Reduzierung der Nettoverschuldung an. Zugleich soll das Ebitda auf 210 bis 250 Mio. € steigen. Helfen sollen dabei vor allem höhere Beiträge im Bioethanol- und Biomethangeschäft. Im Geschäftsjahr 2025/26 hatte der Konzern im Zuge des Iran-Kriegs von stark gestiegenen Preisen an den Zapfsäulen profitiert. Das operative Ergebnis schwoll testierten Zahlen zufolge mit knapp 194 Mio. € auf mehr als das Dreizehnfache des Vorjahreswertes an, während der Umsatz sich um fast ein Fünftel auf 1,87 Mrd. € erhöhte. Unter dem Strich verdiente Verbio 64 Mio. €, nach einem Verlust von fast –138 Mio. € im Vorjahr.
Die Aktie von MTU profitierte zwischenzeitig von einer positiven Analysteneinschätzung. Der neu zuständige Citigroup-Analyst Conor Dwyer traut den Aktien mit seinem Kursziel von 445 € sogar noch weitaus mehr zu als die Rückkehr zum Rekord von fast 405 € aus Februar. Er drehte seine Einstufung von "Sell" auf "Buy" und drückte den Aktien zudem den Stempel "Positive Catalyst Watch" auf.
Bayer hat sich mit einer Hybridanleihe weiteren finanziellen Spielraum gesichert. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern verkaufte Hybridanleihen für insgesamt 2 Mrd. €. Damit werde das Gesamtvolumen der ausstehenden Hybridanleihen auf 6,55 Mrd. € aufgestockt. Die Papiere haben in beiden Tranchen eine Laufzeit von 30 Jahren. Die Platzierung erfolgt laut Unternehmen auf die Investition des Finanzinvestors Apollo, der für eine Beteiligung an Bayers Geschäft mit sogenannten reversiblen Langzeit-Verhütungsmitteln (LARC) eine Finanzspritze über 3 Mrd. € Eigenkapital geleistet hatte.