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Börsenbericht – Erholung nach Zinsanhebung

Nachdem die US-Notenbank Fed den Leitzins, wie erwartet, angehoben hat, zeigten sich Anleger hierzulande erleichtert und der DAX konnte zeitweise einige Punkte aufholen. Zuletzt konnte sich der dt. Leitindex weiter von der psychologisch wichtigen Marke bei 25.000 Zählern absetzen. Bereits zur Wochenmitte konnte der DAX wieder leicht aufholen, nachdem die Ölpreise etwas nachgegeben hatten. Für Impulse wird heute die gestrige Entscheidung der US-Notenbank Fed sorgen, den Leitzins um 0,25 % zu erhöhen. „Die Inflation ist schlicht zu hoch und das schon zu lange", betonte Fed-Chef Kevin Warsh. Mit der Entscheidung war am Markt zwar gerechnet worden, die offene Frage blieb, wie das weitere Vorgehen aussehen wird. Die Notenbanker ließen durchblicken, dass ein weiterer Zinsschritt bis Ende des laufenden Jahres folgen dürfte. Da US-Präsident Donald Trump mehrfach Zinssenkungen gefordert hatte, bewies die Fed und damit auch der von Trump favorisierte Kevin Warsh die Unabhängigkeit der Notenbank. Als Reaktion auf den Beschluss der Währungshüter erklärte er, dass die Zinssätze in den USA bei 1 % oder darunter liegen sollten. Die Zinsen müssten rasch gesenkt werden, findet Trump. An der Wall Street reagierten Anleger indes verhalten auf die Zinsanhebung. Der Dow Jones schloss 1,2 % leichter, während der S&P 500 0,4 % nachgab. Die Technologiebörse Nasdaq trat bei 25.978 Punkten mehr oder weniger auf der Stelle. 

Der Industriedienstleister Bilfinger kämpft wegen des länger als erwartet anhaltenden Kriegs im Nahen Osten unterdessen weiter mit einer mauen Nachfrage. Die Entwicklung im 2. Halbjahr bleibe bislang hinter den Erwartungen zurück. Bilfinger senkte daher seine Prognosen für das laufende Jahr und setzte ein Sparprogramm auf. 

Angesichts der wirtschaftlichen Lage in der Welt verabschiedet sich der Spezialchemiekonzern Wacker Chemie von seinen ehrgeizigen Zielen für die kommenden Jahre. Ein Umsatz von rund 10 Mrd. € im Jahr 2030 sei nicht erreichbar. Die operative Marge (Ebitda) soll statt bei mehr als 20 % nur noch bei etwa 15 % landen. 

Der Energieversorger RWE hat seine Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion wie erwartet ausgebaut. Damit wächst der durchgerechnete Anteil an Amprion auf 58 %.

Berentzen bestätigte jüngst Gespräche zu einer Übernahme durch einen Branchenriesen aus den USA. Mit dem auf Whiskey spezialisierten Konkurrenten Sazerac wird über ein öffentliches Übernahmeangebot verhandelt, wie der Schnaps- und Getränkehersteller mitteilte. Für Sazerac mit Marken wie Southern Comfort und Buffalo Trace wäre eine solche Übernahme leicht zu stemmen: Dem "Wall Street Journal" zufolge bot Sazerac in diesem Jahr dem Jack-Daniel's-Hersteller Brown-Forman eine rund 15 Mrd. $ schweren Übernahmedeal an, bekam aber im ersten Anlauf einen Korb. Stattdessen kaufte Sazerac jüngst den britischen Spirituosen-Hersteller Au Vodka.