Effectenspiegel-TaeglicherBoersenbericht-boersenschart.jpg
@GettyImages

Börsenbericht – Erneute Angriffe bremsen

Nach erneuten Angriffen im Nahen Osten hat sich die Stimmung an den Börsen einmal mehr eingetrübt. Es herrschte gerade einmal Ruhe im Iran, nun wurden neue Angriffe gemeldet. Offenbar hat das iranische Regime US-Militärziele in Jordanien attackiert, während die USA gemeinsam mit Saudi-Arabien Iran-freundliche Milizen im Irak ins Visier nahmen. Im Zuge der erneuten Auseinandersetzungen zogen die Ölpreise wieder deutlich an. Für die Aktienmärkte kommt noch der anhaltende Ausverkauf der Tech-Werte belastend hinzu. In Asien hatte sich die Talfahrt der Chip-Werte einmal mehr beschleunigt. Vor den Quartalszahlen der US-Tech-Schwergewichte Microsoft und Meta dürften es Anleger zusätzlich zur Wochenmitte ruhiger angehen lassen. Für morgen stehen dann noch die Ergebnisse von Apple und Amazon an. Die Technologiebörse Nasdaq gab im gestrigen Handel um 0,2 % nach, während der Dow Jones noch 1 % zulegen konnte. Die Vorgaben für den DAX fallen also verhalten aus. Nun muss sich zeigen, ob sich der dt. Leitindex der allgemeinen Marktschwäche entziehen kann. Zuletzt hielt er sich immerhin weiter über der psychologisch wichtigen Marke bei 25.000 Punkten. Für heute Abend steht zudem die nächste Entscheidung der US-Notenbank Fed an. Analysten erwarten, dass der Leitzins unangetastet bleibt und damit weiterhin in der Spanne von 3,50 bis 3,75 % verharrt. 

Der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 hat im zweiten Quartal bei Umsatz und Ergebnis kräftig zugelegt. Der Absatz kletterte um rund ein Fünftel auf 240.298 Fahrzeuge, wie das MDAX-Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Die Berliner steigerten den Umsatz gar um fast ein Viertel auf 2,4 Mrd. €. Vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereffekten zog der Gewinn um 38,4 %. Für das Gesamtjahr bleibt Auto1-Chef Christian Bertermann bei seiner Prognose.

Der Industrie-Recycler Befesa hat im 2. Quartal mehr verdient als erwartet. Der Ausblick für das Gesamtjahr bekräftigte der SDAX-Konzern. Der Umsatz erhöhte sich um 3,8 % auf rund 304 Mio. €. Das bereinigte Ebitda stieg um rund 17 % auf 66 Mio. €. Unter dem Strich kletterte der Gewinn im Quartal um 13,5 %. Für das laufende Jahr erwartet das Management um Konzernchef Asier Zarraonandia weiter ein Anstieg des bereinigten Ebitda um 3 bis zu 11 %. 

Die Schweizer Großbank UBS hat ihren Gewinn im 2. Quartal deutlich gesteigert. Der Konzerngewinn erreichte 2,8 Mrd. $. Dabei fiel allerdings ein positiver Steuereffekt aus dem Vorjahreszeitraum weg. Vor Steuern sprang der Gewinn sogar um 64 % auf 3,6 Mrd. $ nach oben. Angesichts der Unsicherheit rund um schärfere Kapitalanforderungen ist das Management mit seinem Zeitplan für weitere Aktienrückkäufe jedoch zurückhaltend.

Der Rüstungszulieferer und Börsenneuling Vincorion profitierte weiterhin kräftig von den höheren Wehrausgaben westlicher Staaten. Der Umsatz stieg im 2. Quartal um fast 45 % auf 81,2 Mio. €. Die kompletten Halbjahreszahlen will das Unternehmen am 13. August veröffentlichen.

Der Windturbinenbauer Nordex hat im abgelaufenen Quartal überraschend viel verdient. Das Ebitda hat sich mit 224 Mio. € mehr als verdoppelt und der Umsatz um gut 16 % zugelegt. CEO José Luis Blanco hat die Ziele für das laufende Jahr nochmals bekräftigt. 

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF will ab August weitere eigene Aktien zurückkaufen. Das neue Programm habe ein Volumen von bis zu 1 Mrd. € und der Rückkauf soll bis Ende April 2027 abgeschlossen sein. Es sei Teil des im September 2024 angekündigten Aktienrückkaufs in Höhe von insgesamt 4 Mrd. € bis Ende 2028. Die zurückgekauften Aktien möchte das Unternehmen einziehen. Damit soll das Grundkapital entsprechend herabgesetzt werden.

Krones hat sich im 2. Jahresviertel erfolgreich gegen ein zunehmend schwieriges Wirtschaftsumfeld und den anhaltend negativen Währungseffekten gestemmt. Die Investitionsbereitschaft der Kunden sei weiterhin robust, teilte der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller mit und bestätigte seine Ziele für das Gesamtjahr. Von April bis Juni stieg der Auftragseingang um 3,5 %, während die Erlöse um 1,5 % auf knapp 1,34 Mrd. € zulegten. Mit einem Ebitda-Anstieg auf 143,9 Mio. € konnten die Markterwartungen sogar leicht übertroffen werden. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Gewinn in Höhe von 70,5 (69,7) Mio. €.