Nachdem zum Wochenstart der Optimismus an den Börsen zurückgekehrt war, sind die Gewinne im DAX zur Wochenmitte bereits wieder abgebaut. Zuletzt pendelte der dt. Leitindex weiterhin unterhalb der 25.000 Punkte-Marke. Die Frage nach den Folgen des Einsatzes Künstlicher Intelligenz für verschiedene Branchen sorgte für Zurückhaltung bei den Anlegern. An der Wall Street sorgte der Kursrutsch bei den Tech-Werten für Kursrückgänge bei den Leitindizes. Der Dow Jones gab 0,3 % nach und der S&P 500 verlor 0,8 %. die Technologiebörse Nasdaq büßte 1,4 % ein. Auslöser waren die jüngsten Fortschritte bei KI nach der Einführung eines Zusatzmoduls beim Chatbot Claude des KI-Unternehmens Anthropic. Das Tool ermöglicht den Einsatz des Sprachmodells für juristische Aufgaben. Im Zuge dessen gerieten Softwareunternehmen unter Druck, da die Sorge erneut aufflammte, dass sich die Investitionen der Softwareunternehmen nicht auszahlen – oder ob neue Entwicklungen nicht überholen. Für heute stehen erneut einige Unternehmensergebnisse im Fokus. Die Preise für Gold und Silber setzten ihren Erholungskurs nach den jüngsten Turbulenzen zur Wochenmitte fort. Der Preis für eine Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) stieg zuletzt wieder auf mehr als 5.000 $. Eine ähnliche Preisentwicklung zeigte sich auch beim Silber, das den Erholungskurs ebenfalls fortsetzte. Hier wurde die Feinunze bei knapp 90 $ gehandelt. Der Silberpreis war mit den Marktturbulenzen zum Wochenstart bis auf 71 $ gefallen, nachdem er am vergangenen Donnerstag ein Rekordhoch bei über 121 $ erreicht hatte.
Pfizer hat Studienergebnisse für ein noch nicht zugelassenes Medikament zur Senkung des Körpergewichts veröffentlicht. Diese haben am Markt enttäuscht. Der Pharmakonzern hatte das Mittel im vergangenen Jahr nach einem heftigen und kostspieligen Bieterwettstreit erworben. Das per Injektion verabreichte Medikament "PF'3944" habe in einer klinischen Studie der Phase 2 nach 28-wöchiger Behandlung zu einem Gewichtsverlust von 12,3 % im Vergleich zu einem Placebo geführt, teilte Pfizer mit.
Walmart hat als erster Einzelhändler einen Börsenwert von 1 Bill. $ erreicht. Damit schließt sich das Unternehmen wachsenden Gruppe von Konzernen an, die eine solche Bewertung aufweisen, darunter Amazon, Nvidia, Meta und Microsoft. Zuletzt wurde der Kurs getrieben durch die Begeisterung der Anleger für das Wachstum des Online-Geschäfts sowie durch Investitionen in Automatisierung und Technologien der Künstlichen Intelligenz, die dem Unternehmen zu mehr Effizienz verhelfen sollen.
Derweil konnte der Pumpen- und Armaturenhersteller KSB mit seinen vorläufigen Ergebnissen überzeugen. Vor allem im Wassermarkt lief es im Schlussquartal demnach besser. Auch 2026 soll der Wachstumskurs weiter beibehalten werden, auf eine genaue Prognose wurde jedoch noch nicht ausgegeben. 2025 sei der Umsatz währungsbereinigt um 5 % gestiegen und die bereinigte Ebit-Marge landete bei 9,1 %. Das vollständige Zahlenwerk folgt am 26. März.
Der Spezialist für Online-Werbevermarktung YOC hat indes die Ziele verfehlt. Bereits im Oktober musste der Konzern eine Gewinnwarnung ausgeben. Die vorläufigen Berechnungen für das abgelaufene Geschäftsjahr lagen jedoch nochmals darunter. Der Umsatz stieg lediglich um 6,1 % auf 37,1 Mio. €, das Ebitda halbierte sich auf 2,4 Mio. € und unter dem Strich stand sogar ein Verlust. Der Vorstand verwies unter anderem auf die kurzfristige Budgetzurückhaltung einiger Kunden sowie eine erhöhte Volatilität bei Kampagnenbuchungen.
Die Ergebnisse von PepsiCo. kamen am Markt derweil gut an. Der Konzern verbuchte im vergangenen Quartal einen Umsatz von 20,34 Mrd. $ und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Zudem will der Konzern auf den Widerstand der Verbraucher gegen frühere Preiserhöhungen reagieren und die Preise für Kernmarken wie Lay's und Doritos um bis zu 15 % senken.
Für 12,3 Mrd. $ übernimmt die Banco Santander Webster Financial, die Holdinggesellschaft der Webster Bank. Die Transaktion soll aus Barmitteln und Aktien bestehen. Gemäß Vereinbarung bekommen Webster-Aktionäre 48,75 $ in bar und 2,0548 US-Hinterlegungsscheine von Santander pro Webster-Aktie. Webster soll eine Einheit von Santander werden, die sich vollständig im Besitz der spanischen Bank befindet. Nach Abschluss der Transaktion wird Christiana Riley US-Chefin von Santander und CEO von Santander Holdings USA bleiben. Die Transaktion soll in der 2. Jahreshälfte abgeschlossen werden.
Infineon baut das Sensorgeschäft mit einem Zukauf aus. Der Chiphersteller übernimmt das nicht-optische Analog-/Mixed-Signal-Sensorportfolio von AMS-Osram für 570 Mio. €. Der Konzern stärkt damit seine Position bei Sensoren für Automobil- und Industrieanwendungen und erweitert die Produktpalette bei Sensoren für medizinische Anwendungen. Infineon geht davon aus, dass das zugekaufte Geschäft im Kalenderjahr 2026 einen Umsatz von rund 230 Mio. € erzielt wird. Sofort nach Abschluss der Transaktion soll es sich ergebnissteigernd auf den Gewinn pro Aktie auswirken. Der Deal umfasst keine Produktionsstätten.
EnBW hat zwei grüne Hybridanleihen mit einem Gesamtvolumen von 1 Mrd. € begeben. Die Erlöse sollen in Solarparks, On- und Offshore-Windparks, Schnellladestationen für E-Autos sowie den Ausbau der Netzinfrastruktur investiert werden. Die erste Tranche über 500 Mio. € mit einem anfänglichen Kupon von 3,625 % hat eine Laufzeit von 30 Jahren mit einer ersten Rückzahlungsoption in 2031. Die zweite Tranche mit einem anfänglichen Kupon von 4,5 % hat ebenfalls eine Laufzeit von 30 Jahren mit einer ersten Rückzahlungsoption in 2035. Ausgabetag ist der 10. Februar 2026.
Intel will künftig eigene Grafikprozessoren (GPUs) entwickeln und damit die Dominanz des Rivalen Nvidia angreifen. Das Unternehmen habe bereits eine Führungskraft für diesen Bereich eingestellt, sagte Konzernchef Lip-Bu Tan. Grafikchips wurden ursprünglich für Videospiele entwickelt, sind wegen ihrer enormen Rechenleistung inzwischen aber unverzichtbar für das Training von KI-Modellen. In diesem Bereich ist bislang der US-Konzern Nvidia marktbeherrschend.
Der französische Reifenhersteller Michelin verstärkt sich mit einem Zukauf in den USA. Für eine nicht näher genannte Summe wird Flexitallic mit Sitz in Texas übernommen. 2025 erzielten die Amerikaner einen Umsatz von rund 220 Mio. $. Die Transaktion soll in der 1. Jahreshälfte abgeschlossen werden. Michelin finanziert die Transaktion aus dem Barmittelbestand.
In 2026 rechnet der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk mit einem Umsatzrückgang, da die Preise für Ozempic und Wegovy in den USA sinken werden. Der Konzern erwartet einen Rückgang des bereinigten Umsatz zu konstanten Wechselkursen um 5 bis 13 %. Ende letzten Jahres kündigte Novo Nordisk an, die US-Barpreise für Semaglutid für bestehende Selbstzahler auf 349 $ pro Monat zu senken. Der Konzern vertreibt den Wirkstoff unter den Namen Ozempic und Rybelsus gegen Typ-2-Diabetes und als Wegovy zur Gewichtsabnahme. Das Unternehmen habe zudem eine Vereinbarung mit der Trump-Regierung getroffen, die Medikamente für 245 $ pro Monat an Medicare zu verkaufen, wobei die Patienten eine Zuzahlung von 50 $ leisten müssten.
Zur Finanzierung weiterer Rechenzentren hat Oracle eine Kapitalerhöhung angekündigt. Insgesamt sollen neue Aktien im Volumen von bis zu 20 Mrd. $ ausgeben werden. Insgesamt will der Softwarekonzern im laufenden Jahr bis zu 50 Mrd. $ aufnehmen, unter anderem durch die Emission von Anleihen. Oracle hat sich ehrgeizige Ziele für den Ausbau seiner KI-Infrastruktur gesetzt. Analysten beobachten dies mit Sorge, weil das US-Unternehmen bereits auf einem Schuldenberg von etwa 100 Mrd. $ sitzt.