Die anhaltende Hoffnung auf eine Einigung zwischen dem Iran und den USA hat die Börsen weltweit zuletzt weiter angeschoben und die Ölpreise sinken lassen. Hierzulande zeigten sich Anleger indes zurückhaltender. Immerhin konnte der DAX die wichtige Marke bei 24.000 Punkten zwischenzeitig wieder zurückerobern. Für positive Stimmung sorgten einmal mehr Aussagen von US-Präsident Donald Trump. Er sagte in einem Fernsehinterview mit dem Sender Fox News, dass er glaubt, der Iran-Krieg sei “fast vorbei”. Zuvor hatte er bereits Andeutungen über weitere Verhandlungen gemacht. Vizepräsident JD Vance hatte erklärt, dass Trump ein “großes Abkommen” anstrebe. Nun müssen den Worten und Ankündigungen Taten folgen. An der Wall Street konnten sich die Leitindizes weiter erholen: Der Dow Jones beendete den Handel 0,7 % fester, der S&P 500 legte um 1,2 % zu und die Technologiebörse Nasdaq 2,0 %. Neben dem Iran-Krieg wird vor allem die US-Berichtssaison für neue Impulse sorgen. Auch hierzulande haben einige Unternehmen bereits erste Ergebnisse für die ersten 3 Monate vorgestellt. Medienberichten zufolge will die EU zudem die Stromsteuer senken und erneuerbare Technologien deutlich ausbauen. Dem Bericht zufolge soll gezielt Elektrizität verbilligt werden und Mitgliedstaaten sollen die Stromsteuer für energieintensive Industrien leichter auf null senken können. Eine offizielle Stellungnahme gab es bisher jedoch noch nicht.
Bei dem Finanzdienstleister Hypoport hat sich die Nachfrage nach Immobilienkrediten im 1. Quartal zurückhaltend entwickelt. Das über die Plattform Europace abgewickelte Finanzierungsvolumen stagnierte in den ersten 3 Monaten des Jahres auf Vorjahresniveau bei 20,3 Mrd. €. Die Erholung im deutschen Wohnimmobilienmarkt wurde vor allem vom volatile Umfeld ausgebremst, hieß es vom Unternehmen. Zudem wurden im Bereich private Immobilienfinanzierung vor allem Käufe von Bestandsimmobilien finanziert – alle voran der Anteil der Eigentumswohnungen habe weiter zugenommen. Kredite für Neubau und energetische Sanierung entwickelten sich hingegen verhalten.
In den kommenden zwei Jahren will der Automobilhersteller Renault sein Ingenieursnetz um 15 bis 20 % reduzieren. Damit würden die Franzosen bis zu 2.400 Stellen streichen. CEO François Provost, der im vergangenen Monat einen tiefgreifenden Konzernumbau angekündigt hatte, will erreichen, dass der Konzern sich an den chinesischen Arbeitsmethoden orientiert. Durch die Zusammenarbeit mit chinesischen Ingenieuren in seinem Forschungs- und Entwicklungszentrum in China konnte Renault die Entwicklungszeit für den neuen Twingo bereits auf 21 Monate verkürzen.
Boeing hat im März 46 Flugzeuge ausgeliefert. Damit lagen die Auslieferungen im 1. Quartal über dem Vorjahreszeitraum. In den ersten 3 Monaten des laufenden Jahres wurden 143 Flugzeuge an Kunden übergeben, nach 130 im Vorjahreszeitraum. Boeing verzeichnete in diesem Zeitraum brutto 33 Bestellungen, darunter 25 der 737-Modelle und acht 787 Dreamliner. Die Nettobestellungen beliefen sich im Q1 auf 140.
Der US-Pharmakonzern Eli Lilly übernimmt das Biotech-Unternehmen Crossbridge Bio. Für das auf präklinische Forschung fokussierte Biotech-Unternehmen zahlt der Konzern bis zu 300 Mio. $. Der Kaufpreis umfasst eine nicht näher bezifferte Vorauszahlung sowie eine potenzielle Meilensteinzahlung. Das in Houston ansässige Unternehmen entwickelt Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs) mit doppelter Nutzlast. Der wichtigste Kandidat des Unternehmens soll voraussichtlich noch in diesem Jahr in die klinische Erprobung gehen.
Lockheed Martin hat vom US-Verteidigungsministerium einen Auftrag im Volumen von bis zu 1,9 Mrd. $ erhalten. Der zehnjährige Rahmenvertrag sieht vor, dass der Rüstungskonzern das C-130J Maintenance and Aircrew Training System-Programm fortführt. Das Programm konzentriert sich auf die Ausbildung von Flugbesatzungen und Wartungspersonal für Lockheeds C-130J-Militärflugzeuge. Der neue Vertrag erweitert die Unterstützung für Flugbesatzungen auf die US Navy Reserve und die US Coast Guard.
Meta und der Chipkonzern Broadcom haben ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung maßgeschneiderter Prozessoren für Künstliche Intelligenz bis 2029 verlängert. Die erweiterte Partnerschaft umfasse zunächst eine Rechenkapazität von über 1 GW. Dies entspricht einer Leistung, die rund 750.000 US-Haushalte mit Strom zu versorgen. Meta hatte im vergangenen Monat vier neue Chips im Rahmen seines MTIA-Programms (Meta Training and Inference Accelerator) vorgestellt. Der erste Chip namens MTIA 300 kommt bereits in Metas Ranking- und Empfehlungssystemen zum Einsatz. Drei weitere Generationen sollen bis 2027 folgen und sind für die Inferenz konzipiert – den Prozess, bei dem KI-Modelle auf Nutzeranfragen reagieren. Die anfängliche Kapazitätszusage von einem Gigawatt stelle nur die erste Phase eines "nachhaltigen Multi-Gigawatt-Ausbaus" dar, hieß es. Broadcoms Ethernet-Technologie soll zudem die wachsenden KI-Computercluster von Meta vernetzen.
Der Halbleiteranlagenbauer ASML hat seine Umsatzprognose aufgrund der anhaltend hohen Investitionen der Kunden für das Jahr angehoben. Das Unternehmen rechnet nun mit einem Umsatz zwischen 36 und 40 Mrd. €. Zuvor hatte die Prognose bei 34 bis 39 Mrd. € gelegen. Im Jahr 2025 erzielte ASML einen Umsatz von 32,67 Mrd. €. Die Bruttomarge wird unterdessen weiterhin zwischen 51 und 53 (52,8) % erwartet.
Der Schweizer Nahrungsmittelriese Nestle sieht erste Erfolge seines Konzernumbaus. "Es gibt einen starken Fokus auf die Umsetzung. Allen Mitarbeitern ist klar, was sie zu tun haben. Wir sehen erste positive Resultate, das ist motivierend", sagte Verwaltungsratspräsident Pablo Isla in einem Interview. Der Konzern peilt eine Verschuldung des Zwei- bis Dreifachen des Ebitdas an. Ende 2025 habe der Konzern am oberen Ende dieses Zielbandes gelegen. Aber das sei nicht beunruhigend, sagte Isla. Nestle generiere einen starken Cashflow.