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Börsenbericht – Nvidia lieft

Die Euphorie in Sachen Künstliche Intelligenz ist zurück an den Börsen. Die mit Spannung erwarteten Ergebnisse des Tech-Riesen Nvidia, der als Gradmesser der Branche gilt, fielen besser aus als erwartet. Nun muss sich zeigen, ob der KI-Hype auch hierzulande wieder Fahrt aufnimmt. Immerhin hielt sich der DAX zuletzt weiter oberhalb der 25.000 Punkte-Marke auf. Die positive Tendenz an der Wall Street ging indes zur Wochenmitte weiter. Vor den wichtigen Quartalszahlen von Nvidia nach Börsenschluss setzte sich eine freundliche Stimmung durch. Für den Dow Jones ging es um 0,6 % bergauf und für den S&P 500 um 0,8 %. Die Technologiebörse eNasdaq legte sogar um 1,4 % zu. Die Rede von US-Präsident Donald Trump zur Lage der Nation enthielt Marktteilnehmern zufolge wenig neue wirtschaftspolitische Ankündigungen. Stärker werde auf die Entwicklungen in den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran geschaut. In seiner Rede zur Lage der Nation sagte US-Präsident Trump, er bevorzuge eine diplomatische Lösung der Krise mit dem Iran, machte aber deutlich, dass er Teheran niemals gestatten werde, eine Atomwaffe zu erlangen. 

Der KI-Boom lässt das Geschäft des Chipkonzerns Nvidia allen Zweiflern zum Trotz explosiv wachsen. Im letzten Quartal des vergangenen Geschäftsjahrs 2025/26, das bis Ende Januar lief, sprang der Umsatz im Jahresvergleich um 73 % auf 68 Mrd. $ hoch. Nvidia übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Nachdem das Papier in einer ersten Reaktion auf die Zahlen und den Ausblick noch deutlich angezogen hatte, rutschte der Kurs während einer Telefonkonferenz mit Analysten zwischenzeitlich leicht ins Minus. Grund sind Aussagen der Finanzchefin Collette Kress über einen langfristig möglicherweise stärker werdenden Druck chinesischer Konkurrenten. Zudem habe es wenig Details dazu gegeben, wie sich der optimistische Umsatzausblick zusammensetzt.

Der Sportartikelhersteller Puma ist im vergangenen Jahr in die Verlustzone gerutscht. Im fortgeführten Geschäft stand 2025 unter dem Strich ein Fehlbetrag von –643,6 Mio. €, nach einem Gewinn von 280,7 Mio. € im Vorjahr. Dabei belasteten Kosten für das laufende Restrukturierungsprogramm sowie Abschreibungen, die überwiegend im 4. Quartal verbucht wurden. Puma strich im Zuge dessen die Dividende für die Aktionäre. Der Umsatz brach im vergangenen Jahr um 13,1 % auf knapp 7,3 Mrd. € ein. Für das neue Geschäftsjahr geht Puma von einem weiteren Rückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich aus, erst 2027 soll das Unternehmen wieder zu Wachstum zurückkehren. 

Stellantis will nach einem hohen Nettoverlust für 2025 in diesem Jahr wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Der Jeep-Hersteller verbuchte für 2025 einen Nettoverlust von –22,3 Mrd. €. Grund dafür war eine hohe Belastung, auf die der Konzern Anfang des Monats hingewiesen hatte. Der Konzern hatte Anfang Februar mitgeteilt, dass er im Zuge der Rücknahme größerer Investitionen in Elektrofahrzeuge Wertberichtigungen vornehmen werde. Im Gesamtjahr belief sich der bereinigte operative Verlust des Konzerns auf –842 Mio. €. In 2024 stand noch ein Plus von 8,65 Mrd. € in den Büchern. Der Umsatz sank um 2 % auf 153,51 Mrd. €. Für 2026 strebt Stellantis nach eigenen Angaben einen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich und eine Rückkehr zu einer leicht positiven operativen Marge an.

Engie hat seinen Ausblick für 2026 aufgrund der 14,2 Mrd. $ schweren Übernahme von UK Power Networks angehoben und für die kommenden Jahre ein Ergebniswachstum prognostiziert. Restrukturierungskosten und Wertberichtigungen hätten jedoch den Nettogewinn des vergangenen Jahres belastet, teilte der Konzern mit. Der Nettogewinn für das Gesamtjahr landete bei 3,83 Mrd. €, verglichen mit 4,11 Mrd. € im Jahr 2024. Engie erwartet für 2026 nun einen wiederkehrenden Nettogewinn zwischen 4,6 und 5,2 Mrd. €. Zuvor hatte die Prognose bei 4,2 bis 4,8 Mrd. € gelegen. Die Anhebung spiegele die Integration der geplanten Übernahme des Stromverteilnetzbetreibers UK Power Networks von der CK Group des Hongkonger Milliardärs Li Ka-shing wider.

Die Dt. Bank setzt ihr angekündigtes Aktienrückkaufprogramm um. Wie die Bank mitteilte, startet das Programm im Volumen von 1,0 Mrd. € heute.

Kion hat im vergangenen Jahr vor dem Hintergrund der schwachen Konjunktur wie erwartet deutlich weniger verdient, rechnet für 2026 aber wieder mit moderatem Umsatzwachstum und einem deutlich steigenden operativen Gewinn. Basis dafür sind der zuletzt starke Auftragseingang und die Sparmaßnahmen. 2025 verbuchte das Logistiktechnikunternehmen nach eigenen Angaben einen Rückgang des bereinigten Ebit um 14 %. Der Umsatz gab um 2 % auf 11,3 Mrd. € nach. Damit wurden die im Oktober eingegrenzten Prognosekorridore von 760 bis 820 Mio. € bereinigtem Ebit und 11,1 bis 11,4 Mrd. € Umsatz erfüllt. 

Die DEFAMA hat im Geschäftsjahr 2025 nach vorläufigen und untestierten Zahlen bei Umsatzerlösen von 31,6 (Vj.: 27,3) Mio. € einen Konzernüberschuss nach HGB von 5,6 (4,6) Mio. € bzw. 1,17 (0,95) € je Aktie erwirtschaftet. Dazu trug ein positiver Effekt von rund 2,2 Mio. € aus Veräußerungen von Objekten bei. Das Funds From Operations (FFO), in denen Verkaufsgewinne herausgerechnet sind, lag bei 10,8 (10,0) Mio. €. Vorstand und Aufsichtsrat planen auf Basis des erzielten Gewinns, der Hauptversammlung eine von 0,60 auf 0,63 € je Aktie erhöhte Dividende vorzuschlagen. Damit setzt DEFAMA die seit Firmengründung verfolgte aktionärsfreundliche Politik einer jährlich gesteigerten Ausschüttung fort und schlägt die 11. Dividendenerhöhung in Folge vor. 

Ein robustes Auslandsgeschäft gibt der Dt. Telekom Rückenwind. Daher legte der Bonner Konzern einen überraschend optimistischen Ausblick vor. "Wir liefern weiterhin verlässliches und nachhaltiges Wachstum", sagte Firmenchef Tim Höttges. Umsatz und operativer Gewinn stiegen 2025 um jeweils knapp 3 % auf 119,08 beziehungsweise 44,24 Mrd. €. Für das laufende Jahr peilt die Telekom einen Anstieg des Betriebsgewinns um etwa 7 % auf 47,4 Mrd. € an.

Die Allianz startet den nächsten Aktienrückkauf. Der Versicherungsriese will von März an bis spätestens Ende des Jahres Aktien für bis zu 2,5 Mrd. € erwerben, wie er mitteilte. Das ist das größte Rückkaufprogramm seit 2017, als die Allianz beim ersten Aktienrückkauf überhaupt 3,0 Mrd. € ausgab.

Wegen sinkender Durchschnittsumsätze hat Freenet seine Finanzziele für 2025 verfehlt. Dennoch kündigte der Mobilfunk- und TV-Anbieter die fünfte Dividendenanhebung in Folge an. Die Ausschüttung steige um rund 5 % auf 2,07 € je Aktie. Zudem hob das Unternehmen seine Mittelfrist-Prognosen an. Im vergangenen Jahr schrumpfte der Konzernumsatz laut Freenet um 1,5 % auf 2,44 Mrd. €. Der bereinigte operative Gewinn habe 2025 mit 515,4 Mio. € leicht unter dem Vorjahreswert gelegen. 

Der Sensoren- und Radar-Spezialist Hensoldt erwartet angesichts der Aufrüstung in Europa weiteres Wachstum. Allein im vergangenen Jahr schnellte der Auftragseingang um 62 % auf 4,71 Mrd. €. Zum Jahresende 2025 saß Hensoldt auf Aufträgen über 8,83 Mrd. €, ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Europa investiere zwangsläufig in seine Verteidigungsfähigkeit, erklärte Vorstandschef Oliver Dörre. "Das sehen wir nicht nur in steigenden Budgets, sondern seit dem letzten Halbjahr auch in beschleunigten und konkreten Beschaffungsentscheidungen."

Bei der Finanzaufsicht BaFin wachsen offenbar die Zweifel an den Bilanzen des Düsseldorfer Verpackungskonzerns Gerresheimer. Die Prüfer der Behörde haben "konkrete Anhaltspunkte" gefunden, dass im Abschluss für das Geschäftsjahr 2023/24 (Ende November) weitere Fehler gemacht wurden, wie Gerresheimer mitteilte. Die BaFin wolle ihre Bilanzprüfung deshalb ausweiten, auch auf den Halbjahresbericht 2024/25.

Der hessische Industriezulieferer Norma kauft eigene Aktien für bis zu 52,9 Mio. € zurück. Mit der Aktion will der Vorstand einen Teil des Erlöses aus dem Verkauf des Be- und Entwässerungsgeschäfts an die Aktionäre zurückgeben, wie das Unternehmen mitteilte. Die Wassermanagement-Sparte war für umgerechnet rund 850 Mio. € an den US-Rivalen Advanced Drainage Systems gegangen.Norma bietet je 16,59 € für bis zu 3,19 Mio. Dividendenpapiere; das sind 10 % des Grundkapitals. Die Rückkaufofferte gilt von Freitag an bis zum 27. März. 

AXA hat für 2025 einen Gewinnsprung gemeldet. Der Versicherer hatte seine Vermögensverwaltungseinheit im Rahmen eines Plans zur Neuausrichtung auf das Kerngeschäft mit Versicherungen veräußert. Der französische Versicherer wies für das am 31. Dezember beendete Jahr einen Nettogewinn von 9,80 Mrd. € aus. Das Ergebnis lag auf berichteter Basis um 24 % über dem von 2024. Grund dafür waren das Umsatzwachstum sowie der Sondereffekt aus dem im Juli abgeschlossenen Verkauf von AXA Investment Managers an BNP Paribas. Wie AXA weiter mitteilte, sollen am 21. September neue Ziele für den Zeitraum bis 2029 vorgestellt werden. Das Management schlägt zudem eine Dividende von 2,32 € je Aktie vor und genehmigte ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1,25 Mrd. €.

Leonardo wird zunächst einen Anteil von 50 % an einem neuen internationalen Joint Venture mit einem ungenannten Partner halten, das seine kriselnde Flugzeugstruktursparte umfassen wird, sagte der Vorstandsvorsitzende. Der italienische Luft- und Raumfahrt- und Rüstungskonzern, der Boeing und Airbus beliefert, teilte mit, dass die Gespräche mit einem internationalen Partner zur Rettung seiner problematischen Flugzeugstruktursparte sehr weit fortgeschritten seien. Ein Abschluss werde spätestens im Juni erwartet. Der Plan sehe die Gründung eines globalen Joint Ventures vor, an dem Leonardo zunächst einen Anteil von 50 % halten werde, obwohl sich dieser Prozentsatz im Laufe der Zeit ändern könne, sagte Vorstandschef Roberto Cingolani während einer Telefonkonferenz zu den Ergebnissen.