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Börsenbericht – Positive Stimmung hält an

Der DAX hielt sich auch zuletzt in der Nähe seines Rekordstands und zeigte sich nach seiner Verschnaufpause zur Wochenmitte weiter positiv. Im gestrigen Handelsverlauf erreichte der dt. Leitindex bei 26.403 Punkten eine neue Bestmarke, schloss aber letztlich 0,3 % leichter. Vor allem die anhaltenden Hoffnungen auf eine Einigung im Konflikt im Nahen Osten sorgten für gute Stimmung. Für weiteren Rückenwind sorgte die laufende Inlandsberichtssaison. An der Wall Street erreichte der Dow Jones zur Wochenmitte einen neuen Rekordstand. Der Leitindex schloss 0,5 % fester bei 54.349 Zählern. Der S&P 500 beendete den Handel derweil 0,2 % fester, wohingegen die Technologiebörse Nasdaq aufgrund von Gewinnmitnahmen 0,8 % leichter schloss.

Eine Neuaufstellung an der Spitze der KI-Sparte bei der Google-Mutter Alphabet hat Anleger zuletzt verunsichert. Der Nobelpreisträger Demis Hassabis gibt die Leitung von Google DeepMind ab, um in eine andere verantwortliche Position dort zu wechseln und den neuen Posten des Chefwissenschaftlers bei Alphabet zu übernehmen, wie aus einem internen Memo hervorgeht. Als Grund nannte er, dass die künstliche allgemeine Intelligenz (AGI) in greifbare Nähe rücke. Dabei handelt es sich um eine fortgeschrittene Form der KI, bei der Computer so intelligent wie Menschen werden.

Der Motorenbauer Deutz hat im vergangenen Quartal sein Wachstum beschleunigt. Der Umsatz wuchs um 13 % auf 585 Mio. €. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte um knapp 41 % zu. Unter dem Strich sorgten Sondereffekte jedoch für einen Rückgang des Nettogewinns um ein Drittel auf 11,7 Mio. €. Die Prognose für das laufende Jahr bestätigte das Management. Die Ziele für 2030 - ein Umsatz von 4 Mrd. € sowie eine operative Marge von 10 % - sollen durch die milliardenschwere Übernahme des Militärfahrzeugbauers FFG nun "deutlich früher" erreicht werden, sagte Vorstandschef Sebastian Schulte. 

Im Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Glyphosat wollen Bayer und die Anwälte der Klägerseite die Anhörung zur endgültigen Genehmigung ihres Sammelvergleichs verschieben. Der Termin solle auf den 10. September oder einen späteren Zeitpunkt verlegt werden, teilte der DAX-Konzern mit. Man habe dies beim zuständigen Gericht im US-Bundesstaat Missouri beantragt. Durch die Verzögerung um etwa drei Wochen sollen die Beteiligten und der Verwalter des Programms mehr Zeit erhalten, um Anträge auf Widerruf von sogenannten Opt-outs – dem Ausstieg aus dem Vergleich – zu bearbeiten, die nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA (Supreme Court) eingegangen waren. 

Shopify hat die Befürchtungen einer unterjährigen Verlangsamung zerstreut und prognostiziert ein beschleunigtes Umsatzwachstum für das dritte Quartal. Die KI-gestützte Suche und die breite Händlerexpansion sollen die Marktanteilsgewinne vorantreiben. Der optimistische Ausblick nimmt den Anlegern die Sorgen, die das Unternehmen nach dem Bericht zum 1. Quartal belastet hatten, als das Management eine mögliche Verlangsamung des Umsatzwachstums signalisiert hatte. Stattdessen rechnet die E-Commerce-Plattform für das 3. Quartal mit einem Umsatzwachstum im niedrigen dreißiger Prozentbereich. 

Der Windturbinen-Hersteller Nordex hat aus seinem wichtigen türkischen Markt einen Großauftrag erhalten. Von der Türkerler Holding sei ein neuer Auftrag über rund 525 Megawatt eingegangen. Zum Vergleich: Im 2. Quartal hatte Nordex Aufträge von knapp 3.100 Megawatt erhalten. Nordex wurde nun mit der Lieferung und Errichtung von 72 Turbinen beauftragt. Die Installation soll im 3. Quartal 2027 beginnen. Eingeschlossen ist zudem ein Servicevertrag über zehn Jahre mit der Option auf Verlängerung auf bis zu 25 Jahre.

Der Geschäftsausblick des US-Lebensmittelkonzerns Kraft Heinz konnte die Anleger nicht überzeugt. Zwar hob der Hersteller von Heinz Ketchup und Philadelphia-Frischkäse seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr leicht an. Dies wurde jedoch von Sorgen über sinkende Verkaufsmengen und höhere Investitionen überschattet. Im abgelaufenen Q2 gingen die Verkaufszahlen auf dem wichtigen Heimatmarkt Nordamerika zurück, da Kunden nach wiederholten Preiserhöhungen zurückhaltender waren. Der Konzern kündigte zudem an, seine Investitionen in diesem Jahr um 100 Mio. auf rund 700 Mio. $ zu erhöhen. 

Die Aktien von Freshpet konnten zwischenzeitig zulegen, nachdem der Tierfutterhersteller seine Ziele für das laufende Jahr angehoben hat – zumindest den Nettoumsatz betreffend. Für das Gesamtjahr wird nun mit einem Plus beim Nettoumsatz zwischen auf 10 bis 12 % gerechnet, nach zuvor 8 bis 11 %. Im abgelaufenen Quartal setzte das Unternehmen mit 305,6 Mio. $ rund 16 % mehr um und steigerte den Nettogewinn auf 19,5 (16,4) Mio. $. 

Henkel hat im 1. Halbjahr in einem weiter schwierigen Umfeld das Ergebnis gesteigert. Zum Wachstum trugen beide Unternehmensbereiche bei. Für das laufende Jahr zeigt sich das Management nun zuversichtlicher. So soll der Umsatz 2026 ohne Währungs- und Portfolioeffekte nun um 1,5 bis 3,5 % zulegen und damit an beiden Enden 0,5 Prozentpunkte mehr als bisher geplant. Die bereinigte Ebit-Marge soll unverändert 14,5 bis 16 % erreichen. In den ersten 6 Monaten sank der Umsatz zwar leicht um 0,5 % auf rund 10,35 Mrd. €, organisch stand aber ein Plus von 3,2 % in den Büchern. Das bereinigte Ebit lag mit 1,62 Mrd. € leicht über dem Vorjahreswert. 

Honeywell Aerospace hat seine Jahresprognose gesenkt, nachdem Lieferengpässe das Umsatzwachstum im 2. Jahresviertel belastet hatten. Die Ergebnisse markierten das letzte Quartal des Unternehmens als Segment des Industriekonglomerats Honeywell International. Für das Gesamtjahr rechnet Honeywell Aerospace nun mit einem organischen Wachstum von 4 bis 5 %, nach einer vorherigen Prognose von 7 bis 9 %. Das Unternehmen gab zudem eine Prognose für den bereinigten Pro-forma-Gewinn je Aktie als eigenständiges Unternehmen von 7,60 bis 7,90 $ ab. Im 2. Quartal stieg der Umsatz um 5 % auf 4,52 Mrd. $. Der Gewinn landete bei 246 (844) Mio. $.

Sandisk hat im 4. Quartal stark gestiegene Umsätze gemeldet, da der Ausbau der KI die Nachfrage nach Datenspeichern weiter anheizt. Das Unternehmen wies einen Nettogewinn von 6,9 Mrd. $ aus, nach einem Verlust von –23 Mio. $ im Vergleichszeitraum. Der Umsatz sprang von 1,9 auf 8,97 Mrd. $ an. Das Unternehmen stellt für das 1. Quartal einen bereinigten Gewinn von 44 bis 46 $ je Aktie und einen Umsatz von 10,3 bis 10,8 Mrd. $ in Aussicht. 

Siemens kommt bei der geplanten Abspaltung seiner Medizintechniktochter Siemens Healthineers weiter voran. So seien die relevanten steuerlichen Themen mit den Finanzbehörden verbindlich geklärt worden, um mit der Abspaltung fortzufahren, erklärte Finanzvorständin Veronika Bienert bei der Vorlage der Zahlen zum 3. Quartal. Sie bestätigte auch den Zeitplan: So sollen die Aktionäre beider Unternehmen auf den Hauptversammlungen im kommenden Jahr darüber abstimmen. 

Ebay hat mit seiner Umsatzprognose für das laufende Quartal die Erwartungen der Anleger übertroffen. Der Online-Marktplatz rechnet im 3. Quartal mit Erlösen zwischen 3,07 und 3,12 Mrd. $. Auch in den vergangenen 3 Monaten schnitt der Konzern besser ab als gedacht: Der Umsatz lag bei 3,13 Mrd. $, während am Markt lediglich 3,02 Mrd. $ prognostiziert hatten. Das Bruttowarenvolumen stieg um 15 % auf 22,4 Mrd. $. 

Der Internetportal-Betreiber Scout24 hat das Wachstum im 2. Quartal beschleunigt und die Prognose für das laufende Jahr bestätigt. In den ersten 6 Monaten zog der Erlös um 17 % auf 372 Mio. € an. Das um Sondereffekte bereinigte Ebitda legte um knapp 15 % auf 224 Mio. € zu. Die Prognose für das laufende Jahr wurde bestätigt.

Der Softwareanbieter GFT Technologies hat seinen Wachstumskurs dank des Booms von Künstlicher Intelligenz im 2. Quartal fortgesetzt. Umsatz und Gewinn legten weiter zu. Vorstandschef Marco Santos sieht die Gesellschaft damit auf Kurs zu ihren Jahreszielen – einem Umsatz von etwa 930 Mio. € und einem bereinigten Ebit von 71 Mio. €. Im Q2 stieg der Umsatz von GFT im Jahresvergleich um 6 % auf 233 Mio. €. Der Überschuss legte sogar um ein Drittel auf 8,5 Mio. € zu.

Renk hat im 1. Halbjahr von einer unverändert hohen Nachfrage im Verteidigungsgeschäft profitiert. Der Umsatz stieg verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 2,7 %. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um rund 10 % zu. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 14,4 auf 15,4 %.