EffectenSpiegel-taeglicherboersenbericht-blaue-charttafel-mit-leuchtend-blauem-chartpfeil-der-nach-oben-zeigt
@GettyImages

Börsenbericht – Rekordlaune

Der DAX ist mit einem neuen Allzeithoch in den neuen Monat gestartet und kletterte erstmals über die runde Marke von 26.000 Punkten. Vor allem die laufende Berichtssaison dürfte weitere Impulse liefern. Auch die mögliche Entspannung im Nahen Osten stützte die Stimmung an den Börsen und sorgte auch in den USA für Kursgewinne bei den Leitindizes. US-Präsident Donald Trump hatte einen Angriff auf den Iran abgeblasen und neue Gespräche angekündigt. Der Iran indes hat diese nicht bestätigt und mitgeteilt, dass keine Verhandlungen geplant seien – damit bleibt die Unsicherheit groß. Und auch der Ton bleibt scharf. Trump hat dem Iran ein neues Ultimatum für Gespräche zur Beilegung des Konflikts gesetzt. Derweil ist in der Straße von Hormus erneut ein Handelsschiff angegriffen worden. Vor der Küste des Omans traf ein "unbekanntes Geschoss" den Frachter, wie die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mitteilte. Laut Trump geht es in laufenden Gesprächen um die vollständige Öffnung der Meerenge. Das wäre der Zustand, der vor dem Krieg geherrscht hatte. Eine Rückkehr zum Vorkriegszustand hatte Teheran aber wiederholt abgelehnt. Diplomatische Gespräche mit dem Iran bezeichnete Trump als "letzte Chance". An der Wall Street näherten sich die Leitindizes wieder ihren Höchstständen. Der Dow Jones legte um 1,32 % zu und der S&P 500 startete mit einem Plus von 1,48 % in die neue Börsenwoche. Die Technologiebörse Nasdaq schloss 1,78 % fester. 

Immobilienverkäufe, geringere Mieteinnahmen und höhere Kosten haben die Ergebnisse des Immobilienkonzerns Hamborner Reit. Die Erlöse aus Mieten und Pachten sanken im 1. Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,3 %. Das FFO (Funds from Operations) verschlechterte sich um 4,4 %. Unterm Strich steht per Ende Juni ein Verlust von –13,7 Mio. €, nach einem Gewinn von 6,5 Mio. € ein Jahr zuvor. Vor allem die Abschreibungen auf Objekte stiegen in den ersten 6 Monaten deutlich.

Der Immobilienkonzern LEG profitiert weiterhin von einer hohen Nachfrage nach Wohnungen in den Ballungszentren. Die Nettokaltmiete wuchs in den ersten 6 Monaten um 3,4 % auf 473,4 Mio. €. Das AFFO (Mittelzufluss aus der operativen Tätigkeit bereinigt um aktivierte Investitionen) ging jedoch um 12,7 % auf 110,5 Mio. € zurück. Das Unternehmen begründete dies mit höheren Investitionen. Im laufenden Jahr peilt der Konzern weiterhin einen AFFO von 220 bis 240 Mio. € an – das wäre ein neuer Rekord.

Zalando hat im 2. Quartal weniger Umsatz erzielt und verdient als erwartet. Die Prognose für das laufende Jahr wurde konkretisiert. Das Bruttowarenvolumen und der Umsatz sollen in der unteren Hälfte der prognostizierten Spanne von 12 bis 17 % zulegen. Das bereinigte Ebit soll nun zwischen 680 und 720 (zuvor: 660–740) Mio. € landen. 

Der Spezialchemiekonzern Evonik sieht sich trotz Zuwächsen im Q2 in einem weiterhin schwierigen Umfeld. Der MDAX-Konzern profitierte von Lieferengpässen der Konkurrenz aus Asien, die europäischen Anbietern zuvor das Leben zunehmend schwer gemacht hatte. Bei einem Umsatzwachstum um 11 % steigerte Evonik das um Sondereffekte bereinigte Ebitda um rund ein Viertel auf 630 Mio. €. Der Gewinn unter dem Strich sank um fast ein Drittel auf 84 Mio. €. Wegen des schwierigen Umfelds setzt Evonik aktuell ein Effizienzprogramm um, inklusive Stellenabbau. 2026 strebt das Management einen bereinigten operativen Gewinn zwischen 2,0 und 2,2 (1,9) Mrd. € an. 

Die Folgen des Iran-Kriegs sowie Streiks haben die Ergebnisse der Lufthansa im 2. Quartal belastet. Für 2026 hält Vorstandschef Carsten Spohr deshalb jetzt doch einen Gewinnrückgang für möglich. Das bereinigte Ebit dürfte im Gesamtjahr 1,7 bis 2,2 (1,96) Mrd. € Euro erreichen. Im 2. Quartal brockten die immens gestiegenen Kerosinpreise dem Konzern einen herben Gewinneinbruch ein. Der bereinigte operative Gewinn sackte um 56 % auf 383 Mio. € nach unten. Der Überschuss brach auch wegen eines positiven Steuereffekts aus dem Vorjahr sogar um 88 % auf 123 Mio. € ein. 

Der Telekomausrüster Adtran Networks ist im 2. Quartal dank eines starken Wachstums operativ in die Gewinnzone zurückgekehrt. Das bereinigte Ebit landete bei 4,4 Mio. €, nach einem Verlust in Höhe von –7,4 Mio. € im Vergleichszeitraum. Der Erlös zog um knapp 22 % auf 133,4 Mio. € an. Adtran Networks (früher Adva Optical) gehört seit einigen Jahren zum US-Konzern Adtran Holdings. Dieser hält etwas mehr als zwei Drittel der Adtran-Networks-Anteile. 

Das Geschäft der für ihre Zusammenarbeit mit US-Sicherheitsbehörden bekannten Datenanalyse-Firma Palantir ist im vergangenen Quartal rasant gewachsen. Das KI-Unternehmen konnte den Umsatz im Jahresvergleich mit einem Plus von 93 % fast verdoppeln. Das aktuelle Wachstum kommt vor allem aus dem US-Geschäft. Palantir ist auf die Auswertung großer Datenmengen spezialisiert und liefert unter anderem Software, mit der Geheimdienst- und Militär-Informationen analysiert werden.

Der Biokraftstoffhersteller Verbio hat im vergangenen Geschäftsjahr deutlich mehr verdient als zuletzt erwartet. Das Ebitda habe in den 12 Monaten bis Ende Juni auf Basis vorläufiger Berechnungen bei etwa 192 Mio. € gelegen.

Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) hat dank Einsparungen und gestiegener Vergütungen im 2. Quartal überraschend viel verdient. Auch eine Sondererstattung in den USA trug zur Entwicklung bei. Das operative Ergebnis ohne Sondereffekte ist im Jahresvergleich um 23 % auf 569 Mio. € gestiegen. Der Umsatz legte währungsbereinigt um 4 % auf 4,861 Mrd. € zu. Die Ziele für das Gesamtjahr wurden nochmals bestätigt.