Im Sog der Wall Street bleibt auch die Stimmung hierzulande positiv. Für weitere Impulse dürfte die laufende Berichtssaison sorgen – aber auch die Sorgen rund um die Entwicklungen im Nahen Osten bleiben präsent, rückten zuletzt aber in den Hintergrund. Die Unsicherheiten konnten Anleger zuletzt jedoch ausblenden und der DAX erreichte bereits im gestrigen Handel bei 26.202 Punkten ein neues Rekordhoch – die Chancen für weitere Gewinne stehen dabei auch zur Wochenmitte nicht schlecht. Neben der Hoffnung, dass es im Iran-Krieg doch noch eine Einigung geben könnte, richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger auch auf die laufende Berichtssaison. Hierzulande öffnen im weiteren Wochenverlauf rund die Hälfte der 40 DAX-Konzerne ihre Bücher. In den USA waren zuletzt vor allem Tech-Aktien gefragt. Hier rückten die Sorgen rund um das Thema KI-Blase in den Hintergrund und gerade der Technologiesektor konnte sich teils deutlich erholen. Der Dow Jones erreichte im Handelsverlauf bei 54.273 Punkten eine neue Bestmarke und schloss letztlich 1,7 % fester auf 54.085 Zählern. Der S&P 500 legte um 1,8 % auf 7.736 Stellen zu und befindet sich damit ebenfalls auf Rekordniveau. Die Technologiebörse Nasdaq hielt sich zuletzt zwar unter ihrem Rekordhoch, konnte aber ebenfalls um 3,3 % auf 29.733 Punkte anspringen.
Fresenius blickt nach einem erfolgreichen Quartal zuversichtlicher auf das laufende Jahr. Das Kern-Ergebnis je Aktie soll im laufenden Jahr um 10 bis 15 % steigen. Zuvor war das Unternehmen von 5 bis 10 % ausgegangen. Im Q2 legte der Umsatz organisch um 6 % zu und das operative Ergebnis (Ebit) stieg währungsbereinigt um 10 %.
Die Aktien von Elon Musks Weltraumunternehmen SpaceX gerieten zeitweilig unter Druck. Der Konzern musste auf Halbjahressicht einen Verlust in Höhe von –4,82 (–1,54) Mrd. $ verbuchen. Der Umsatz verbesserte sich indes auf 12,5 (8,1) Mrd. $. Im Q2 übertraf der Konzern derweil die Erwartungen der Analysten und setzte mit 7,8 Mrd. $ gut 92 % mehr um. Der Nettoverlust konnte von –1,0 Mrd. auf –541 Mio. $ reduziert werden. Grund für den erneuten Kursrücksetzer dürfte die am Donnerstag auslaufende Haltefrist für weitere Aktien von Unternehmensinsidern und früheren Investoren sein.
Die Titel von Siemens Energy profitierten zuletzt von positiven Quartalszahlen. Der Energietechnikkonzern hat ein starkes 3. Geschäftsquartal hinter sich und hat mit sämtlichen Kennzahlen die Markterwartungen übertroffen. Wie gehofft, hat auch die Windkrafttochter Gamesa den Weg zurück zur Profitabilität gefunden. Der DAX-Konzern profitiert derzeit von einem sprunghaften Anstieg des Strombedarfs, der durch den massiven Ausbau von Rechenzentren, die KI-Anwendungen betreiben, neue Fabriken und die allgemeine Elektrifizierung verursacht wird. Vor allem die Nachfrage nach Gasturbinen und Netztechnik ist hoch.
Der Autozulieferer Schaeffler will in Deutschland weiter Kosten senken und Stellen streichen. So hat der Vorstand eine Ausweitung des Angebots zur Altersteilzeit beschlossen, wie das Unternehmen mitteilte. Grund sei einerseits eine hohe Nachfrage nach solchen Verträgen. Zudem hat der Konzern seine Ergebnisse für die 1. Jahreshälfte vorgestellt. Bei einem Umsatz auf Vorjahresniveau konnte die Ebit-Marge auf 4,7 (4,1) % verbessert werden.
Infineon hat dank der boomenden Nachfrage nach Stromchips für KI-Rechenzentren im 3. Quartal einen Rekordumsatz erzielt. Zudem sorgten steigende Investitionen in die Netzinfrastruktur für Rückenwind und auch im wichtigen Automobilgeschäft zogen die Geschäfte wieder an. Der Umsatz erhöhte sich daher in den 3 Monaten um 9 % im Vergleich zum Vorquartal auf knapp 4,2 Mrd. €. Für das 4. Quartal erwartet Infineon deutliche Zuwächse. Für das Geschäftsjahr 2025/26 geht das Unternehmen nun von einem Umsatzanstieg von rund 11 % auf etwa 16,3 Mrd. € aus. Bislang hatte das Management um CEO Jochen Hanebeck einen deutlichen Anstieg in Aussicht gestellt.
Der US-Biotechkonzern Amgen hat nach einem starken Q2 erneut die Prognose für das laufende Jahr erhöht. Beim Umsatz rechnet der Arzneimittelhersteller jetzt mit einem Anstieg auf 38,2 bis 39,4 Mrd. $. Bisher lag die Spanne bei 37,1 bis 38,5 Mrd. $.
JOST hat einen Vertrag über die Veräußerung des indischen Kipperaufbaugeschäfts von Hyva an Belrise Industries Limited ("Belrise") unterzeichnet. Nach der Übernahme und erfolgreichen Integration von Hyva im Februar 2025 fokussiert JOST das Hyva-Portfolio konsequent weiter, um das Hydraulikgeschäft stärker auf Kippzylinder, Hydraulikkomponenten und digitale Kippsysteme auszurichten. Auf Jahresbasis erwirtschaftet das indische Kipperaufbaugeschäft einen Umsatz von 30 bis 40 Mio. € bei einem Ebitda von rund 1 Mio. €. Der vereinbarte Kaufpreis beträgt rund 5 Mio. €. Der Abschluss der Transaktion wird für das 4. Quartal 2026 erwartet, bedarf jedoch noch der üblichen behördlichen Genehmigungen.
Springer Nature geht nach Zuwächsen im 1. Halbjahr von etwas besseren Geschäften im Gesamtjahr aus. Das organische Umsatzwachstum soll bei rund 6 % liegen statt bei 5 bis 6 %. Auch bei der operativen Ergebnismarge zeigte sich der Vorstand nun etwas optimistischer.