Der DAX trat zur Wochenmitte zunächst unweit seines Rekordhochs von 26.504 Punkten auf der Stelle. Erst im gestrigen Handel hatte der dt. Leitindex eine neue Bestmarke erreicht. Nun muss sich der DAX gegen schwache Vorgaben aus den USA und Asien durchsetzen. Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten im Nahen Osten hielten sich Anleger auch hierzulande zuletzt bedeckt. Zwischenzeitliche Signale eines möglichen Fortschritts hinsichtlich einer Einigung im Iran-Krieg haben die Anleger in den USA nur kurz beruhigt. Der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Asif hatte gesagt, die Anzeichen der vergangenen Tage würden darauf hindeuten, dass die USA und der Iran „kurz vor einer Art Einigung stehen". Daraufhin gerieten die Ölpreise zeitweise unter Druck, legten schließlich aber wieder zu. Die Unsicherheit bleibt hoch, auch weil Hoffnungssignale bisher immer wieder enttäuscht wurden. Für neue Zurückhaltung dürften derweil auch die jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump sorgen. Die US-Regierung behauptet weiterhin, dass sie die Kontrolle über die wichtige Handelsroute der Straße von Hormus habe. „Sie gehört uns“, so Trump. Irgendwann würden die Iraner „vielleicht etwas unternehmen, und dann werden sie hinweggefegt". Aber die USA befänden sich im Moment in einer sehr guten Position. „Wir haben die vollständige Kontrolle über die Straße von Hormus. Sie haben keine Kontrolle." Die US-Leitindizes beendeten den gestrigen Handel schwächer: Der Dow Jones gab um 0,34 % nach, während der S&P 500 0,32 % verlor. Die Technologiebörse Nasdaq setzte ebenfalls um 0,33 % zurück.
Der Wohnungsanbieter Grand City Properties liegt dank höherer Mieteinnahmen auf Kurs zu seinen Jahreszielen. Die Nettomieteinnahmen legten in den ersten 6 Monaten um 3 % zu. Das bereinigte Ebitda zog ebenfalls um 3 % an. Die für die Immobilienbranche wichtige Kennziffer FFO I ging indes wegen höherer Finanzierungskosten um 4 % auf 91,5 Mio. € zurück. 2026 rechnet GCP mit einem Anstieg der Nettomietteinnahmen von rund 3,5 % und einem FFO I von 175 bis 185 Mio. €.
Bilfinger hat im 2. Quartal erneut die Zurückhaltung der Kunden wegen des Konflikts am Persischen Golf zu spüren bekommen. Der Industriedienstleister rechnet aber für die 2. Jahreshälfte mit einer Belebung der Nachfrage. Während der Konzern die Ziele für Umsatz und freien Barmittelzufluss für 2026 bestätigte, peilt er nun bei der Ebita-Marge das untere Ziel der ausgegebenen Spanne an. Im Q2 legte der Umsatz um 7 % auf 1,45 Mrd. € zu. Das Ebita stieg um 4 % auf 77 Mio. €. Dazu trug auch der Sparkurs bei. Unter dem Strich legte der Gewinn dank einer günstigeren Steuerquote um 14 % zu.
Der Iran-Krieg und seine Folgen treiben die Kunden des Reisekonzerns TUI weiter zu Last-Minute-Buchungen. So lag der gebuchte Umsatz für die wichtige Sommersaison zuletzt noch 6 % niedriger als im Vorjahr. In den letzten vier Wochen zogen die Buchungen aber an, teilte der Konzern mit. „2026 ist kein normales Jahr", sagte Vorstandschef Sebastian Ebel. Für das Geschäftsjahr bis Ende September wagt er weiterhin keine Umsatzprognose, hält aber an seinem Ziel fest, ein bereinigtes Ebit von 1,1 bis 1,4 Mrd. € zu erreichen.
Der Düngemittelhersteller K+S wird nach deutlichen Zuwächsen im 2. Jahresviertel optimistischer für das Jahr 2026. Für das laufende Geschäftsjahr peilt das Unternehmen nun ein Ebitda zwischen 680 und 760 Mio. € an, nachdem bisher ein Anstieg auf 630 bis 730 Mio. € anvisiert wurden. Der um Sondereffekte bereinigte freie Finanzmittelfluss (FCF) soll nun im mittleren bis höheren zweistelligen Mio.-€-Bereich herauskommen, statt lediglich mindestens ausgeglichen zu sein.
Die Nachfrage hat bei Schott Pharma in den vergangenen 3 Monaten wieder angezogen. Im Q3 legte der Umsatz um 10 % auf 281,8 Mio. € zu – währungsebereinigt lag das Plus bei 8,3 %. Aufgrund einer geringeren Auslastung bei Polymerspritzen verlor das Ebitda jedoch um knapp 9 %. Unterm Strich verdiente der Konzern mit 39,0 (45,6) Mio. € ebenfalls weniger. Neben der geringeren Auslastung machten sich zusätzlich Mehrkosten im Zusammenhang mit Infrastruktur- und Prozessoptimierungen negativ bemerkbar.
Der Energiekonzern E.on setzt bei seinen Investitionsvorhaben auf die kommenden Monate. Im 1. Halbjahr nahm das DAX-Unternehmen 3 Mrd. € etwa für Energieinfrastruktur und Digitalisierung in die Hand. Damit lagen die Investitionen aufgrund witterungsbedingter Verzögerungen zu Jahresbeginn 7 % unter dem Vorjahreswert. Für 2026 stehen bei den Essenern weiterhin 8,7 Mrd. € auf dem Plan, was etwas mehr wäre als 2025. Bislang bremst dies zudem das Ergebniswachstum aus, weil der operative Gewinn bei E.on in weiten Teilen an den Ausbau des Energienetzes geknüpft ist, dessen Betrieb den Löwenanteil zum Ergebnis beiträgt. Das um nicht-operative Effekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg im 1. Halbjahr leicht auf 5,4 Mrd. €.
Der Unterhaltungskonzern Paramount stellt laut Medienberichten die Weichen für einen Wegzug aus Kalifornien. Der Auslöser des Schritts soll eine Wettbewerbsklage gegen die geplante Übernahme des Rivalen Warner Brothers sein. Der Paramount-Verwaltungsrat habe den Beginn des Vorhabens ab dem 1. Oktober gebilligt, berichteten unter anderem die Website "Puck" und die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen.
Der Elektrolyse-Spezialist Thyssenkrupp Nucera rechnet wegen einer strategischen Neuausrichtung im laufenden Geschäftsjahr mit mehr Verlust als bisher. Das Ebit werde 2025/26 bei –75 bis –105 Mio. € landen – bisher ging Nucera von –30 bis –80 Mio. € aus. Hintergrund ist der Ausstieg aus der eigenen Serienfertigung der Hochtemperatur-Elektrolyse (Solid Oxide Electrolysis Cell, SOEC). Dies führt zu negativen Einmaleffekten im Ebit von 30 Mio. € im 4. Quartal. Im kommenden Geschäftsjahr rechnet Thyssenkrupp Nucera mit einem positiven Effekt im Ebit von 10 Mio. €. 2024/25 hatte das Unternehmen hier noch 2 Mio. € Gewinn verzeichnet.