Die Furcht vor einer neuen Eskalation im Nahen Osten sowie mit Spannung erwartete Quartalsbilanzen sorgten zum Monatsanfang für gedrückte Stimmung an der Börse. Die jüngsten Entwicklungen an der Straße von Hormus sorgen für Anspannung unter den Anlegern. Das US-Militär hat nach eigenen Angaben Handelsschiffe durch die wichtige Seestraße eskortiert und es soll zu Gefechten gekommen sein. Der Iran wiederum meldete zuletzt Angriffe auf Ölanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Damit scheint die Chance auf eine diplomatische Lösung wieder geringer zu werden. Auch der Internationale Währungsfonds IWF warnte jüngst vor schweren globalen Auswirkungen, sollte der Krieg im Nahen Osten länger anhalten. Wegen des anhaltenden Konflikts sei das bisherige IWF-Szenario, das lediglich eine leichte Abschwächung des weltweiten Wachstums und einen geringen Preisauftrieb vorsah, nicht länger haltbar, erklärte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa. Zum Monatsanfang musste der DAX ein Minus von 1,2 % verbuchen und rutschte zeitweise wieder unter die wichtige Marke von 24.000 Punkten. Vor allem der Bericht vom Rüstungsschwergewicht Rheinmetall wurde mit Spannung erwartet – der DAX-Konzern hat die Erwartungen nicht ganz erfüllen können. Auch an der Wall Street hatten sich die Nahost-Sorgen in den Kursen niedergeschlagen. Der Dow Jones schloss 1,1 % schwächer und der S&P 500 gab um 0,4 % nach. Die Technologiebörse Nasdaq verzeichnete derweil einen Rückgang um 0,2 %. In den USA dürften die Bilanzen weiterer US-Großkonzerne für neue Impulse im Wochenverlauf sorgen. So stehen die Ergebnisse für die ersten 3 Monate von PayPal, AMD und Pfizer auf dem Plan. Im weiteren Wochenverlauf folgen dann noch Disney, Airbnb und McDonald's.
Der Rüstungskonzern Rheinmetall konnte die hohen Markterwartungen nicht erfüllen. Auf Basis erster Berechnungen setzte der Konzern in den ersten 3 Monaten 1,94 Mrd. € um, was einem Plus von 7,7 % entspricht. Analysten hatten mit 2,3 Mrd. € gerechnet. Endgültige Ergebnisse sind für den 7. Mai angekündigt.
Die Geschäfte mit Erfrischungsdrinks und alkoholischen Getränken abseits des klassischen Bieres haben AB Inbev im 1. Quartal trotz eines nur leichten Absatzwachstums angetrieben. Der Anbieter von Bieren wie Beck's, Budweiser, Corona und Stella Artois steigerte bei einem Absatzwachstum von 0,8 % den Umsatz aus eigener Kraft um fast 6 % auf knapp 15,3 Mrd. $. Das um Sondereffekte bereinigte Ebitda verbuchte ein Plus von 5,3 % auf 5,4 Mrd. $. Damit schnitt AB Inbev besser ab als von Analysten erwartet.
Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler hat zu Jahresbeginn etwas mehr im Tagesgeschäft verdient als erwartet. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte im Q1 um 3,3 % auf 285 Mio. €. Der Umsatz sank hingegen wegen ungünstigerer Wechselkurse um 2,7 % auf 5,76 Mrd. € – ohne die Folgen des starken Euro wäre der Erlös um 1 % gestiegen. Unter dem Strich machte Schaeffler 60 (83) Mio. € Gewinn. Grund für den Rückgang war vor allem ein schwächeres Finanzergebnis.