Die weiterhin stockenden Gespräche zwischen dem Iran und den USA sorgten auch zur Wochenmitte für angespannte Stimmung. Vor allem die anhaltend hohen Energiepreise belasten. In den USA stieg die Inflation im April auf 3,8 % und erreichte damit den höchsten Stand seit drei Jahren. US-Präsident Donald Trump sprach von einem vorübergehenden Inflationsanstieg. Zur Wochenmitte rückte seine dreitägige Reise nach China in den Fokus. Bereits heute trifft sich Trump mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping. Anleger hoffen auf eine Annäherung im festgefahrenen Handelsstreit zwischen den USA und China. Darüber hinaus hoffen Experten auf diplomatische Impulse im Iran-Konflikt. China hat enge Beziehungen zum Iran und gilt als wichtiger Akteur in der Region. Hierzulande konnte sich der DAX immerhin stabilisieren. Nachdem der dt. Leitindex zuletzt unter die runde Marke von 24.000 Punkten abgetaucht war, sollte diese nun schnellstmöglich zurückerobert werden. Von der Wall Street kommen derweil gemischte Vorgaben: Während die konjunktursensiblen Tech-Werte, trotz KI-Hype, unter Druck gerieten, musste die Technologiebörse Nasdaq 0,87 % abgeben. Der S&P 500 setzten ebenfalls zurück und verbuchte letztlich ein Minus von 0,16 %. Der Dow Jones konnte hingegen ein leichtes Plus von 0,11 % verbuchen.
Der E-Autobauer Tesla baut seine Batteriezellfertigung am Standort in Grünheide aus. Das Unternehmen kündigte an, weitere knapp 250 Mio. $ zu investieren, um die Produktionskapazität zu erhöhen. Jährlich sollen Batteriezellen mit einer Gesamtkapazität von 18 Gigawattstunden gefertigt werden können. Bisher hatte Tesla mit 8 GWh geplant.
Der Zahlungsdienstleister PayPal hat auf Transaktionsgebühren in Höhe von etwa 30 Mio. $ verzichtet, um eine Untersuchung des Justizministeriums zu beenden. Dabei ging es um die Behauptung, das Unternehmen habe rechtswidrige Begünstigungen für Unternehmen im Besitz von Minderheiten eingeführt. Beamte des Justizministeriums hatten untersucht, ob PayPal gegen ein Bundesbürgerrechtsgesetz verstoßen hat, das es Kreditgebern untersagt, Bewerber aufgrund ihrer Rasse zu diskriminieren. Der Konzern hat im Rahmen des Vergleichs kein Fehlverhalten eingeräumt. Das Unternehmen erklärte in einer Stellungnahme, es freue sich darauf, "amerikanischen Kleinunternehmen noch mehr wirtschaftliche Chancen zu eröffnen".
SAP hat in das Berliner Startup N8n investiert. N8n wird im Rahmen dieser Investition mit 5,2 Mrd. $ und damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr bewertet, wie Gründer und Chef Jan Oberhauser mitteilte. Die Höhe der SAP-Investitionssumme wurde nicht genannt.
Boeing hat im April 47 Flugzeuge ausgeliefert und netto 136 Aufträge verbucht. Der US-Flugzeughersteller teilte mit, dass er im vergangenen Monat 34 Maschinen des Typs 737 MAX und sechs 787 Dreamliner ausgeliefert hat. Zudem wurden 57 neue Aufträge für 737 MAX und 51 für 787 Dreamliner verbucht.
Evotec hat Wandelanleihen im Volumen von 116,1 Mio. € platziert. Die Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von 7 Jahren werden jährlich mit 2,625 % verzinst. Den Nettoemissionserlös will das Wirkstoffforschungsunternehmen zur Finanzierung des Umbauprogramms "Project Horizon" verwenden.
Der Finanzdienstleister MLP ist in das neue Jahr mit Zuwächsen gestartet. Der Konzern sei "sehr gut positioniert", um Wachstumspotenziale in den kommenden Jahren konsequent zu realisieren und seine Mittelfristplanung bis Ende 2028 zu erreichen. Neue Geschäftspotenziale will sich das Unternehmen künftig etwa in der Beratung von Familienkunden erschließen, auch das Firmenkundengeschäft soll gezielt ausgebaut werden. In den ersten 3 Monaten kletterte der Umsatz im Jahresvergleich um 4 % auf 307 Mio. € und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte um 9 % auf 41,3 Mio. € zu.
Der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 hat bei einem deutlichen Absatzplus im 1. Quartal etwas mehr verdient. Das um Sondereffekte bereinigte Ebitda legte um 3 % auf 59,8 Mio. € zu. Der Absatz stieg allerdings um über ein Fünftel auf fast 249.000 Autos, der Umsatz zog gar um ein Viertel auf 2,44 Mrd. € an. Auto1-Chef Christian Bertermann bestätigte den Jahresausblick eines bereinigten Ebitdas von 250 bis 275 Mio. €.
ProSiebenSat.1 hat auch zu Jahresbeginn den anhaltend schwachen TV-Werbemarkt zu spüren bekommen. Die Jahresprognose wurde dennoch bestätigt. Der Umsatz sank im Q1 um 9,3 % auf 775 Mio. €. Organisch sanken die Erlöse um 3 %. Während im Segment Entertainment die TV-Werbeerlöse sanken, verzeichneten die digitalen und smarten Werbeumsätze Zuwächse. Das um Sondereffekte bereinigte Ebitda stieg auf 44 (–6) Mio. €. Grund für die Verbesserung waren Sparmaßnahmen und ein ergebnismindernder Sondereffekt im Vorjahr.
Der Musikboxenhersteller Tonies ist unter anderem dank einer hohen Nachfrage nach der "Toniebox 2" mit einem hohen Wachstum in das Jahr gestartet. Der Umsatz legte im 1. Jahresviertel um 29 % auf fast 126 Mio. € zu. Bereinigt um die Folgen des starken Euro lag das Wachstum bei 35 %. Angaben zum Gewinn in den ersten 3 Monaten machte Tonies nicht.
Eine robuste Nachfrage und der Flottenausbau haben beim Autovermieter Sixt für ein weiteres Rekordquartal gesorgt. Bei einem Umsatzwachstum von gut 8 % landete der Vorsteuergewinn bei 2,1 (–17,6) Mio. €. Auch unter dem Strich schaffte Sixt den Turnaround: Der Überschuss betrug 1,5 Mio. €, nach einem Verlust von –12,6 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Den Jahresausblick bestätigte Sixt.
Geringere Versicherungsschäden und ein brummendes Fondsgeschäft haben der Allianz einen überraschend starken Jahresstart beschert. Im 1. Quartal wuchs der operative Gewinn im Jahresvergleich um 6,6 % auf gut 4,5 Mrd. €. Vorstandschef Oliver Bäte sieht den Versicherer damit auf Kurs, in diesem Jahr wie geplant einen operativen Gewinn von 16,4 bis 18,4 Mrd. € zu erzielen. Der Überschuss der Münchener schoss wie erwartet sogar um mehr als die Hälfte auf 3,7 Mrd. € nach oben. Dies lag an einem bereits bekannten Verkauf von Beteiligungen in Indien.