Dank des Rückenwinds der Wall Street eroberte der DAX zuletzt wieder die runde Marke bei 26.000 Punkten zurück. Die Aussage eines Mitglieds der US-Notenbank Fed schürten die Hoffnungen auf eine anhaltende Zinspause im September und schob die Leitindizes an. Fed-Direktoriumsmitglied Christopher Waller sagte bei einer Veranstaltung, sollten weitere Fortschritte in Richtung des 2-%-Inflationsziels der Fed erkennbar sein, sei er für eine weitere Zinspause. Analysten sehen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September danach bei etwa 54 %, statt wie bisher bei 62 %. Der Dow Jones fuhr um 1,2 % vor. Unterstützend wirkte sich auch die Aussage von US-Präsident Donald Trump aus, dass die erneute Militäroffensive im Iran „nicht zu lange“ dauern wird. Der S&P 500 rückte 1,1 % vor und die Technologiebörse Nasdaq kletterte um 1,4 % gen Norden. Hier sorgte auch eine angehobene Prognose des Softwarekonzerns Snowflake für gute Stimmung. Zum Wochenschluss stehen nun noch die US-Arbeitsmarktdaten auf der Agenda der Anleger. Für August erwarten Ökonomen einen Stellenaufbau von 56.000, nachdem im Juli überraschend unter dem Strich 23.000 Jobs weggefallen waren. Die Arbeitslosenquote könnte laut der Expertenschätzung bei 4,1 % verharren.
Nach dem Einstieg des aktivistischen Investors Elliott bei der Dt. Telekom will er eine Fusion des DAX-Konzerns mit der T-Mobile US-Tochter verhindern. Der US-Vermögensverwalter sei bei dem Bonner Konzern eingestiegen, um stattdessen eine Ausweitung der Aktienrückkäufe oder andere Maßnahmen zur Steigerung des Börsenwertes durchzusetzen, hieß es aus Insiderkreisen.
Die Ankündigung eines Aktienrückkaufs gab auch dem Kurs der Commerzbank zeitweise Rückenwind. Das Programm mit einem Volumen von bis zu 1,2 Mrd. € soll heute starten.
Die turnusmäßige Überprüfung der Zusammensetzung des DAX hat ein überschaubares Ergebnis gebracht. Im DAX selbst gibt es keine Veränderungen, im MDAX ersetzt jedoch der Werbevermarkter Ströer den Modekonzern Hugo Boss. Die Änderungen treten am 21. September in Kraft.
VW steht vor einem einschneidenden Umbau. Europas größter Autobauer will in den kommenden Jahren weitere 50.000 Stellen streichen, die Zahl seiner Modelle zusammenstreichen sowie weniger Firmenbeteiligungen halten. Vier Werke stehen zudem auf der Kippe. Der Aufsichtsrat billigte überraschend nach wochenlangen Auseinandersetzungen einstimmig weite Teile eines Sanierungskonzepts des Vorstandes um CEO Oliver Blume. Mit der Zustimmung zum Zukunftsplan 2030 des Vorstandes stelle VW die Weichen für einen nachhaltigen und langfristigen Erfolg des Unternehmens, teilte der Konzern weiter mit. "Der Zukunftsplan 2030 schafft die Voraussetzungen, um die Volkswagen Group und ihre Marken leistungsfähiger, wettbewerbsstärker und zukunftsorientierter aufzustellen."
Aumovio trennt sich von ihrem Geschäft mit Scheibenwaschanlagen und Reinigungssystemen. Den Angaben zufolge wurde eine Verkaufsvereinbarung mit der Industrieholding Certina getroffen. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.