Und einmal mehr beherrschen Aussagen von US-Präsident Donald Trump das Börsengeschehen. Seinen Aussagen zufolge sei eine Einigung mit dem Iran in Sicht – an den Börsen wurde die Meldung mit Begeisterung aufgenommen. Die Frage sei, ob der Iran einer Vereinbarung zustimme, die für die USA zufriedenstellend sei. Vor allem die Entwicklung am Ölmarkt sorgte für gute Stimmung. Zeitweise rutschte der Ölpreis an den Rohstoffmärkten um mehr als 12 % ab. Auch der DAX dürfte weiter zulegen. Zur Wochenmitte setzte der dt. Leitindex seine Erholung fort und näherte sich der Marke bei 25.000 Punkten. An der Wall Street sorgten die Meldung über ein mögliches Friedensabkommen sowie eine anhaltend hohe Begeisterung der Investoren für Künstliche Intelligenz für Rekorde an den Börsen. Der Dow Jones fuhr um 1,2 % vor und der S&P 500 um 1,5 %. Die Technologiebörse Nasdaq legte um 2 % zu. Sowohl der S&P 500 als auch die Nasdaq erklommen neue Bestmarken.
Anhaltende Probleme der Labordiagnostik-Sparte in China sowie die wieder steigende Inflation lassen den Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers für das laufende Geschäftsjahr pessimistischer werden. So soll der Umsatz 2025/26 (per Ende September) auf vergleichbarer Basis um 4,5 bis 5,0 (bisher: 5,0–6,0) % steigen. Ausgeklammert sind dabei Währungs- und Portfolioeffekte. Im 2. Geschäftsquartal verzeichnete der Konzern einen Umsatzrückgang von 3,9 % auf knapp 5,7 Mrd. €. Auf vergleichbarer Basis erzielte das Unternehmen ein Plus von 3,1 %. Unter dem Strich verdiente der Konzern mit 512 Mio. € 4,5 % weniger.
Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern Vonovia hat im Q1 vor allem von höheren Mieteinnahmen profitiert. Auf den Gewinn drückten hingegen höhere Finanzierungskosten. Das bereinigte Ebitda legte auch dank guter Geschäfte mit Dienstleistungen rund um die Immobilie im Jahresvergleich um 1,4 % auf 711,6 Mio. € zu. Unter dem Strich ging der auf die Aktionäre anfallende bereinigte Gewinn jedoch um 7,2 % auf 365,6 Mio. € zurück.
Schaeffler hat Unternehmensanleihen mit einem Volumen von 1 Mrd. € erfolgreich bei internationalen Investoren platziert. Die Transaktion setzt sich aus zwei Tranchen à 500 Mio. € zusammen.
Die italienische Großbank UniCredit nähert sich dem Verkauf von Geschäftsteilen in Russland. Die Bank unterzeichnete dazu eine unverbindliche Vereinbarung mit einem privaten Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Verkauf soll im 1. Halbjahr 2027 abgeschlossen werden. Der Gewinn der Bank wird dadurch voraussichtlich mit 3,0 bis 3,3 Mrd. € belastet. Die Gewinnziele, die sich Unicredit-Chef Andrea Orcel für die Jahre 2028 bis 2030 gesetzt hat, sollen davon nicht betroffen sein.
Die träge Weltwirtschaft hat den Chemiekonzern Lanxess auch zum Start ins neue Jahr belastet. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten, wenngleich der Konzern sogar vom Iran-Krieg profitiert. Denn wegen der Sperrung der Straße von Hormus fehlen vielen asiatischen Konkurrenten wichtigen Rohstoffe wie Öl und Gas. Daher wanden sich Kunden zuletzt verstärkt wieder europäischen Chemiekonzernen zu, die teils ihre Verkaufspreise deutlich anhoben. Diese Effekte spielten aber erst zum Ende des Quartals hin eine Rolle. Umsatz und Gewinn von Lanxess fielen daher zum Jahresstart deutlich. Die Ziele für 2026 bestätigte der Konzern am Donnerstag bei der Veröffentlichung aktueller Geschäftszahlen.