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Börsenbericht – Unsicherheiten bleiben

Der DAX muss sich zum Wochenstart oberhalb der runden Marke bei 26.000 Punkten behaupten, die erst zum Wochenende zurückerobert werden konnte. Vor allem die Ölpreise dürften sich jedoch als Hindernis für deutliche Kurssteigerungen erweisen. Nach der Ankündigung der iranischen Regierung, in den kommenden Tagen eine Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus einzurichten, zog der Preis für Öl erneut an. Der Schiffsverkehr ist in der Straße von Hormus zuletzt bereits auf den niedrigsten Stand seit Mai eingebrochen. Die Mitgliedsstaaten des OPEC+ haben zudem bekannt gegeben, dass sie ihre Produktionsziele im Oktober nicht weiter anheben wollen. Seit vergangenem Herbst wurden die Förderziele in monatlichen Schritten angehoben, um die Kürzungen aus dem Jahr 2023 aufzuheben. Wegen des Kriegs zwischen den USA und dem Iran und der Blockade der Straße von Hormus blieb die Produktion jedoch hinter den vereinbarten Mengen zurück. Hierzulande richtet sich der Blick der Anleger zudem auf die am Donnerstag anstehende Zinsentscheidung der EZB. Analysten rechnen mit einer erneuten Anhebung des Leitzins auf 2,5 %. In der kommenden Woche steht dann noch die nächste Sitzung der US-Notenbank Fed an, die mit Spannung erwartet wird. Von der Wall Street erhält der dt. Leitindex derweil heute keine Impulse, da die US-Börsen wegen des Labor Days geschlossen bleiben. Ein robuster Arbeitsmarktbericht zum Wochenschluss hatte jedoch die Chancen auf eine Zinsanhebung der Fed befeuert und den Dow Jones mit einem Minus von 0,5 % ins Wochenende geschickt. Auch der S&P 500 gab um 0,5 % nach und die Technologiebörse Nasdaq verlor 0,1 %. 

Der Software-Konzern Adobe bekommt mit Anil Chakravarthy einen neuen Chef. Die Wahl wurde am Markt mit zwischenzeitlichen Kursverlusten quittiert. Analysten hatten mit David Wadhwani erwartet, dem Leiter des Kreativbereichs. Dieser sei für drei Viertel des Umsatzes verantwortlich und genieße sowohl innerhalb als auch außerhalb von Adobe hohes Ansehen.

Die mit Spannung erwartete Präsentation des autonom fahrenden Robotaxen Cybercap von Tesla hatte die Anleger nicht überzeugt. Kernfragen rund um den Preis, die Produktion und regulatorische Themen seien unbeantwortet geblieben, hieß es. 

Der Waschmittel- und Klebstoffhersteller Henkel plant weitere Übernahmen. "Wir haben in den vergangenen Monaten Unternehmenskäufe im Wert von zusammen rund 5 Mrd. € vereinbart oder abgeschlossen", sagte CEO Carsten Knobel in einem Interview. Dies stärke sowohl die Klebstoffsparte mit Marken wie Pattex und Pritt als auch die Konsumgütersparte mit Persil, Schwarzkopf und Pril. "Wir sehen für beide Sparten großes Potenzial, aus eigener Kraft zu wachsen. Aber wir schauen uns auch an, wie wir uns durch Zukäufe weiter stärken können", sagte Knobel.

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re warnt nach einem katastrophenarmen 1. Halbjahr vor hohen Gefahren durch mittelgroße Naturereignisse wie Hagel und Feuer. Inzwischen führten solche Ereignisse insgesamt zu Schadenniveaus, die bislang vor allem mit Großereignissen assoziiert wurden, teilte der DAX-Konzern beim traditionellen Branchentreffen in Monte Carlo mit. Nach einem jahrelang zunehmenden Schadentrend hätten solche Ereignisse unterhalb großer Naturkatastrophen die Versicherungsbranche 2025 rund 104 Mrd. $ gekostet. Auch die zunehmende Hitze werde immer mehr zum Schadentreiber.