EffectenSpiegel-Boersenbericht-boerse-welt
@GettyImages

Börsenbericht – Verschnaufpause an den Börsen

Vor dem mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktbericht hielten sich Anleger zum Wochenschluss bedeckt. Zudem muss sich der DAX gegen schwache Vorgaben aus den USA behaupten. Den gestrigen Handel beendete der dt. Leitindex mit einem leichten Plus auf 26.140 Punkte. Zur Wochenmitte hatte der DAX bei 26.403 Zählern ein neues Rekordhoch erreicht. Die Impulsgeber sind auch heute vielfältig: Neben den US-Jobdaten bleibt auch der Iran-Krieg ein fragiles Thema. Die Hoffnungen auf eine Entspannung stehen auf wackeligen Füßen. US-Präsident Donald Trump geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass der Iran-Krieg „ziemlich bald“ endet und die Öffnung der Straße von Hormus kurz bevorsteht, der eskalierende Konflikt zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Miliz im Jemen könnte eine Friedenslösung jedoch erschweren. Wieder anziehende Ölpreise und die Unsicherheiten mit Bezug auf die Lage im Nahen Osten sorgten indes für Zurückhaltung an den US-Börsen. Der Dow Jones schloss 0,9 % schwächer und der S&P 500 0,2 % leichter. Die Technologiebörse Nasdaq beendete den Handel mit einem Minus von 0,1 %. 

Der Rückversicherer Munich Re bekommt den Preisabschwung im Geschäft mit Erstversicherern wie Allianz und Axa deutlich zu spüren. Nach weiteren Abschlägen bei der jüngsten Vertragserneuerung kappte Vorstandschef Christoph Jurecka die Umsatzprognose für das laufende Jahr: In der Rückversicherungssparte dürfte der Umsatz mit 38 Mrd. € rund 2 Mrd. € geringer ausfallen als bisher anvisiert. Auf Konzernebene geht das Management nun von Erlösen in Höhe von 62 statt 64 Mrd. € aus. Im 2. Quartal profitierte der Rückversicherer hingegen von sehr geringen Großschäden im Schaden- und Unfallgeschäft und glänzenden Geschäften mit Aktien. Unter dem Strich stand daher ein Gewinn in Höhe von 2,2 Mrd. € und damit über 6 % mehr als im Vergleichszeitraum. Das Gewinnziel von 6,3 Mrd. € hat weiterhin Bestand. 

Lanxess hat im Q2 auch von Schwierigkeiten der asiatischen Konkurrenz durch den Iran-Krieg profitiert. Dieser erschwerte die Öl- und Gasversorgung in Teilen Asiens. Insgesamt bleibt das Umfeld aber schwierig; der Spezialchemiekonzern setzt weiter auf Einsparungen und bestätigte das Jahresgewinnziel. In den 3 Monaten per Ende Juni setzte das Unternehmen 6,5 % mehr um. Das bereinigte Ebitda verbesserte sich um 1 %.

Geringe Katastrophenschäden und gute Geschäfte in allen Bereichen haben dem Versicherer Allianz im 2. Quartal ein Rekordergebnis beschert. Der operative Gewinn kletterte im Jahresvergleich um fast 11 % auf knapp 4,9 Mrd. €. Vorstandschef Oliver Bäte sieht die Allianz weiter auf Kurs zu dem geplanten operativen Jahresgewinn von 16,4 bis 18,4 Mrd. €.

Daimler Truck hat zwischen April und Juni unterm Strich deutliche Abstriche machen müssen. Unter anderem belasteten Zölle die Profitabilität auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt. Weil es nach der Anerkennung von US-Wertschöpfungsanteilen durch die Behörden im 2. Halbjahr auch insgesamt wieder besser laufen soll, hatte Daimler Truck zuletzt die Konzernprognose erhöht. Der Auftragseingang legte in den 3 Monaten gegenüber dem schwachen Vorjahreszeitraum um 27 % auf 74.448 Fahrzeuge zu. Der Umsatz im Industriegeschäft, also ohne Finanzdienstleistungen, stieg um 6 %, doch die um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Zinsen in dem Bereich ging auf 6,8 % zurück.

Der italienische Versicherer Generali hat im 2. Jahresviertel dank gut laufender Geschäfte in allen Segmenten operativ mehr verdient. Der operative Gewinn sei um knapp 15 % auf 2,3 Mrd. € gestiegen. Damit beschleunigte sich das Ergebniswachstum im Vergleich zum 1. Quartal und fiel zudem etwas höher aus, als Analysten erwartet hatten. Konzernchef Philippe Donne bekräftigte zudem das mittelfristige Gewinnziel.